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Hedda (2025)

In den 1950ern lädt die aus einer aristokratischen Familie stammende Hedda Gabler (Tessa Thompson) gemeinsam mit ihrem Ehemann George Tesman (Tom Bateman) zu einem berauschenden Fest in den eigenen, äußerst prunkvollen vier Wänden ein. Sehr zu Georges Missfallen hat Hedda auch ihre gute Freundin Eileen (Nina Hoss), die gerade mit einem neu erschienenen, reichlich zügellosen Roman für Furore sorgt, eingeladen. Da diese Georges größte Konkurrentin für die Bewerbung bei einer großen Professur darstellt, ist der Akademiker höchst nervös. Hedda nutzt die Verstrickungen ihrer Gäste dabei zunehmend zu ihrem eigenen Vorteil aus, während unangenehme Affären und Beziehungen ans Licht kommen und dabei vor allem Eileens Autoren-Kollegin Thea Clifton (Imogen Poots) unter der Gastgeberin nachhaltig leiden muss...

Nachdem sie mit The Marvels den bislang heftigsten, in seinen Ausmaßen schier katastrophalen Flop des Marvel Cinematic Universe verursachte, brauchte Regisseurin Nia DaCosta dringend einen Hit. Einen Schritt zurück zu wagen und nicht erneut mit einem neunstelligen Budget zu hantieren, klang da nach einer guten Idee, welcher DaCostas Regiestil auch angemessener erschien. Da ihr neuester Film aber direkt auf Amazons Streamingdienst verschachert wurde und dieser wie gehabt kaum Werbung für sein neuestes Original-Werk machte, ist das mit dem Hit mal wieder so eine Sache. Auch darüber hinaus hat sich DaCosta nicht durchweg mit Ruhm bekleckert, was aber keinesfalls ihren Regie-Fähigkeiten anzukreiden ist. Denn ein Auge für einen gewissen Style ist, trotz der auf Dauer sehr ermüdenden, gold-braunen Farbpalette, durchweg sichtbar. Der Zwang, die Geschichte trotz der begrenzten Location und der Dialoglast dauerhaft in schier physischem Schwung zu halten, tritt eben jener jedoch immer wieder in den Weg.
Denn natürlich geht es hier um die Verfilmung des berühmten Theater-Stoffes von Henrik Ibsen und man spürt von Anfang an, dass dieser absolut, ganz und gar für große Bühnen erschaffen wurde. Auf einer filmischen Ebene sorgt die prunkvolle Location, inklusive eines großen Sees oder eines für allerlei feuchtfröhliche Geheimnisse nützlichen Hecken-Labyrinths zwar für optische Augenöffner. Was sich in dieser dann aber abspielt, ist auf Dauer reichlich zäh, da DaCosta, die auch das Drehbuch nach der Vorlage verfasste, seine Figuren niemals ganz unter Kontrolle halten kann. Wo ihr die Schauspielführung besonders bei Hauptdarstellerin Tessa Thompson noch vortrefflich gelingt, wirken die Charaktere oftmals etwas zu unwirsch, zu gestelzt. Hier und da lassen sich erfrischende Themen und Konflikte finden, wenn die weiblichen Figuren beispielsweise mit ihren sexuell freizügigen Ansichten zu gewissen Fetischen die umstehenden, qualmenden und saufenden Männer plötzlich vor den Kopf stoßen. Auf einer persönlichen Konfliktebene bleibt man aber zu oft im Klischee stecken.
Es scheint, als würde der hochtrabende Regiestil diese eigentlich sehr kleinen und zugleich sehr bösartigen Konflikte übertrumpfen wollen, was angesichts des Stoffes dann schließlich nicht sehr zielführend ist. Als würden wir uns hier im abgedrehten (und genialen) Babylon von Regisseur Damien Chazelle befinden, muss alles sehr groß, sehr prunkvoll, sehr beeindruckend sein. Das gibt der Stoff aber jenseits solcher optischen Blender aber eigentlich nicht her und bräuchte eine konzentriertere, gern auch düsterere Herangehensweise, um die Figuren nicht bloß zu Schablonen verkommen zu lassen. So interessiert sich das Drehbuch mehr für den ganz großen Klatsch als für das aufwühlende Innenleben seiner Protagonistinnen und bleibt daher alsbald an der Oberfläche hängen. Aufgrund dieses viel zu effekthascherischen Ansatzes fühlen sich die 108 Minuten in ihrer schieren Zügellosigkeit auch recht bald sehr lang an - ein erlösender Hit für die Regisseurin ist dies auf qualitativer Ebene also zumindest nicht geworden.

Fazit: Optisch hochtrabend inszeniert, in seinem Hang zum Über-Stil aber auch dem charakterlichen Kern der eigentlich sehr persönlichen Geschichte unangenehm entgegentretend, setzt sich Nia DaCostas Neuinterpretation des weltberühmten Theaterstoffes unpassend zwischen alle Stühle.

Note: 4



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