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Projekt: Peacemaker

Welche Bösewichte zu welcher Zeit in den großen Hollywood-Blockbustern "angesagt" waren, lässt sich anhand eines Beispiels sehr schön ablesen: Den "Indiana Jones"-Filmen. Während Jones' erstem Auftritt mit Peitsche und Hut zu Beginn der 80er Jahre waren es noch die bösen Nazis, die perfekt als hassenswerte Antagonisten auf Schatzsuche gingen - dies taten sie auch 1989 im dritten Teil noch. 2008 hatte sich der Zeitgeist aber verändert: Mittlerweile galten die bösen Russen als neues Feindbild, eines, welches sich mitten in den 90ern aufgebaut hatte. Würde man heutzutage eine solche Bösewichtgruppe für einen schwelenden fünften Jones-Film brauchen, man würde wohl bei den Nordkoreanern anklopfen, aber das soll nur eine Vermutung sein. Bösewichte sind jedenfalls immer stark an den Zeitgeist gekoppelt, solange sie einer bestimmten Ethnie entwachsen. Und so sind es auch im Actionkracher "Projekt: Peacemaker" die Russen, die eine Bombe zünden und damit die W...

Ihre beste Stunde

Obwohl sich halb Hollywood endlich auflehnt, sind die Probleme bezüglich unfairer Bezahlungen gegenüber Frauen beim Film noch immer nicht vollständig aus der Welt geräumt. Gerade heute ist es doch unverständlich, warum eine Frau für die gleiche Arbeit weniger Geld verdienen sollte als ein Mann - solch vollkommen veraltete Geschlechterbilder sollten endlich einmal der Vergangenheit angehören. Man mag kaum daran denken, wie dies noch vor siebzig Jahren aussah, als Frauen eben einfach schlechter bezahlt wurden und dies abnicken mussten... taten sie dies nicht, bekamen sie eben keinen Job. Auch das historische Hollywood-Drama "Ihre beste Stunde" widmet sich solchen Themen, im Fokus steht dabei jedoch die künstlerische Freiheit einer jungen Frau, die sich in der Männerdomäne der Hollywood-Autoren beweisen muss. IHRE BESTE STUNDE Im Jahr 1940, inmitten des wütenden Zweiten Weltkrieges, arbeitet die junge, verheiratete Catrin Cole (Gemma Arterton) beim britischen Informations...

Suspiria (2018)

"Suspiria" gehört ebenfalls zu den Filmen, die ich im Jahr 2018 sehnlichst erwartet habe, die dann jedoch unverständlicherweise nicht in meinem Stammkino anliefen. Trotz großer Namen in der Besetzungsliste, trotz der mehrheitlich guten Kritiken und des großen Presseechos schien der Film also doch etwas zu sperrig, um ihn auf das Mainstream-Kino loszulassen. Nun habe ich den Film per Amazon nachholen können, habe es zuvor jedoch nie geschafft, mir auch das Original aus dem Jahr  1977 anzuschauen. Dieser soll als schockierender Klassiker seines Genres gelten und ich habe definitiv vor, mir diesen mit einem etwas größeren Zeitabstand zu Gemüte zu führen. Vielleicht erkenne ich dann ja den Kult dieses Horrors, der sich mir in dieser Neuverfilmung nur zu Teilen wirklich erschlossen hat... SUSPIRIA Im Jahr 1977 zieht die junge Susie Bannion (Dakota Johnson) nach Berlin, um dort in einer renommierten Tanzakademie vorzutanzen. Obwohl man sie eingangs wegen mangelnder Erfahrung...

Dem Horizont so nah

Neben "Joker", der für mich unter den dieswöchigen Kinostarts selbstverständlich gesetzt war (für viele dürfte es neben "Avengers: Endgame" und "Der König der Löwen" der meisterwartetste Film des Jahres sein, zumindest bis zu diesem Punkt), standen drei weitere breitere Starts zur Auswahl und meine Entscheidung war diesmal erneut leicht. "Dora und die goldene Stadt" sah in den Trailern bereits so furchtbar aus, dass ich mir diesen allenfalls im Heimkino ansehen will und dem "47 Meters Down"-Sequel werde ich nichts abgewinnen, ohne den Erstling gesehen zu haben - der steht aber bereits auf meiner Liste und wird schon bald gesichtet, vielleicht kann ich die Fortsetzung bei Interesse dann also noch auf der großen Leinwand nachholen. Die Entscheidung traf ich diese Woche also zugunsten des deutschen Kinos. Und wer weiß - vielleicht war ein wenig dramatische Lovestory-Unterhaltung neben dem irrsinnigen Comic-Wahn namens "Joker" j...

Joker

Es gibt eine Menge Fragen und die schon seit einigen Wochen, seit sich der Kinostart des "Joker"-Films immer weiter näherte. Zum einen natürlich, wie all die unterschiedlichen Kritiken einzuordnen sind - der Film von "Hangover" -Regisseur Todd Phillips wird nämlich sowohl als absolutes Meisterwerk des Comic-Genres als auch als oberflächliches und gescheitertes Event-Kino besprochen. Andere fragen sich, ob Joaquin Phoenix hier wirklich die Meisterleistung seiner Karriere hinlegt oder ob das Gezeigte überhaupt noch als Comicfilm zu werten ist, während die Klatschblätter mal wieder über aus dem Kinosaal geflüchtete Zuschauer berichten, da die Gewaltspitzen erneut so unglaublich extrem sind. Was ich mich vor der endlichen Sichtung des Werks aber durchweg gefragt habe, war etwas anderes: Braucht man tatsächlich einen Film zu dem wohl intrigantesten und grausamsten DC-Schurken, der eben in Gestalt von Heath Ledger oder Jack Nicholson immer deswegen so furchteinflößend wa...

Mr. Popper's Pinguine

Um Jim Carrey ist es in den letzten Jahren verdächtig ruhig geworden. Seine letzten, zumindest ansatzweise größeren Kinoerfolge liegen mit "Kick-Ass 2" und "Dumm und Dümmer" bereits mehrere Jahre zurück und schon damals schien sein Stern deutlich gesunken zu sein. Carrey, der vordergründig als grimmassierender Comedian bekannt war, zeigte öfters, dass er auch ganz anders kann... aber entweder ließ man ihn solch brillante Schauspielerfolge wie "Die Truman Show" einfach nicht wiederholen oder Carrey war selbst daran nicht interessiert. Seit rund zehn Jahren hat er sich daher wieder fast vollständig im Comedy-Genre eingenistet, wo er durchweg seine altbekannte Show abzieht und das ist, wenn man bedenkt, was er eigentlich sonst noch so kann, etwas schade. Auch die Familienkomödie "Mr. Popper's Pinguine" aus dem Jahr 2011 fügt sich nahtlos in dieses Raster ein und stellt für Carrey keine besondere Herausforderung dar... und für den Zuschauer auc...

UglyDolls

Am verlängerten Feiertagswochenende wollten die Studios offenbar nicht zu sehr mit dem neuen Actionkracher "Gemini Man" von Oscarpreisträger Ang Lee konkurrieren - "Joker" läuft bei uns daher auch erst am kommenden Donnerstag an. Für Familien bot man schließlich, neben mehreren kleineren und wahrscheinlich eher unter dem Radar laufenden Starts, noch einen neuen Animationsfilm an, der sich gegen die Konkurrenz rund um "Everest" und Co. aber wahrscheinlich auch nicht wirklich behaupten wird: Die Kritiken zu "UglyDolls" sind nämlich weitestgehend katastrophal und auch der Trailer sah eher nach einer bunten und überdrehten Nummernrevue aus. Ansehen wollte ich mir das Ding als Kontrastprogramm zu "Gemini Man" aber doch und rief mir in Erinnerung, dass der 2017 so enorm gescholtene "Emoji - Der Film" auf mich letztendlich einen besseren Eindruck machte, als ich zuvor dachte. Vielleicht würden meine niedrigen Erwartungen also auch ...