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The Mandalorian - Die erste Staffel

Nach dem Sturz des Imperiums hält sich der mandalorianische Kopfgeldjäger Din Djarin (Pedro Pascal) mit verschiedenen Aufträgen über Wasser. So ist auch der Auftrag, ein für ihn unbekanntes Ziel aufzuspüren und möglichst lebend abzuliefern, im Grunde nur Alltag für den Kopfgeldjäger. Doch diesmal ist alles anders: Das Ziel stellt sich als Kind einer unbekannten Spezies heraus. Erst möchte Djarin das Ziel einfach abliefern und stellt dabei seinen Kodex, welcher ihm verbietet, irgendwelche Fragen zu dem Auftrag oder den Zielen zu stellen, über seine Moral. Als er sich jedoch gegen seine Auftraggeber stellt, setzt er damit eine Reihe von Ereignissen in Gang, welche die Menschen um ihn herum und vielleicht sogar die Galaxie auch nach dem Imperium erschüttern könnten...

Nachdem ich mir nun während meiner eigens auferlegten Aufgabe, endlich neben den Filmen auch alle Serien aus dem zurzeit kanonischen Star Wars-Universum zu sichten, über Wochen mit diversen Animationsshows die Nächte um die Ohren geschlagen hatte, war ich froh, endlich bei den größeren Dingen anzukommen. Die erste Real-Serie sollte dabei The Mandalorian darstellen, an die ich ohnehin schon hohe Erwartungen hatte, gilt sie doch neben Andor als das Beste, was Disney seit seiner Übernahme von LucasFilms mit der Sternenkriegs-Saga angestellt hatte. Umso ernüchternder war ich, als ich in die ersten Folgen (acht gibt es insgesamt in dieser ersten Staffel) gar nicht wirklich reinkam. Was aber im Grunde auch nicht erstaunlich ist, wenn man bedenkt, dass die zwei Hauptfiguren aus einem moralisch höchst flexiblen, wortkargen Kopfgeldjäger, der im Grunde niemals seinen Helm abnimmt (und dessen Gesicht wir dementsprechend nicht zu sehen bekommen) und einem putzigen Wesen, welches keinerlei erkennbare Wortlaute von sich gibt, bestehen. Eine solche Kombination mag bei dem Pixar-Film Wall-E über anderthalb Stunden funktioniert haben, doch über acht Folgen fehlt es hier dann vor allem zu Beginn doch an Figuren, zu denen man eine Bindung aufbauen kann.
Dabei haben sich die Macher alle Mühe gegeben, insbesondere die Star Wars-Fans abzuholen, die mit den Prequel- und Sequel-Trilogien nicht so ganz glücklich gewesen sind. Es wird wieder deutlich mehr Wert auf praktische Effekte gelegt, die sonderbaren Monster und Wesen werden nicht mehr durch CGI zum Leben erweckt und der gesamte Look orientiert sich deutlich an jenem der Original-Trilogie, was angesichts der zeitlichen Ausrichtung der Serie ja so auch nur folgerichtig ist. Nein, optisch gibt es hier definitiv nichts zu meckern und als langjähriger Fan der Reihe fühlt man sich hier gleich heimisch, auch wenn die Serie (was ebenfalls erfrischend ist) kaum mit bekannten Figuren oder Schauplätzen um sich wirft und ganz und gar auf seine neuen Figuren vertraut. Wenn dann doch mal visuelle Effekte ins Spiel kommen, was bei einer solchen Geschichte heutzutage natürlich unvermeidlich ist, geraten diese durchweg sehr überzeugend und stehen den Filmen, die diese aber noch etwas exzessiver einsetzten, praktisch in nichts nach. Der Soundtrack von Ludwig Göransson verzichtet auf bekannte Motive, funktioniert deswegen aber ebenfalls. Und auch der Cast macht seine Sache solide, auch wenn bekannte Namen wie Carl Weathers oder Fast & Furious-Star Gina Carano bisweilen etwas bräsig mit den teilweise uninspirierten Dialogzeilen jonglieren.
Letztendlich braucht die erste Staffel aber deutlich zu lange, um auch abseits immer neuer Actionszenen, Planeten und Rettungs- oder Kopfgeld-Missionen an Fahrt aufzunehmen. An den Look hat man sich irgendwann gewöhnt und wartet darauf, dass die Story auch abseits ihrer wundersamen Welten noch zulegt. Das tut sie in den letzten beiden Episoden dann zwar auch durchaus und fährt dramaturgisch ein bisschen mehr auf, weswegen sich erahnen lässt, das hinter dieser ganzen Serie zukünftig noch etwas mehr stecken wird als eine bloße, etwas düsterer angelegte Abenteuershow im Weltraum. Aber auch hier liegen die Versprechungen weitestgehend in der Zukunft, denn der Plot eröffnet gegen Ende zwar einige spannende Türen, schiebt deren Verwendung aber nach hinten. Es ist also zu erwarten, dass The Mandalorian erst in den noch folgenden Seasons rein dramaturgisch zulegen wird und uns neben allerlei imposanter Action auch noch etwas mehr über die Charaktere erzählt. Zum jetzigen Zeitpunkt habe ich mich aber über lange Strecken gelangweilt und kann den großen Hype, den diese Serie bei ihrem Start mitbrachte, noch nicht nachvollziehen. Ich hoffe, dass sich dies in Zukunft noch ändert, bleibe dabei aber guter Dinge.

Fazit: Die Geschichte braucht unglaublich lange, um in Fahrt zu kommen und hält sich über viele Episoden mit einer gewissen Sprunghaftigkeit auf, die ich so von den Animationsserien kenne, hier aber nicht erwartet habe. Später löst die Staffel einige Versprechungen ein und kommt besser in Schwung. Bis dahin hält der wunderbare Look bei der Stange und auch die Actionszenen überzeugen in ihrer Inszenierung, wobei Star Wars-Fans angesichts des Nutzens von weitestgehend praktischen Effekten das ein ums andere Mal das Herz aufgehen dürfte.

Note: 3-



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