Direkt zum Hauptbereich

The Raid 2

"The Raid" war ja doch ein überraschend gelungener und kurzweiliger Film mit einem absoluten Minimum an Story, welche durch die fantastischen, aber irgendwann doch etwas anstrengenden Actionsequenzen führte. Auf die Fortsetzung war ich nun gespannt, auch wenn ich ein wenig skeptisch war, wieso man diese nun auf zweieinhalb Stunden aufplusterte. Das war letztendlich auch keine gute Idee, wie sich herausstellt, denn für ein kleines Epos a la "The Departed" reicht die mickrige Story von "The Raid 2" schlichtweg nicht aus.

THE RAID 2

Kaum ist Rama (Iko Uwais) aus den Fängen des fünfzehnstöckigen Wohnhauses entkommen, droht ihm gleich die nächste Aufgabe. In die Öffentlichkeit kann er nicht, das Verbrechen würde ihn sofort lynchen. Daher wird er undercover in ein Gefängnis eingeschleust, wo er sich mit Uco (Arifin Putra) anfreunden soll, dem Sohn des gefürchteten Gangsterbosses und Unternehmers Bangun (Tio Pakusodewo), um nach seiner Entlassung in die "Familie" aufgenommen zu werden und diese infiltrieren zu können. Dies könnte ihn, neben dem Sammeln von Beweisen, auch an den Mörder seines Bruders Andi (Donni Alamsyah) heranführen...

Wie eingangs bereits erwähnt, erinnert die Geschichte eines Undercover-Cops in den Reihen einer mafiaartigen Organisation schwer an den Thriller-Klassiker "The Departed" von Martin Scorsese, besitzt aber nicht angehend dessen Durchschlagskraft, da die Geschichte viel zu linear und vorhersehbar ausfällt. Auch wenn es kaum wirkliche Längen im Storytelling gibt, passiert einfach zu wenig Aufregendes und nichts, was man so nicht kommen sieht, um wirklich zu fesseln, dafür ist die Geschichte schlichtweg zu dünn und hat viel zu wenig zu erzählen... trotz eines klaren Plus an neuen Charakteren. Um "The Raid 2" zu sehen, sollte man den ersten Teil zwar bestenfalls ebenfalls gesehen und noch in Erinnerung haben, trotzdem erzählt die Fortsetzung eine größtenteils eigenständige Geschichte, welche nur selten wirklich auf das Original aufbaut und mit Ausnahme der wieder einmal spektakulären Martial-Arts-Kämpfe nur noch wenig mit dem Erstlinh zu tun hat. Das funktioniert über die erste Hälfte des Films auch ziemlich gut, macht neugierig und hat einige schöne Wechsel zwischen dialoglastiger Story und spektakulärer Action. Die häufigen Kämpfe zwischen Rama und unzähligen Schergen sind erneut grandios eingefangen worden und sorgen für Staunen. Ähnlich wie im ersten Teil nutzen sich diese anhand ihrer Häufigkeit jedoch bald ab, sorgen für einen anstrengenden Action-Overkill, welcher die ohnehin dünne Story plattmacht. Oftmals wirken die Actionszenen auch noch beliebig in die Geschichte eingeflochten, ohne dass diese nun gerade einen großen Sinn hätten, sondern nur, um zwischendrin einfach noch mal ein paar schicke Faustkämpfe zu bieten. Das langweilt auf Dauer enorm und spätestens zum überlangen Finale hat man dabei bereits abgeschaltet und schaut nur noch mit einem Auge wirklich zu. Die Schauspieler können dabei wenig entgegensetzen, bieten solide Leistungen an, können sich aber nicht wirklich freispielen, da ihre Charaktere eh nur auf eindimensionale Eigenschaften rationalisiert werden. Somit möchte "The Raid 2" vieles gleichzeitig sein, kann sich mit diesem ganzen Gepäck aber nicht wirklich freimachen und steckt so weit hinter dem leichteren, stärkeren Vorgänger zurück. Einzig die Brutalität ist geblieben und ist trotz der klaren Übertreibung und des immer wieder auftretenden schwarzem Humors nichts für Leute mit schwachen Nerven.

Note: 4+

 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Eraser

Arnold Schwarzenegger, wohl neben Sylvester Stallone die Action-Ikone der 80er und 90er Jahre schlechthin, ist endlich zurück. Nachdem er sein Amt als Gouverneur von Kalifornien niedergelegt hat, dürfen wir ihn seit einiger Zeit endlich wieder in genügend rauen, spaßigen Actionfilmen wiedersehen. Auch wenn in der heutigen Zeit ganz klar Statham, Diesel und Co. die Actionhelden sind, macht es aber dennoch Spaß, den "Terminator"-Star wiederzusehen. Und natürlich auch seine vergangenen Filme, von denen ich bislang kaum einen gesehen habe und die ich nun mal nachholen möchte. Angefangen habe ich nun mit "Eraser" aus dem Jahr 1996... ERASER US-Marshall John Kruger (Arnold Schwarzenegger) arbeitet in einer geheimen Vereinigung der USA im Zeugenschutzprogramm. Darin beschützt er die Leben von Kronzeugen, welche vor Gericht Aussagen tätigen sollen und verschafft ihnen eine neue Identität, um sie vor dem Tod zu bewahren. Sein neuester Job ist eine junge Mitarbeiterin bei...

Anna und die Apokalypse

Teenagerin Anna (Ella Hunt) lebt eigentlich ein recht herkömmliches Highschool-Leben mit Verehrern, Hausaufgaben und manch einer jugendlichen Tragödie. Statt sich Schulfesten hinzugeben, ackert sie jedoch lieber für ein Flugticket raus aus den USA, um auf Reisen zu gehen. Diese Pläne werden jedoch plötzlich durchkreuzt, als in Annas Stadt eine Zombie-Apokalypse ausbricht. Erst nehmen sie und Annas und Freunde diese Sache mit Humor, doch als die Ernsthaftigkeit der Situation über sie hereinbricht, greifen sie zu allem, was sich durch einen Zombieschädel bohren lässt, um sich den Weg zur Highschool freizukämpfen. Dort sitzt nämlich Annas Vater Tony (Mark Benton) unter dem Kommando des verrückten Schulleiters Savage (Paul Kaye) fest... Man merkt schon - wirklich ernstnehmen tun die Macher rund um Regisseur John McPhail das immer noch allseits beliebte Zombie-Thema hier nicht und verpacken es daher dann auch, was in dieser Form tatsächlich noch unverbraucht ist, in ein buntes Musical. ...

London Boulevard

Es gibt Filme, die lassen sich schlichtweg nicht in ein festes Genre pressen. Das kann ab und an richtig spannend sein, wenn sich ein Film nicht einem Stil hingibt, kann überraschen und fesseln, aber auch außer Kontrolle geraten und so irgendwann ziellos oder gar anstrengend und ungekonnt wirken. "London Boulevard" ist so ein Mischkind, welches über Thriller, Komödie, Drama und Gangster-Krimi alles mögliche abdecken will, dabei aber immer wieder unangenehm ins Trudeln gerät. LONDON BOULEVARD Mitchel (Colin Farrell) saß drei Jahre wegen gewalttätiger Vergehen im Gefängnis. Nach seiner Entlassung will er der kriminellen Szene, in welcher ihn sein ehemaliger Partner und Freund Billy (Ben Chaplin) immer wieder hineinzudrängen versucht, absagen und nimmt anstattdessen einen ehrlichen Job an: Als Personenschutz der berühmten Schauspielerin Charlotte (Keira Knightley) hält er der Frau aufdringliche Papparazzi vom Leib... und schnell kommen sich die beiden näher. Doch die Krimina...