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U-571

Kurzkritik:
Der im Jahr 2000 in den Kinos aufgeschlagene und während des Zweiten Weltkriegs spielende U-Boot-Actioner war in den USA unglaublich gerne gesehen, wurde in Europa aber fast einhellig zerrissen. Das lag natürlich daran, dass die Amerikaner hier mit allerlei Pathos aufwarteten und dabei eine Heldengeschichte um das Erlangen eines gewissen Objektes erfanden, die es zwar prinzipiell so wirklich gab, aber eigentlich auf die Kappen der Briten ging, weswegen diese filmische Fantasie-Geschichte durchaus als Geschichtsverklärung wahrgenommen wurde. Das kann man kritisieren, muss man aber nicht - denn wer würde solcherlei zum Beispiel Michael Bay's Pearl Harbor vorwerfen, wenn es sich hier in erster Linie offensichtlich um ein Unterhaltungsprodukt und keinesfalls um eine Geschichtsstunde handelt?
U-571 hat darüber hinaus genügend andere Probleme. So ist der Film zwar technisch einwandfrei inszeniert und besitzt genügend intensive Bootsszenen. Und wenn es dann mal kracht und rummst und alles explodiert, sieht das alles durchaus schick aus. Hollywood's Elite, darunter Matthew McConaughey und Pulp Fiction-Star Harvey Keitel, lassen sich ebenfalls nicht lumpen. Doch mit ihnen fangen die Probleme an (oder gehen weiter), denn diese großen Stars müssen Figuren spielen, die so dermaßen eindimensional sind, dass man sie nicht voneinander unterscheiden könnte, würden sie nicht von solch bekannten Gesichtern dargestellt. Nach fünf Minuten hat man im Grunde vergessen, wer da wer ist - auch, weil das nicht von großem Interesse ist.
Da kann ein Film noch so große Schauwerte auffahren (auch wenn nichts hiervon irgendwie an die besondere Intensität von Wolfgang Petersens Das Boot heranreicht) - es tangiert einen dennoch kaum, wenn das Drumherum nicht packt. Und ob man sich nun darüber aufregt, dass das alles historisch nicht nur falsch ist, sondern beinahe schon einem Mittelfinger gegenüber den anderen Truppen gleichkommt, oder ob man die ganze Nummer aufgrund schalster Figuren einfach nur sehr langweilig findet... es gibt einfach genügend bessere Alternativen. Und deswegen ist es die Aufregung vielleicht auch einfach nicht wert.

Note: 4



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