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In bestem Maße verstörend: Filmkritik zu "Late Night with the Devil"

Vor einiger Zeit war Jack Delroy (David Dastmalchian) einer der beliebtesten Fernsehmoderatoren der USA und seine Late-Night-Show "Night Owls" erfreute sich an zahlreichen Fans und guten Quoten. Nach dem plötzlichen Tod seiner Frau Madeleine (Georgina Haig) begann sein Stern jedoch zu sinken und die Show droht im Jahr 1977 sogar die baldige Einstellung. So leicht möchte Delroy jedoch nicht aufgeben und hat sich für die Halloween-Episode der Show einiges einfallen lassen. So möchte er nicht nur einige passende Grusel-Themen in den Talks einstreuen, sondern auch mit der zwölfjährigen Lilly D'Abo (Ingrid Torelli) sprechen. Diese soll nach der Befreiung aus einer satanischen Sekte nämlich vom Teufel besessen sein... und Delroy möchte genau diesen aus dem Mädchen hervorlocken, um mit ihn live vor Kameras einige Worte zu sprechen. Der Found-Footage-Ansatz, den die Regisseure Cameron und Colin Cairnes, die auch das Drehbuch verfassten, hier verfolgen, erreicht natürlich nicht se...

Netflix kann es doch noch: Filmkritik zu "Rebel Ridge"

Per Fahrrad und mit einem ordentlichen Päckchen Geld in der Tasche trifft der Marine-Veteran Terry Richmond (Aaron Pierre) in der Kleinstadt Shelby Springs ein. Dort will er seinen Cousin Mike (Kaze Uzumaki) aus dem Gefängnis holen, indem er die Kaution von 10.000 Dollar hinterlegt. Noch bevor er dies tun kann, wird Terry jedoch von der städtischen Polizei aufs Korn genommen, verliert das Geld und muss somit einen anderen Weg finden, um seinen Cousin zu retten... der soll nämlich ins Staatsgefängnis verlegt werden, wo er aufgrund seiner Vergangenheit als Kronzeuge in Lebensgefahr schweben würde. Die einzige Hilfe scheint für Terry die junge Justizangestellte Summer McBride (AnnaSophia Robb) zu sein, doch auch diese scheint die Risiken innerhalb dieses Falls nicht zu arg tragen zu wollen. Als Terry weiter gräbt, kommt er nämlich einigen düsteren Geheimnissen bezüglich der örtlichen Polizei auf die Spur, die sich auch auf seinen Cousin auszuwirken scheinen... Hand aufs Herz - Netflix hat...

Nur oberflächlicher Suspense: Filmkritik zu "Don't Move (2024)"

Erst kürzlich verlor die junge Mutter Iris (Kelsey Asbille) ihren Sohn, als dieser während eines Familienausflugs von einer Klippe stürzte. An dem selben Ort möchte nun auch Iris ihrem Leben ein Ende setzen, als plötzlich der charmant wirkende Richard (Finn Wittrock) auftaucht. Dieser verwickelt Iris in ein Gespräch, woraufhin sie ihren Selbstmordversuch aufgibt... zumindest für diesen Zeitpunkt. Doch Richard selbst hat ganz andere Pläne: In einem Moment der Sicherheit attackiert er Iris und spritzt ihr eine Substanz, die ihren Körper binnen weniger Minuten lähmen wird, um sie zu entführen. Iris spürt, wie ihr Körper nach und nach aufgibt, doch ihren Kampfeswillen verliert sie nicht: Sie setzt dem Entführer alles, was sie noch geben kann, entgegen, um sich ihm zu erwehren... Dieser Film wird vordergründig mit einem großen Namen in Verbindung gebracht, ohne den es das Werk im Streaming-Katalog von Netflix wohl kaum zu mehr als einer Randerscheinung geschafft hätte: Horror-Experte Sam Ra...

Nonnen-Horror zum Hundertsten: Filmkritik zu "Immaculate (2024)"

Nach einem traumatischen Ereignis in ihrer Kindheit hat sich Cecilia (Sydney Sweeney) dazu entschlossen, ihr Leben Gott zu widmen. Als Nonne kommt sie in einem Kloster in Italien an und freut sich sehr auf ihren neuen Lebensabschnitt. Schon früh spürt sie aber, dass das Kloster nicht der Ort ist, den sie sich zuvor erträumt hat, denn die Abneigung manch einer ihrer Schwestern oder finstere Blicke der Damen um sie herum sind noch nicht das Finsterste, was sie hier erwartet. Als ihre Vorgesetzten sie plötzlich mit durchaus seltsamen und intimen Fragen traktieren und letztendlich eine unglaubliche Neuigkeit auf sie wartet, beginnt Cecilia zu verstehen, dass in diesem Kloster das Grauen auf sie wartet... in einer Form, die sie sich nie hätte vorstellen können. Es geht wieder ins Kloster. Gefühlt besucht jeder dritte Horrorfilm dieser Tage eben dieses Setting und meistens haben sie dann doch nichts Neues zu berichten. Das kann manchmal, dank einer knackigen und schaurigen Inszenierung, noch...

Was für ein Abstieg: Filmkritik zu "Abigail"

Sechs Kriminelle werden angeheuert, um die zwölfjährige Abigail (Alisha Weir) zu entführen und sie anschließend in ein entlegenes Herrenhaus zu bringen, wo sie vierundzwanzig Stunden mit dem Opfer warten sollen, bis das Lösegeld ihres schwerreichen Vaters eingetroffen ist. Wer der Vater des Mädchens ist? Das wissen die Entführer selbst nicht und wollen es auch nicht wissen - je mehr Informationen sie haben, desto schwieriger könnte die Sache am Ende nämlich werden. Schon bald merken die vier Männer und zwei Frauen jedoch, dass ihnen offenbar jemand ein Schnippchen geschlagen hat, denn in diesem Herrenhaus kommt es bald zu einer blutigen Tat... und eine Flucht scheint ab diesem Moment völlig unmöglich. Ich habe zuvor praktisch nichts über "Abigail" gewusst und ich kann jedem, der eine Sichtung dieses Films in Betracht zieht, nur dazu raten, dies ebenso wie ich zu handhaben. Der Trailer spoilert das eigentliche Geheimnis des Films nämlich rigoros... und dieses kommt hier erst n...

Endlich (ein paar) Antworten: Filmkritik zu "Der Schacht 2"

Im "Schacht" fährt eine große Steinplatte voller Essen über hunderte Stockwerke hinab - die Bewohner der unteren Etagen können nur essen, was die oben lebenden übriglassen. Perempuan (Milena Smit) ist gerade auf einer der höheren Etagen gemeinsam mit ihrem Zellenbewohner, dem Straftäter Zamiatin (Hovik Keuchkerian) erwacht und wird Zeuge davon, wie andere Bewohner des "Schachts" ein komplexes Regelwerk durchsetzen wollen. Nach diesem soll es möglich sein, alle Bewohner bis in die untersten Etagen mit den Speisen auf der Steinplatte zu ernähren. Doch als sich einige wenige nicht an die Regeln halten und somit die Speisen der anderen ruinieren, werden diese Gesetze angezweifelt... und besonders Zamiatin scheint alsbald die Kontrolle zu verlieren. "Der Schacht" kam im Jahr 2020 auf Netflix förmlich aus dem Nichts und war dementsprechend aufgrund seiner cleveren Grundidee ein ziemlicher Faustschlag direkt in die Magengegend. Einen solchen kann die offizielle ...

Dev Patel's Regiedebüt: Filmkritik zu "Monkey Man"

Der junge Ringkämpfer Kid (Dev Patel) ist schon sein ganzes Leben lang durch die Hölle gegangen - so verlor er seine Mutter bei einem gewaltsamen Überfall und kriecht seitdem förmlich durch den Dreck. So weit am Boden nimmt er sogar die Gelegenheit an, in dem Edel-Bordell "King's Club" zu kellnern, in welchem junge Frauen an reiche Männer verschachert werden. Kid verfolgt dabei jedoch nicht nur den Plan, endlich mehr Geld zu verdienen als im Ring: Der Mörder seiner Mutter, Polizeichef Rana (Sikandar Kher), geht im "King's Club" ein und aus. Nach und nach versucht Kid, in den Rängen des Bordells aufzusteigen, um irgendwann in die Nähe des Polizeichefs zu gelangen... und endlich blutige Rache für den Tod seiner Mutter zu üben. Das Regiedebüt des Schauspielers Dev Patel, der vor sechzehn Jahren mit dem achtfach oscarprämierten Meisterwerk "Slumdog Millionär" zu Weltruhm gelangte, steckt voller Ambitionen, was man dem Werk von Anfang bis Ende anmerkt....