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Skeleton Crew - Die erste Staffel

Der junge Wim (Ravi Cabot-Conyers) traut seinen Augen kaum, als er auf dem Weg zur Schule unter der Erde eine merkwürdige, metallene Konstruktion, wie einen Eingang, entdeckt. Als er gemeinsam mit seinem besten Freund Neel (Robert Timothy Smith), seiner Schulkameradin Fern (Ryan Kiera Armstrong) und deren Freundin KB (Kyriana Kratter) näher nachforscht, stellt sich dieses als Sternenschiff heraus... welches auch gleich abhebt, als sich die vier Kinder an Bord begeben. Sie durchbrechen versehentlich die Grenze ihres Heimatplaneten und landen im tiefen Weltall, ohne eine Möglichkeit, wieder zurück in die Heimat zu finden. Auf der Suche nach einem Weg zurück treffen sie allerlei finstere und auch ein paar freundliche Gestalten... und den undurchsichtigen Piraten Jod Na Nawood (Jude Law), der von sich behauptet, ein Jedi zu sein.

Dass selbst ein gigantisches, von Fans einhellig umjubeltes Mega-Franchise wie Star Wars nicht zwingend immer ein Selbstläufer sein muss, musste Disney nur wenige Jahre nach der Übernahme von LucasFilms bereits am eigenen Leib erfahren. Im Jahr 2018 floppte erstmalig ein Film der Sternenkriegssaga, das Spin-Off Solo: A Star Wars Story mit viel Krach an den Kinokassen. Kein Wunder, dass Disney daraufhin kalte Füße bekam und befürchtete, man hätte die Fans mit zu vielen Filmen in zu kurzen Abständen taubgeschossen. Bei den Serien kam es zuletzt ähnlich: Nachdem sich der große Hype um The Mandalorian gelegt hatte, kam die ganz große Content-Keule und alle paar Wochen schien eine neue Serie rund um die Sternenkriege aus dem Boden zu schießen. Ähnlich wie zuvor beim irgendwann völlig zerfasernden Marvel Cinematic Universe sank das Interesse, da viel von allem eben nicht unbedingt heißt, dass das alles auch gut ist. Und so waren die Klickzahlen für die viel umworbene, neue Serie Skeleton Crew so niedrig, dass rund ein Jahr später noch immer nicht feststeht, ob eine zweite Staffel jemals kommt... obwohl die Macher rund um Spider-Man: No Way Home-Regisseur Jon Watts eigentlich schon mit mehr Material geplant hatten.
Und das ist schade, denn da haben die Fans eine der gelungeneren, wenn auch tonal manchmal etwas unsteten Serien im Star Wars-Universum verpasst. Tonal erstmal etwas abschreckend gerät der Fokus auf vier Kinder, die hier ganz eigene Abenteuer erleben... und diese erstmal sehr kindgerecht anschieben. Da später aber auch noch brutale Piraten, allerlei explosive Mega-Action und düstere Elemente Einzug halten, tut sich die Serie bisweilen schwer, hier den richtigen Ton zu finden. Wenn ein fieser Pirat den Kindern droht, sie alle ganz langsam in Stücke zu schneiden, einer nach dem anderen, und eine nun auch nicht mehr siebenjährige Schülerin eben diesen Piraten mit einem trotzigen Weggegangen, Platz vergangen entgegentritt, weil sie jetzt gerne mal Captain von einem Schiff wäre, dann hat das immer wieder einen gewissen Cringe-Faktor. Die Gratwanderung zwischen sehr kindlicher Unterhaltung und immer noch prägnanter Sternenkriegs-Geschichte gelingt hier nur bedingt. Zudem darf man erneut die nicht allzu gehaltvolle Story, eher halbgare Charaktere und ein arg flottes Ende der Staffel kritisieren, welches nach dem explosiven Finale für kurze Fragezeichen sorgt.
Und trotzdem: Ich hatte Spaß. Das liegt zum einen an einigen cleveren Ideen, die neue Mysterien rund um geheimnisvolle, versteckte Planeten aufmachen. Zum anderen auch an der Inszenierung, die durchweg flott und bisweilen richtig spektakulär ist und vor allem die Actionszenen zu einem echten Genuss machen... auch wenn die Qualität der Spezialeffekte hier wieder zwischen meisterhaft und richtig mies schwankt. Zudem mochte ich auch die Figuren, und wenn sie noch so simpel gezeichnet sind. Die einzelnen Konflikte mögen einfach sein, aber sie wissen dennoch zu bewegen und die Kinderdarsteller*innen machen ihre Sache zumeist sehr solide. Zudem hat auch Jude Law offensichtlich eine große Freude daran, hier mal wieder den zwielichtigen, aber bisweilen auch angenehm spaßigen Piraten zu geben und den Kids dabei fleißig die Bälle zuzuspielen. Das ist dann alles eher kurzweilige Unterhaltung, dafür aber ohne größere Hänger und ohne allzu erzwungenem Überbau - eine simple Abenteuergeschichte mit viel Witz, Charme und einigen spannenden Ideen. Und manchmal braucht es auch nicht mehr, um wieder wirklich geradlinige und spaßige Star Wars-Unterhaltung auf die Beine zu stellen.

Fazit: Kurzweilig, inszenatorisch spektakulär und durchweg unterhaltsam - Skeleton Crew erfüllt keine hohen, dramatischen Ansprüche und ist tonal oftmals arg unentschlossen, aber weiß mit charmanten Figuren, allerlei starker Action und einer geradlinigen Story ohne Hänger durchaus zu gefallen.

Note: 3



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