Gerade hat er seinen sechsten Flugzeugabsturz mit Ach und Krach überlebt: Zsa-Zsa Korda (Benicio Del Toro), Familienoberhaupt der Korda-Familie, Vater von zehn Kindern und dreifacher Witwer, wird aufgrund mehrerer Angriffe auf sein Leben als dauerhaft gefährdet angesehen. Dabei scheint es darum gehen, sein Lebenswerk zerstören zu wollen. Um das zu verhindern, bestellt Zsa-Zsa seine einzige Tochter Lisl (Mia Threapleton), die sich eigentlich als Nonne zurückgezogen hatte, zu sich - sie soll sicherstellen, dass Kordas Vermächtnis auch nach seinem Tod, so er denn tatsächlich eintreten sollte, weiter wirkt. Während Korda versucht, diese neuen Schritte mit den restlichen Familienmitgliedern zu klären und diese deswegen einen nach dem anderen aufsucht, geschehen weitere Attentate auf sein Leben. Wird er dem Tod so lange entrinnen können, bis seine Angelegenheiten endgültig geklärt sind?
Wenn wir eine im Kern eigentlich ziemlich quatschige Geschichte haben, die aber auf solch charmante Art und Weise erzählt wird, dass man sie sogleich als herzliches und intelligentes Kino bezeichnen will, während sich namhafte Stars in großen und kleinen Rollen und mit stoischen Mienen die Klinke in die Hand drücken, dann ist klar, dass wir uns in einem weiteren Werk von Wes Anderson befinden. Meine Liebe zu diesem Regisseur mit seinem ganz eigenen Stil war ja zuletzt ein wenig rückläufig, nachdem Anderson nicht nur wie ein Besessener einen Film nach dem anderen zu drehen schienen, sondern seine herrlich-witzigen, aber letztlich eben auch ziemlich ähnlichen Stilmittel sich abzunutzen schienen. Während nämlich The French Dispatch in seiner verqueren Ansammlung von Einzelgeschichten noch ziemlich konturlos daherkam, gab es mit dem vor rund zweieinhalb Jahren erschienenen Asteroid City aber wieder einen Sprung nach oben zu verzeichnen.
Und da reiht sich nun auch Der phönizische Meisterstreich recht galant ein. Hinter dem sperrigen Titel verbirgt sich dabei eine Komödie, die deutlich actionlastiger daherkommt als Wendersons letzte Filme, dabei aber dennoch den typischen Stil des Regisseurs beibehält. Wer mit diesem also schon immer fremdelte oder ihn in den letzten Jahren, da Anderson praktisch nichts anderes mehr machte, nicht mehr sehen wollte, wird auch hiermit kaum seine Freude haben. Wers mag, bekommt hier alles, was er oder sie von Andersons Werken erwartet. So sitzt der Humor, der weitestgehend von pointierten Dialog-Schlagabtauschen, aber hier und da auch durch einige herrlich überspitzte und dennoch sehr charmante Slapstick-Szenen ausgeht, fast immer. Vor allem die erste halbe Stunde ist dabei eine Aneinanderreihung von richtig guten Witzen, ohne albern zu werden... bevor man sich an den Stil gewöhnt hat und die ganze Nummer deswegen mit fortschreitender Laufzeit immer weniger funktioniert.
Natürlich hat Anderson wieder seine (ebenfalls recht typische) Star-Armada auflaufen lassen, von denen die meisten jedoch nur recht kurze Auftritte vollführen. Allesamt natürlich urkomisch, in dem ständigen Bestreben mit stoischen Mienen aufzutreten (und da man diesen Cast nun schon in mehreren Anderson-Filmen auf exakt diese Weise erlebt hat) aber eben auch nicht mehr wirklich frisch. Wer aber Bryan Cranston und Tom Hanks während eines Basketball-Matches sehen oder sich an Benedict Sherlock Cumberbatch unter einem gigantischen Mega-Bart erfreuen will, der bekommt hier die Gelegenheit. Die zentrale Rolle füllt indes natürlich Benicio Del Toro aus, ebenfalls ein langjähriger Freund des Regisseurs, der in dem Main Part erwartungsgemäß großartig agiert. Als regelrechter Scene Stealer erweist sich zudem Juno-Star Michael Cera, der als neuer Hauslehrer solch eine gewitzt-charmante Vorstellung aufs Parkett legt, dass einem ganz warm ums Herz wird.
Fazit: Ein typischer Wes-Anderson-Film durch und durch. Auch wenn seine gewohnten Stilmittel, die Schauspielführung und der Look wahrlich nicht mehr erfrischend sind, durchzieht den gesamten Film ein charmanter Witz, getragen von pointierten Dialogen und allerlei klugen Ideen.
Note: 3
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