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Final Destination 6: Bloodlines

Vor fünfzig Jahren hatte Iris Campbell (Brec Bassinger) eine schreckliche Vision von eines sich einstürzenden Turms. Sie verhinderte das Unglück durch rechtzeitiges Eingreifen und rettete so scheinbar hunderte Leben. Doch der Tod, wie es so seine Art ist, gab sich mit diesem Umstand nicht zufrieden und schritt erneut zur Tat. Heute wird Iris' Enkelin Stefani (Kaitlyn Santa Juana) von grausamen Träumen des damaligen Unglücks geplagt, weswegen sie beschließt, ihre Großmutter, die sie zuvor nie getroffen hat, aufzusuchen. Iris offenbart ihr, dass der Tod seit fünfzig Jahren nicht nur hinter ihr selbst her ist, um seinen damaligen Plan doch noch zu erfüllen... sondern auch hinter den Mitgliedern der Familie, die sie in dieser Zeit gegründet hat. Denn da Iris' Weiterleben nie vorgesehen war, sollte auch ihre Familie eigentlich gar nicht existieren und der Tod ist fest davon überzeugt, diesen großen Fehler mit einer Reihe drastischer Unfälle wieder auszugleichen...

Was sollte man diesem anfangs ungemein originellen, später aber deutlich auserzählten Konzept nun noch hinzufügen? Das fragten sich wohl auch die Macher der kultigen "Final Destination"-Reihe und legten nach dem unter den Erwartungen gelaufenen Teil 5 erst mal eine vierzehnjährige (!) Pause ein - eine ziemlich lange Zeit für solch ein großes Franchise. Die Pause hat dem sechsten Teil aber ungemein gut getan, denn offensichtlich hatten die Macher genügend Zeit, um genau nachzudenken, wie man diese Reihe denn noch mit neuen Ideen in die Jetzt-Zeit herüberretten kann, ohne dabei das zugrundeliegende Konzept zu vernachlässigen. Denn dieses gibt es immer noch, weswegen Fans der Reihe (zu denen ich mich ganz eindeutig zähle) alles bekommen, was sie daran lieben. Die berühmten Todesszenen, in denen packende Domino-Effekte schließlich einen großen, absurden Unfall auslösen, finden sich hier also wie gehabt - und sie sind deutlich cleverer und trickreicher inszeniert, als es in den eher schalen Teilen Vier und Fünf der Fall war. Immer wieder unterlaufen die Macher dabei gezielt unsere Erwartungen, um dann doch noch von einer völlig anderen Seite zuzuschlagen. Dabei gehen konstante Anspannung und der typische, ironische Sinn für Humor bezüglich der erneut wieder sehr, sehr drastischen Todesszenen wie gewohnt Hand in Hand und man fragt sich unwillkürlich, wie der fiese Sensenmann denn nun alsbald zuschlagen wird.
Das liebt man an der Reihe und das will man in ihr auch im Jahr 2025 noch sehen. Einfach nur noch einmal das Gleiche zu machen wie zuvor, ohne Variationen einzuflechten, würde heute aber nicht mehr wirklich funktionieren, weswegen die Macher in Sachen Hintergründe noch deutlich mehr ausholen als in anderen vorangegangenen Filmen. Dabei liefern sie nicht nur sehr clevere Antworten auf das große Schaffen bezüglich des Todes, sondern flechten auch frische Ideen ein, die dennoch das zugrundeliegende Konzept nicht aus den Angeln heben. Das sorgt für eine ganz neue Spannung, da diese Geschichte größer und allumfassender wirkt... aber auch für mehr emotionale Tiefe, die man so von der Reihe bisher nicht gewohnt war. Da sich die Geschichte über fünfzig Jahre erstreckt, kann man dabei allerlei spannende Referenzen an die Vorgänger unterbringen, ohne dass diese deplatziert oder zu forciert wirken würden. Das führt dazu, dass man einerseits als Fan der Reihe ungemein viel entdecken kann, aber auch zu einer größeren Anteilnahme am Schicksal der Charaktere. Diese sind hier nämlich keineswegs mehr austauschbar, sondern offenbaren teilweise überraschende Tiefen, sodass wir ihnen allen bei der Hatz vor dem Tod durchweg die Daumen drücken.
Möchte man nach Fehlern suchen, so findet man diese allenfalls in einer gewissen Verzettelung manch eines Regel-Mysteriums, da Teil Sechs versucht, all diese in vorherigen Teilen eingeführten Manirismen irgendwie auch noch zu berücksichtigen... und da wird es bei all den Möglichkeiten des Überspringens, des Nehmen eines Lebens oder der Erschaffung von neuem Leben manchmal ein bisschen wirr. Allerdings freuen sich Fans über diese Anspielungen natürlich noch ein bisschen mehr - so wie auch über einen weiteren Auftritt von Horror-Legende Tony Todd, der mit diesem Film seinen letzten Auftritt auf der Leinwand feierte, da er rund ein halbes Jahr vor dessen Veröffentlichung verstarb. Gut, dass "Final Destination 6" die Lücken rund um seinen ja stets sehr mysteriös angehauchten Charakter als Bindungsstück innerhalb der Reihe angemessen schließt. Etwas weit hergeholt ist dafür diesmal das zentrale, die ganze Geschichte auslösende Unglück, welches zudem auch unter recht matschigen CGI-Effekten leidet. Die Szene bleibt in Sachen Computereffekte zwar der einzige Ausrutscher, ist aber dennoch markant, da das traditionelle Eröffnungs-Unglück stets den frühen Höhepunkt eines jeden Films darstellte. Macht aber nichts, denn in seiner reinen Konzeption ist der große Massen-Crash in luftigen Höhen dennoch ziemlich intensiv geraten... und ist damit überhaupt nur der Beginn des bisher besten, weil durchdachtesten, cleversten und wendungsreichsten Films der "Final Destination"-Reihe, der damit sogar Teil 2 noch einmal übertrifft. Und das hätte ich so tatsächlich nicht erwartet.

Fazit: Frische Ideen, die aber dennoch das zugrundeliegende Konzept nicht aus den Angeln heben, sowie eine Ansammlung sympathischer Charaktere und eine perfekt durchgetaktete, spannende Geschichte sorgen dafür, dass der neueste "Final Destination"-Film nicht nur ein wahres Referenz-Fest für Fans, sondern sogar der beste Teil der an Highlights nicht armen Reihe ist. Fans bekommen dabei alles, was sie an der Reihe lieben... und darüber hinaus noch viel, viel mehr.

Note: 2+



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