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Der Teufel trägt Prada

Meryl Streep hält den Rekord für die meisten Oscar-Nominierungen, zu denen bis zum heutigen Stand genau achtzehn zählen. Davon konnte sie den begehrten Goldjungen drei Mal mit nach Hause nehmen, zuletzt 2012 für ihre Darstellung der Margaret Thatcher in dem brillant gespielten, ansonsten aber reichlich trockenen Werk "Die Eiserne Lady". Auch 2007 wurde sie für ihre Verkörperung von Mirenda Priestly in der langerwarteten Adaption des Fashion-Romans "The Devil Wears Prada" für einen Oscar nominiert. Und man kann es nicht oft genug sagen: Die Vielfalt, mit derer Streep in ihre unterschiedlichen Rollen schlüpft, ist auch hier wieder schier beeindruckend.

DER TEUFEL TRÄGT PRADA

Als Andrea Sachs (Anne Hathaway), die weder Gespür noch Interesse für Mode übrig hat, bei dem Fashion-Magazin RunWay als Asssistentin vorspricht und den job überraschenderweise sogar erhält, eröffnet sich ihr eine vollkommen neue, ungewohnte Welt. Die kalte, berechnende und teilweise sogar tyrannische Chefredakteurin des Magazins, Mirenda Priestly (Meryl Streep) legt nämlich Wert auf einen perfekt ausgeführten Job und dafür muss Andrea kräftig ackern. Falls sie ein jahr übersteht, würden ihr demnächst sämtliche Türen in allen Magazinen offen stehen. Und dafür ist Andrea schon bald bereit, auch ihr Privatleben einzugrenzen, sehr zum Leid ihres Freundes Nate (Adrian Grenier)...

"Der Teufel trägt Prada" ist, wie man es von einer Fashion-Komödie auch erwarten durfte, ein optischer Augenschmaus. Wundervolle Kostümarbeit, hübsche Bilder von New York und Paris und auch die Kamera macht das Beste. Die Musik hat Drive und untermalt sämtliche Emotionen passend und... auch der Film ist definitiv ein Guter. Im Großen und Ganzen gehört die Show natürlich Meryl Streep, die hier mal wieder eine glänzende Performance hinlegt und jede Szene, in welcher sie zu sehen ist, mit nur wenigen Worten und kleinen Gesten förmlich an sich reißt. Anne Hathaway macht sich in der eigentlichen Hauptrolle recht ordentlich, kann gegen Streep aber natürlich nur verlieren. Herausstechen tun zudem Emily Blunt als biestige, erste Assistentin und ein wie immer brillanter Stanley Tucci, welcher als schwuler Mode-Designer bei RunWay neben Streep definitiv der heimliche Star des Ensembles ist. Einzig und allein Simon Baker bleibt als Star-Designer Christian Thompson etwas blass, was jedoch auch dem Skript geschuldet ist, welches nicht alle Figuren mit genügend interessanten Details und Tiefe ausstattet, sie oft in Klischee-Schubladen steckt und es sich damit das ein oder andere Mal zu einfach macht. Das ist für einen Mainstream-Film aber schon in Ordnung und mildert den Spaß nicht, den man hier definitiv hat. "Der Teufel trägt Prada" ist überraschend witzig, schlagfertig, hat wunderbare Dialoge und auch den ein oder anderen emotional funktionierenden Moment übrig. Dass die Geschichte vorhersehbar ist, stört dabei nicht sonderlich, da sie unterhaltsam und flott genug ist, dass einem dies kaum auffällt. Einzig in der letzten, etwas zu rührseligen halben Stunde verliert der Film an Biss und versinkt in unglaubwürdigem Kitsch. Dafür hat man zuvor aber einen sehr unterhaltsamen, spaßigen und gut gespielte Film gesehen, der positiv in Erinnerung bleibt und somit nicht nur Mode-Fans gefallen dürfte.

Note: 2-

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