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Marvel Zombies

Vor fünf Jahren ist in der Welt eine Zombie-Epidemie ausgebrochen - mittlerweile leben nur noch vereinzelte Menschengruppen, die für sich ums Überleben kämpfen. In dieser tristen Apokalypse finden die Superheldinnen Kamala Khan, Riri Williams und Kate Bishop in einem verlassenen Jet einen Gegenstand, der diese Bedrohung endgültig ausrotten könnte: Ein geschrumpfter Transmitter, der in den Weiten des Weltalls einen Kontakt zum Nova-Core herstellen und somit die langersehnte Rettung bringen könnte. Mit der möglichen Rettung der Menschheit in ihren Händen kämpfen sich die drei Freundinnen durch allerlei Gefahren, treffen dabei andere Superhelden, welche die Apokalypse bis hierher überleben könnten und machen die Bekanntschaft mit einer finsteren Heldin, die mittlerweile die Kontrolle über die blutrünstigen Zombiehorden übernommen hat...

Wieder eine Animationsserie aus dem Multiversum des Marvel-Kosmos. Als hätten wir davon mittlerweile nicht genug, schickt sich Marvel Zombies keine zwei Monate nach dem Erscheinen von Eyes of Wakanda an, wieder mal eine Content-Offensive auf Disneys Streamingdienst anzuschieben. Die Besonderheit soll diesmal daran liegen, dass diese Serie keinesfalls für Kinderaugen gemacht ist und eine Version des Avengers-Universums bietet, in dem es sehr, sehr blutrünstig zugeht. Und das waren ausnahmsweise mal keine hohlen Worte, denn diese vierteilige Serie (mit Aussicht auf mögliche Fortsetzungen) ist in der Tat sehr brutal und geht mit unseren bekannten und geliebten Helden und Heldinnen alles andere als zimperlich um. Was dann aber nur zu Beginn wirklich frisch wirkt, denn über weite Strecken nutzt man die außergewöhnlich dünne Handlung dann eben doch nur für die erwartbaren und bekannten Action-Feste. Soll heißen: Es knallt die ganze Zeit in allerlei bunten Farben, während sich Helden und Zombies genüsslich die Köpfe einschlagen. Eben nur mit dem Zusatz, dass diesmal alles sehr brutal ist, was auf Dauer aber eben auch nicht reicht, um zufriedenzustellen.
Die Dialoge geraten dabei, wenn denn mal mehr als zwei Sätze geradeaus gesagt werden, äußerst funktional. Immerhin werden diese in der Originalversion von zahlreichen Marvel-Stars eingesprochen, während man für die deutsche Version nahezu alle bekannten Synchronsprecher*innen engagieren konnte - da fällt dann auch die Übersicht leichter, wenn man die Figuren vielleicht nicht sofort aufgrund des recht verwaschenen Zeichenstils, dafür aber anhand ihrer Stimmen zuordnen konnte. Dass man sich dabei zu weiten Teilen an den Charakteren bediente, die in der Post-Endgame-Ära zum Marvel-Universum stießen, macht Sinn, denn diese Heldenschar hat bislang ja noch nicht den ganz großen Eindruck machen können. Zudem stellte man dabei auch zahlreiche Nebenfiguren in die vorderen Reihen, was durchaus mal eine Abwechslung zu der ständigen Omni-Präsenz von Thor, Hulk und Co. darstellt... die hier aber dennoch für ein paar Auftritte vorbeilinsen. Ein echter Clou ist zudem das Einbinden einer Figur, die erst noch für die Zukunft des derzeitigen MCUs geplant ist, obwohl unklar ist, ob dessen Film anhand der enormen Produktionsprobleme überhaupt noch kommt: Wir sehen hier zumindest in Comic-Form die Version von Blade, die demnächst von Mahershala Ali gespielt werden soll. Das dürfte einige Fans dann doch in Verzückung versetzen.
Rein technisch bietet die Serie den selben Zeichenstil an, den wir schon aus den drei What If..?-Staffeln kennen - ob man sich mit diesem nun mittlerweile anfreunden kann oder nicht, dürfte reine Geschmackssache sein. Denn dieser Stil zaubert schon einige beeindruckende Bilder, hat aber auch nicht all zu viele Details zu bieten, weswegen er auf Dauer ermüdend wird. Da passt es, dass diese Staffel dann nach vier rund halbstündigen Folgen auch schon wieder vorbei ist, wobei man zu diesem Zeitpunkt spätestens von dem im Dauerkrach erstickten Finale längst übersättigt ist. Letztendlich bleibt also auch diese Serie ein reines Gimmick, ohne weitere Funktion für das große MCU, und nur dafür da, um die Fans irgendwie mit etwas Neuem bei Laune zu halten. Das ist dann zwar kreativ, nutzt sich aufgrund der recht lapidaren Dauer-Action und der schier nichtigen Handlung aber auch sehr schnell wieder ab. 

Fazit: Wie What If..? in richtig brutal - Marvel Zombies ist keinesfalls etwas für Kinder, in seiner Handlung aber auch so dermaßen steril und dünn, dass Erwachsene ebenfalls keine echte Freude daran haben dürften. An den brutalen Stil gewöhnt man sich schnell, ansonsten hat die Serie außer Massen an Explosionen und allerlei Blut einfach kaum etwas zu bieten.

Note: 4



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