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The Crown - Die dritte Staffel

Der Haussegen hängt schief im Buckingham Palace: Queen Elizabeth (Olivia Colman) sieht sich mit Kritik ihres fortschreitenden Alters gegenüber konfrontiert... und nicht zuletzt auch ihrer kühlen Art, mit welcher sie die Dinge angeht. Ganz im Kontrast gegenüber ihrer Schwester Margaret (Helena Bonham Carter), welche das Könighaus mit ihrer eigenen Art in Verlegenheit zu bringen droht. Insbesondere eine Reise in die USA, die Margaret antritt, sorgt dabei für allerlei Sorgenfalten auf der Stirn der Königin. Tatsächlich möchte Margaret nach ihrem Auftritt mehr Aufgaben im britischen Königshaus übernehmen, da sie international deutlich mehr positive Beachtung findet - ein Ansatz, den Elizabeth jedoch mit Skepsis beäugt. Zudem muss sie sich noch mit einer regelrechten Gefahr befassen, da ein russischer Spion in den eigenen Reihen ausgemacht wurde...

Zum ersten Mal vollführt "The Crown" einen recht vollkommenen Wechsel - zumindest, was den Cast anbelangt. Um der fortschreitenden Zeit über Jahre und Jahrzehnte hinweg gerecht zu werden, tauschte man beinahe die komplette Besetzung aus und ersetzte sie durch Schauspieler und Schauspielerinnen, die dem nun erreichten Alter der Figuren gerecht werden. Der Zeitpunkt stößt zu Beginn allerdings ein wenig befremdlich auf, denn tatsächlich liegen zwischen dem Ende der zweiten und dem Anfang der dritten Staffel keine zwei Jahre, was die Gewöhnung an die vielen neuen Gesichter etwas schwieriger macht. Es dauert allerdings nicht lange (praktisch keine zwanzig Minuten), bis man diese akzeptiert hat, denn die Macher arrangierten weitere britische Filmlegenden, um die Lücken, die Matt Smith, Claire Foy und Co. zwangsläufig hinterlassen, mit Bravour zu schließen. Und so gut Foy und vor allem "Napoleon"-Star Vanessa Kirby auch waren, man vermisst sie praktisch nicht, da mit der brillanten, oscarprämierten Olivia Colman sowie der mit dem Genre durch ihren Auftritt in "The King's Speech" mehr als vertrauten Helena Bonham Carter zwei Schauspielerinnen engagiert wurden, bei denen man von Anfang an weiß, dass hier ganz, ganz großes Schauspiel-Kino wartet.
Und so sieht das Ganze dann auch aus: Colman und Carter spielen sich nicht die Seele aus dem Leib, weil sie das nicht müssen - ihre ganz eigene Präsenz reicht aus, um völlig gebannt von dem zu sein, was sie aus ihren Rollen herausholen. Beide haben sich dabei offensichtlich nicht nur ganz genau ihre beiden Vorgängerinnen, sondern auch die realen Persönlichkeiten, die sie hier verkörpern, angesehen und dennoch ihren eigenen Stempel eingebracht. Das Ergebnis ist schlicht und einfach umwerfend, wie auch der gesamte, zumeist neue Cast hier meisterhaft aufbegehrt. Die schiere Armada an bekannten Gesichtern erfreut das cineastische Herz, sorgt aber nicht nur für ein effekthascherisches Schaulaufen von bekannten Gesichtern - stattdessen fügen sie sich alle mehr als passend ein und sorgen für schauspielerische Glanzmomente in jeder Folge. Im direkten Vergleich zur zweiten Staffel sind hier nun auch fast alle Episoden gleich gut, nur im Mittelteil kommt es zu ein paar kleineren Hängern. Das dramaturgische Problem, stets einen größeren Konflikt pro Folge abzuarbeiten, findet sich hier auch nur noch teilweise. Gerade gegen Ende der Staffel wird doch sehr ekstatisch auf einen klaren Bogen hingearbeitet, wobei diese Season bezüglich der Hauptcharaktere wie eine kompaktere, konzentriertere Reise wirkt, während welcher sie sich weiterentwickeln können.
Auch die optischen Reize sind geblieben, obwohl man sich mittlerweile ein bisschen an die umwerfenden Schauwerte gewöhnt hat und es durchaus Szenen gibt, in denen nicht ganz so detailliert und prunkvoll gearbeitet wurde. So fällt in einigen Szenen der gefürchtete Streaming-Grauschleier auf, der oftmals durch eine nicht ganz sauber vorbereitete Belichtung entsteht und den man bisher von "The Crown" nicht kannte. Das ist jedoch Jammern auf hohem Niveau, denn in den meisten Episoden wurde hier mit allerlei Handarbeit und ungemein viel Liebe zum Detail gearbeitet, sodass auch die dritte Staffel wunderbar aussieht und sich atmosphärisch ungemein dicht anfühlt. Mittlerweile kommen auch einige Nebenfiguren deutlich mehr zu ihrem Recht und man kann beinahe konstatieren, dass die Geschichten abseits der zentralen Queen Elizabeth und ihres Gatten noch ein bisschen interessanter und spannender sind, da hier tatsächlich emotional aufgeweckte Personen agieren. So zum Beispiel die ersten Liebesverstrickungen von Thronfolger Charles oder die neuen Eskapaden von Elizabeths Schwester Margaret, die für einige packende, aber auch bewegende Momente sorgen. Ein klares Highlight stellt zudem die dritte Folge dar, die mit der Aufarbeitung eines schrecklichen Unglücks für ungemein belastende und zugleich bewegende Szenen sorgt, die man so bald nicht vergessen wird.

Fazit: Trotz eines Rundumschwungs bezüglich der Besetzung bleibt "The Crown" seinen gewohnten Qualitäten auch in der dritten Staffel treu, vermeidet ein paar zuvor begangene Fehler und sorgt dramaturgisch für mehr Dichte. Der neue Cast ist dabei so unglaublich gut, dass man die zehn Folgen, trotz manch einer Länge in den mittleren Episoden, am Stück verschlingen möchte.

Note: 2-



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