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Eternity (2025)

Auf einer Familienfeier erstickt der alte Larry Cutler (Miles Teller / Barry Primus) an einer Brezel. Nur einen Moment später sitzt er in einem Zug, ist plötzlich wieder in seinen Dreißigern und landet an einem überfüllten Bahnhof. Wie ihm dort mitgeteilt wird, ist er gestorben und befindet sich nun in einer Übergangszentrale zwischen Leben und Ewigkeit - dort hat er sieben Tage Zeit, um sich für eine Welt zu entscheiden, in welcher er ebenjene Ewigkeit verbringen möchte. Nur wenige Tage später erliegt Larrys Ehefrau Joan (Betty Buckley / Elizabeth Olsen) ihrem Krebsleiden und trifft in der Zentrale wieder auf Larry. Der freut sich, dass er seine Ewigkeit mit seiner Frau verbringen darf, doch wirft schließlich ein weiterer Mann seinen Hut in den Ring. Der im Korea-Krieg gefallene Luke (Callum Turner), Joans erster Ehemann, hat siebenundsechzig Jahre auf den Tod seiner Verflossenen gewartet, um seine Ewigkeit mit ihr verbringen zu können. Nun steht Joan vor der schwierigen Entscheidung, sich für einen der beiden zu entscheiden... und diese Entscheidung gut zu überdenken, denn wer sich endgültig eine Ewigkeit ausgesucht hat, kann diese nie wieder verlassen.

Wenn es ein Sub-Genre des Films gibt, welches mir wahnsinnig auf den Senkel geht, dann ist es jenes, in welchem sich eine Frau zwischen zwei Männern entscheiden muss und es dabei eine Menge Zwist und testosterongesteuertes Gekabbel zu sehen gibt. Besonders moderne Filme, bei denen man erwarten würde, dass sie dieses zumeist sexistisch genutzte Thema wenn schon zeitgemäßer erzählen, stoßen mir dabei sauer auf - so habe ich erst kürzlich den erst letztes Jahr im Kino gelaufenen Materialists dafür kritisiert, auch wenn er daneben ein paar kluge Dinge zu erzählen hatte, die neben dieser unzeitgemäßen Schmonzette aber untergingen. Wenn man dieses Thema aber anfasst und tatsächlich noch ein Drama oder eine Komödie oder beides damit erzählen möchte, dass eine Frau zwischen zwei rivalisierenden Kerlen steht, dann bitte mit solch einer originellen Idee und einer dementsprechenden Fallhöhe. Hier gehts nämlich um das Leben nach dem Tod und die Frage, mit wem man denn nun die restliche Ewigkeit verbringen möchte. Und wen möchte man lieber vor den Kopf stoßen? Die eine wahre Liebe oder die andere?
Natürlich kommt man bei diesem Thema auch nicht um den Hollywood-Kitsch herum, der bei einer solchen Produktion im Grunde gleich miteingekauft wird. Es darf viel geschmachtet werden, es werden Liebesgeständnisse ausgesprochen oder wieder zurückgenommen und Tränen fließen viele. Das ist aber nicht nur halb so wild, sondern auch gerechtfertigt, denn das Dilemma ist für alle drei Hauptfiguren ziemlich groß und man kann für jeden von ihnen ordentlich mitleiden. Um aber auch noch vor der finalen halben Stunde, die dann weitestgehend im Drama-Genre verzahnt bleibt, nicht zu sehr auf die Kitschtube zu drücken, ist der Ton hier durchgehend leichter. Zwar hätte man die Welt der "Zwischen-Zentrale", die passenderweise wie ein Bahnhof mit angehängtem Hotel aufgebaut ist, und wo im Falle eines Flugzeugabsturzes auch gerne mal hunderte Leute zeitgleich ankommen, auch noch etwas böser erzählen können. Dieses Thema bietet quasi eine Steilvorlage für allerlei finstere Witzchen, doch der Ton bleibt hier durchweg nett - Seitenhiebe auf verschiedene Welten und dass eine Ewigkeit, in der es für immer Wein zu trinken gibt, mittlerweile überfüllt ist, bleiben der Standard. Man darf also viel schmunzeln, aber wirkliche Schenkelklopfer oder auch mal eine frechere Gangart sind hier leider nicht dabei.
Trotzdem funktioniert der Film über weite Strecken. Typische Makel wie eine etwas zu lange Laufzeit, wobei sich besonders das Finale noch zu sehr zieht, nimmt man gern im Kauf, denn generell hat Eternity einen feinen Schwung. Und eine Handlung wie diese, bei der man im Grunde von Anfang an zu wissen glaubt, wie sie endet, letztendlich doch noch einigermaßen unvorhersehbar zu gestalten und den Film nach dem eigentlichen Ende noch mal eine halbe Stunde weiterlaufen zu lassen, um hier und da noch ein paar Überraschungen zu streuen, das hat auch schon etwas für sich. Der Cast ist wunderbar gewählt, wobei unter den drei Hauptdarsteller*innen natürlich Elizabeth Olsen noch einmal gesondert hervorragt. Die hat hier nämlich das größte Drama auf der Kette, spielt aber auch die heillose Überforderung seitens der ganzen Situation des plötzlichen Nachlebens, aber auch zweier Männer, die sie über alles liebt, mit viel Bravour. Zudem stimmt vor allem die Chemie zwischen ihr und Two Night Stand-Star Miles Teller, denen man eine sechzigjährige Ehe durchaus abnimmt. Callum Turner hingegen gibt den etwas prolligen, aber auch sehr einfühlsamen Mann, der natürlich mit dem Kopf noch in den 60ern hängt und dementsprechend recht amüsant wie aus der Zeit gefallen wirkt - auch wenn man aus diesem Thema noch mehr hätte machen können. Auch diverse Nebenfiguren, wie die Mitarbeitenden in der Zentrale, sind zwar angenehm schräg, aber hätten mit etwas mehr Verve (und mehr Mut zur Frechheit) auch noch ein paar größere Lacher aus dem Publikum herauskitzeln können.

Fazit: So erzählt man ein abgehangenes Thema ebenso glaubwürdig wie originell - und weiß dabei sowohl als romantisches Drama mit enormer Fallhöhe als auch als leichtfüßige Komödie mit ein paar feinen Ideen zu überzeugen. Auch wenn man insbesondere aus dem Worldbuilding noch weit mehr Komisches hätte herausholen können und Eternity gut zwanzig Minuten zu lang geht, ist das hier durchaus kreative Unterhaltung, die ebenso liebenswert ist wie nachdenklich stimmt.

Note: 3+



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