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Dope Thief

Sie ziehen diese Masche seit langer Zeit durch und bislang ist dabei auch alles gutgegangen: Die seit ihrer Kindheit befreundeten Raymond Driscoll (Brian Tyree Henry) und Manny Carvalho (Wagner Moura) geben sich täuschend echt als DEA-Agenten aus, stürmen eine meist nur von unerfahrenen Jugendlichen bewachte Drogenhöhle, spielen eine mögliche Razzia vor und fliehen dann mit dem erbeuteten Bargeld. Damit konnte sich Ray bislang genug Geld zusammenklauen, um seine Mutter Theresa (Kate Mulgrew) durchzubringen... auch wenn diese keine Ahnung hat, dass es aus illegalen Aktivitäten ergaunert wurde. Doch dann geraten die beiden Freunde an einen Diebstahl, der völlig außer Kontrolle gerät und gar noch einen echten Bandenkrieg zu verursachen droht. Mittendrin: Manny und Ray, die nun nicht nur von den fuchsteufelswilden Gangstern, sondern auch von der Polizei gejagt werden.

Mensch, was geht diese Nummer hier spannend los. Zwar ohne jegliche Preise für Originalität zu gewinnen, dabei aber immerhin von Sekunde 1 an mörderisch spannend, erzählt Dope Thief die Geschichte zweier kleiner Gangster, die sich letztendlich versehentlich mit den Falschen anlegen. Das ist nicht neu, aber energetisch genug erzählt, um schnell mitzureißen. Dank vieler bekannter Schauspieler*innen, die ihre Sache gewohnt gut machen und einer soliden Inszenierung gibt es im Grunde nicht viel zu meckern. Besonders Causeway-Star Brian Tyree Henry ist in der Hauptrolle mal wieder so gut, dass man sich (zumindest zu Beginn) an ihm kaum sattsehen kann. Neben ihm stehen zudem solch illustre Könner wie der nun bei den Oscars mitmischende Wagner Moura, Orange is the new Black-Star Kate Mulgrew oder der große Ving Rhames vor der Kamera... und auch wenn das Drehbuch mit ihren Figuren teils etwas unwirsch umspringt, machen die ihre Sache alle mal wieder durchweg gut.
Womit wir aber bei den Problemen wären, die das eben erwähnte Drehbuch mit sich bringt. Denn nach einem durchweg starken Start während der ersten zwei, drei Episoden (acht gibt es insgesamt in dieser rund endenden Mini-Serie) sackt die gesamte Geschichte plötzlich arg ab. Womit nicht gemeint ist, dass das Erzähltempo plötzlich massiv verlangsamt werden würde oder sich die einzelnen Figuren im Kreise drehen... wobei es schon auffällt, dass es den Machern nicht so recht gelingt, eine schon früh eskalierende Ausgangssituation lange genug spannend zu halten, um es auch bis zum Finale zu schaffen und den Mittelteil mit interessanten Inhalten zu füllen. Viel mehr ist gemeint, dass die Geschichte, die bis zu diesem Punkt noch einigermaßen bodenständig agierte, mit einem Mal völlig abdreht. Plötzlich wird an jeder Ecke geballert, die Qualität der Dialoge fällt ins Bodenlose und die gesamte Geschichte, die sich mehrfach um den eigenen Fokuspunkt zu drehen scheint und letztendlich offenbar gar nirgends mehr hinwill, bricht in sich zusammen.
Plötzlich halten mehr als merkwürdige, völlig deplatzierte Comedy-Einlagen Einzug und es wird nur noch mit Abziehbildern gearbeitet. Besonders die zu Beginn noch so wunderbar mysteriös-gefährlich eingeführten Gegenspieler verkommen später zu solch einer unfreiwillig komischen Parade aus Mega-Deppen, dass keinerlei Spannung mehr aufkommen mag. Innerhalb dieses völlig wilden Gewirrs aus Krimi, Action und banaler Gangster-Komödie versucht die Regie noch einen Fokuspunkt zu wahren. Doch auch hier kann nichts gerettet werden, da sich das Drehbuch in dem erfolglosen Versuch, etliche Handlungsfäden zu einem einigermaßen stilvollen Endergebnis zusammenzustecken, einfach nur selbst überholt. Die später immer häufigeren Actionszenen sind zudem meist ziemlich mau inszeniert, sodass man bei einer Verfolgungsjagd zu Fuß aufgrund des ständigen Kameragewackels praktisch gar nicht mehr weiß, wo der Verfolger denn nun eigentlich ist, während ein nächtlicher Schusswechsel zu einer so dermaßen öden Angelegenheit verkommt, dass man trotz des hohen Blutzolls sehr schnell das Interesse zu verlieren droht.

Fazit: Nach einem äußerst packenden Beginn verliert Dope Thief spätestens zur Halbzeit völlig den Faden und bekommt diesen äußerst wirr geschriebenen Mix aus Gangster-Thriller und unfreiwilliger Comedy nicht mehr in den Griff. Die mittelmäßige Inszenierung und ein deutliches Durchhängen im Mittelteil der Serie tut ihr Übriges, um nach und nach immer mehr zu einer Enttäuschung zu werden.

Note: 4



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