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The Americans - Die vierte Staffel

Der Haussegen bei den Jennings' hängt gewaltig schief, als Philipp (Matthew Rhys) und Elizabeth (Keri Russell) erfahren, dass die jüngst in die Geheimnisse der Familie eingeweihte Tochter Paige (Holly Taylor) ihre Ängste bei Pastor Tim gebeichtet hat. Auch die Zentrale wird unruhig, weswegen ein Plan ausgearbeitet wird, der diese prekäre Situation löst, ohne Paige von ihren Eltern wegzutreiben. Indes werden Philipp und Elizabeth mit der Überwachung einer Biowaffe, welche die Russen in die USA schmuggeln konnten, beauftragt, wobei sie sich jedoch auch selbst in Gefahr bringen. Stan Beeman (Noah Emmerich) hat sich an Marthas (Alison Wright) Fersen geheftet, da er in ihr eine Verdächtige bezüglich der Spionage innerhalb des FBI sieht. Dabei kommt er Philipp gefährlich nahe. Oleg (Costa Ronin) muss währenddessen weiterhin mit Stan zusammenarbeiten, um eine Gelegenheit zu erhaschen, die wegen Hochverrats inhaftierte Nina (Annet Mahendru) zu retten...

In meiner Kritik zur dritten Staffel von "The Americans" erwähnte, dass diese sich in ihrer Gesamtheit anfühlte wie ein Übergangsstück, wie ein Mittelteil einer Filmreihe. Man kann sie sicherlich nicht als ganzheitlichen Füller bezeichnen, trotzdem war das nur enorm langsame Vorankommen der Grundhandlung und das ständige Aufschieben der wichtigen Konflikte, die stattdessen nur immer wieder aufs Neue diskutiert wurden, schon auffällig. Atmosphärisch dicht erzählt war das Ganze dank der stilsicheren Inszenierung und der großartigen Schauspieler natürlich weiterhin, aber irgendwann musste sich nun mal auch etwas ergeben... und das tut es dann mit der folgenden vierten Season. Diese zeichnet die dritte Staffel rückblickend nämlich ganz klar als das benötigte (wenn schließlich doch zu breit ausgewalzte) Mittelstück, als die Ruhe vor dem Sturm ab. Denn in der vierten Season passiert plötzlich so viel wie in keiner anderen Staffel der Serie zuvor - so viel, dass es fast schon wieder etwas zu viel des Guten ist, wenn man die stechende, langsame und sehr genau inspizierte Atmosphäre bislang so gemocht hat.
Damit beschreitet "The Americans" aber auch den notwendigen Weg, aus den extrem langen und genauen Vorbereitungen nun auch etwas zu machen. Und tatsächlich finden viele Handlungsstränge nun ihr Ende, werden jede Menge Konflikte nicht mehr nur weiter aufgeschoben, sondern finden zu ihrem Klimax. Mit jeder Folge steigt dabei die Spannung, die nicht nur unseren Lieblingscharakteren, sondern auch der geheimen Mission der Jennings' auf den Leim zu gehen droht. Dabei sehen wir so viele schockierende Wendungen und plötzliche Geheimnislüfterei, so viel plötzliche Vorfälle und gewinnen neue Erkenntnisse, dass nun nicht mehr genug Zeit bleibt, diese noch genug atmen zu lassen. Wo es Staffel 3 mit seiner Genauigkeit und dem langwierigen Plot übertrieb, geht Staffel 4 den Gegenweg und gibt (nach den ersten, weiterhin etwas langsam erzählten Episoden) plötzlich Vollgas. Es ist unglaublich schön zu sehen, wie das zuvor so sorgsam aufgebaute Konstrukt endlich an den Punkt kommt (oder in manchen Dingen auch nur fast), den man sich so lange sorgenvoll ausgemalt hat. Rückblickend wirken diese Szenen, auch wenn sie manchmal etwas zu rasch abgehandelt werden, aber eben auch deswegen so stark, weil sie zuvor eben diesen konkreten Aufbau erfahren haben und wir uns tatsächlich um die einzelnen Figuren sorgen.
Man hätte sich aber vielleicht gewünscht, dass einige dieser Momente bereits in der dritten Staffel vorgekommen wären - denn wo diese eben zu langsam wirkte, ist die vierte Season zumindest im direkten Vergleich und in gewissen Szenen etwas zu gehetzt. So richtig emotional mitgehen wollte ich trotz einiger herber Momente nur selten, da eben diese zu wenig Raum bekommen, um im Nachhinein wirklich richtig zu wirken. Nichts geändert hat sich hingegen an der sauberen, packenden Inszenierung, die vor allem in ruhigen Momenten eine echte Energie entwickelt. Weiterhin hervorragend auch der komplette Cast, der durch einige bekannte Namen erneut erweitert wird. Neu zum Hauptcast stößt der unter anderem aus Sam Raimis "Spider-Man"-Trilogie bekannte Dylan Baker, der mit seiner Präsenz die ohnehin schon namhafte Besetzung rund um Matthew Rhys, Keri Russell und Frank Langella abrundet. Besonders hervorzuheben sei hier dann auch "The Walking Dead"-Star Noah Emmerich, der endlich mal einige richtig große Momente hat, statt wie zuvor weitestgehend nur ein Spielball mit eher mauen, privaten Konflikten zu sein. Auch hier ist also endlich die Weiterentwicklung zu erkennen, die wir uns zuvor länger versprochen haben.

Fazit: Das Tempo wird spürbar angezogen, die Schlinge zieht sich zu. Im Vergleich zur atmosphärischen, aber zu langsam erzählten dritten Staffel wirkt diese Season fast doppelt so schnell. Das führt zwar dazu, dass nicht alle Plots wirklich atmen können, aber auch zu einigen Momenten von enormer Kraft.

Note: 3+





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