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The Guest

Caleb Peterson ist jüngst im Afghanistankrieg gefallen. Seine Familie trauert noch, als ein freundlicher und smarter Unbekannter namens David (Dan Stevens) vor ihrer Tür steht und sich als ehemaliger Kamerad und Freund des Toten vorstellt. Er will den Hinterbliebenen Trost spenden und wird schließlich von Mutter Laura (Sheila Kelley) eingeladen, ein paar Tage zu bleiben. David erzählt von der Zeit, die er mit dem Verstorbenen verbracht hat, freundet sich bei ein paar Bier mit Vater Spencer (Leland Orser) an, hilft dem Einzelgänger Luke (Brendan Meyer) mit ein paar Schlägern in der Schule fertigzuwerden und wird auch von Tochter Anna (Maika Monroe) für einen ziemlichen Traumtypen gehalten. Doch der Gast ist nicht, was er vorgibt zu sein, und nach einigen ungewöhnlichen Ereignissen werden die Petersons misstrauisch...

Heutzutage kennt man Adam Wingard vorrangig als Regisseur der neueren Teile des MonsterVerse um Godzilla und King Kong. Deutlich spannender sind aber seine Sporen, die er sich im Horrorkino verdient hat - so zeigte er besonders mit dem Überraschungs-Schocker You're Next, dass es völlig egal ist, wie stumpfsinnig eine Geschichte ist, solange die brachiale Inszenierung drumherum irgendwie stimmt. Diese Mixtur, einen ziemlich deftigen Fun-Splatter abzuliefern, dabei aber dennoch die mitdenkenden Zuschauer*innen nicht zu arg zu beleidigen, ging im Jahr 2014 aber nicht mehr so recht auf: The Guest kam zwar bei einigen Fans noch gut an, ist in seinem Bemühen, rund um einen mysteriösen "Freund" des verstorbenen Sohnes einer Familie noch eine mit Twists vollgepackte Geschichte beizusteuern, aber allenfalls unterdurchschnittlich erfolgreich.
Und dabei braucht es eigentlich keine allzu packende oder originelle Geschichte, um diesem Archetypus des Films noch einen gewissen Unterhaltungsfaktor zu ermöglichen. Doch hier schießt man dennoch den Vogel ab: Alle Figuren verhalten sich durchgehend so dermaßen naiv und hirnrissig, dass es eine wahre Freude für alle jene ist, die solcherlei absolut unmenschliche Verhaltensweisen nur zu gerne kritisieren - hier werden sie eine Menge zu tun haben. Gleichzeitig müssen die Charaktere dies auch tun, da ansonsten der gesamte Plotmotor des Films augenblicklich verrecken würde. Und solcherlei Blödsinn, der von allen Seiten kommt und mit allerlei Überzeichnung versehen ist, muss man dann über eine Stunde aushalten, denn viel früher kommt die Geschichte nicht in Schwung... oder zumindest in den Schwung, den man von Horror-Regisseur Wingard erwartet.
Bis es hier so richtig zur Sache geht und der Film aufführt, warum er hier in Deutschland gar eine FSK ab 18 Jahren erhielt, vergeht viel Zeit. Zeit, in denen man sich zwar über die extreme Überzeichnung des Übermachos Dan Stevens amüsieren kann und hier und da auch ein paar trashig angehauchte, in ihrem Selbstbewusstsein aber auch irgendwie charmante sehen kann... Zeit, die aber auch nicht mit wirklich viel berauschendem Inhalt gefüllt ist, da die gesamte Geschichte nun wirklich ausgesprochen dünn ist und mit Wendungen aufwartet, die jenseits von Gut und Böse sind. Und selbst wenn The Guest dann letztendlich durchaus brachial zur Tat schreitet, wirken diese Szenen auch nicht, da sie zuvor nicht klug genug aufgebaut wurden, die große Gewalt doch sehr plötzlich Bahn bricht. Man merkt also, dass hier viele verschiedene Versatzstücke einfach nicht recht zusammenpassen. Über das Spiel des herrlich gewitzten Dan Stevens, der hier so dermaßen übermacho-haft auftritt, dass es fast schon wieder witzig (wenn auch keinesfalls politisch korrekt) ist, muss man sich aber nicht aufregen, denn der sorgt immer wieder für ein paar Momente, die doch noch erinnerungswürdig sind.

Fazit: Aufgrund einer sich viel Zeit nehmenden, letztendlich aber erschreckend unsinnigen Geschichte und Charakteren, die völlig irrsinnig handeln, höchstens auf einem trashigen Niveau unterhaltsam. Leider nimmt sich der Film insgesamt jedoch zu ernst, um auf dieser Stufe wirklich durchgehend bei Laune halten zu können. 

Note: 4+



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