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Nur oberflächlicher Suspense: Filmkritik zu "Don't Move (2024)"

Erst kürzlich verlor die junge Mutter Iris (Kelsey Asbille) ihren Sohn, als dieser während eines Familienausflugs von einer Klippe stürzte. An dem selben Ort möchte nun auch Iris ihrem Leben ein Ende setzen, als plötzlich der charmant wirkende Richard (Finn Wittrock) auftaucht. Dieser verwickelt Iris in ein Gespräch, woraufhin sie ihren Selbstmordversuch aufgibt... zumindest für diesen Zeitpunkt. Doch Richard selbst hat ganz andere Pläne: In einem Moment der Sicherheit attackiert er Iris und spritzt ihr eine Substanz, die ihren Körper binnen weniger Minuten lähmen wird, um sie zu entführen. Iris spürt, wie ihr Körper nach und nach aufgibt, doch ihren Kampfeswillen verliert sie nicht: Sie setzt dem Entführer alles, was sie noch geben kann, entgegen, um sich ihm zu erwehren...

Dieser Film wird vordergründig mit einem großen Namen in Verbindung gebracht, ohne den es das Werk im Streaming-Katalog von Netflix wohl kaum zu mehr als einer Randerscheinung geschafft hätte: Horror-Experte Sam Raimi, dem wir unter anderem die "Tanz der Teufel"-Reihe, aber auch die "Spider-Man"-Trilogie mit Tobey Maguire zu verdanken haben, saß bei "Don't Move" auf dem Produzentenstuhl. Wirklich etwas merken tut man von seiner Beteiligung aber nicht, weswegen man nahe dran ist zu glauben, dass Raimis Mitarbeit in erster Linie für das Marketing gut war. Das hat auch geklappt, sitzt dieser kleine Thriller derzeit doch auf Platz 1 der Netflix-Charts und wird dementsprechend wohl mehr als solide geklickt. Durchaus gelingen dem Regie-Duo Brian Netto und Adam Schindler bisweilen einige spannende Szenen, die immer deswegen recht intensiv sind, weil sich die Protagonistin alsbald nicht mehr auf ihren Körper verlassen kann und versuchen muss, einzig und allein mit ihren Augen irgendwie auf sich aufmerksam zu machen und sich aus bedrohlichen Situationen zu retten.
Auf die innere Logik dieser sehr simplen Geschichte haben Schindler und Netto dabei aber weniger geachtet - die Spannungskurve ist selbst in eigentlich packend aufgebauten Szenen nicht wirklich sinnig, da man mit dem Blick auf die noch ausstehende Laufzeit im Grunde stets weiß, für wen diese Momente denn nun "gut" ausgehen werden. Zudem verhält sich besonders Antagonist Richard stets ziemlich dummdreist: Laut eigener Aussage tut er Dinge wie diese bereits seit längerer Zeit, weswegen man ihm eine gewisse Erfahrung in der Entführung junger Frauen nachsagen sollte. Tatsächlich tappt Richard aber mit Anlauf in etliche Fallen und gibt sich ständig naiv die Blöße. Das soll natürlich immer wieder zu packenden Hoffnungsschimmern, die dann entweder verblassen oder sich dennoch vertiefen führen, geht jedoch auf Kosten der Bedrohung durch den Feind. Denn diesem traut man im Kern nicht mehr zu, dass er die Situation auch nur annähernd unter Kontrolle hat, weswegen er als Gegenspieler nur im Vorteil ist, weil sich die Person ihm gegenüber nicht mal bewegen kann... und das ist in der Tat schon ziemlich schwach.
Finn Wittrock kann seinem recht schablonenhaften Psycho-Killer dabei nur wenig Gewicht verleihen kann, was in erster Linie die Schuld des Drehbuchs ist. Dieses gesteht den beiden Hauptfiguren allerhöchstens ganz oberflächliche Manirismen und Eigenschaften zu, was bei Heldin Iris aus eher nichtssagenden Rückblenden und bei Richard auf einen überraschenden, aber in dieser Form auch zu nichts weiter führenden Hintergrund hinausläuft. Die Darstellung von Kelsey Asbille mag man in der Form beeindruckend finden, dass sie über den weitesten Verlauf des Films nur über ihre Augen kommunizieren kann... was sich dabei in ihrem Gesicht abspielt, ist durchaus packend. Das reicht aber nicht, um über die großen Schlaglöcher im Skript und die arg konstruiert wirkenden Suspense-Szenen hinwegzutäuschen. "Don't Move" hat sein Pulver nach dreißig Minuten quasi komplett verschossen und verbleibt danach im unglaubwürdigen Tonfall. Das mag weder mitreißen noch überraschen und ist daher, bis zum völlig wirkungslosen Finale, eine ziemliche Flaute.

Fazit: Die Suspense-Szenen wirken konstruiert und vorhersehbar, auch wenn der Aufbau der Spannungskurve zu Beginn gut funktioniert. Diese wird sich jedoch aufgrund von etlichen Plotholes und Glaubwürdigkeitsproblemen sowie schablonenhaften Figuren erkauft, weswegen der Film in seiner Gewolltheit eher vor sich hindümpelt.

Note: 4



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