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Percy Jackson - Die zweite Staffel

Als Percy Jackson (Walker Scobell) ins Camp der Halbblüter zurückkehrt, sieht er sich sogleich mit zahlreichen Problemen konfrontiert. Sein bester Freund Grover (Aryan Simhadri) wurde gekidnappt, zudem droht die schützende Barriere rund um das Camp aufgrund des Sterbens der magischen Fichte zu fallen und so Angriffe von außen möglich zu machen. Der Verräter Luke (Charlie Bushnell) profitiert von diesen Ereignissen und plant eigene Attacken gegen das Camp - etwas, das Percy zu verhindern versucht. Die Lokalisation des Aufenthaltsortes von Grover deutet zudem auf das sagenumwobene Meer der Ungeheuer, wo sich auch das Goldene Vlies befinden soll... die einzige Rettung für das Camp. Zudem muss sich Percy auch noch um seinen neuen Quasi-Bruder Tyson (Daniel Diemer), einen jungen Zyklopen, kümmern und einen verheerenden Streit mit seiner besten Freundin Annabeth (Leah Jeffries) klären...

Im Grunde ist die zweite Staffel von Percy Jackson in jeglicher Hinsicht ein Schritt nach vorne im Vergleich mit der ja ziemlich mauen ersten Season... und somit schon mal besser aufgestellt als die damalige Filmreihe, die mit dem zweiten Teil ja sogar noch schwächer wurde. Hier aber scheinen alle Beteiligten einiges dazugelernt haben. Gut, Hauptfigur Percy Jackson marschiert immer noch viel zu selbstverliebt durch die Gegend, was aber auch an der arg eitlen Performance des Hauptdarstellers liegt. Immerhin werden Percy aber nun neben seinen ständigen, neunmalklugen Kommentaren auch ein paar Schwächen in die Wiege gelegt, weswegen er auf seiner neuen Abenteuerreise auch mal straucheln und zaudern darf. Auch die anderen Figuren, wenn auch ohne jede Tiefe, werden ansatzweise ambivalenter gezeichnet, wodurch nicht nur die problematische Freundschaft zwischen Percy und Annabeth, sondern auch der Konkurrenzkampf mit Verräter Luke interessantere Seiten erhält.
Ein Fortschritt ist auch bei der Action erkennbar, die nun nicht wegweisend, aber vergleichsweise wesentlich kinetischer inszeniert ist. Besonders die Szenen auf hoher See profitieren nicht mehr nur durch gute Spezialeffekte, sondern auch durch eine Regie, die diese bildgewaltigen Szenen auch genauso einzufangen vermag, wie sie es sollten. Hin und wieder wird es sogar spannend und es entfleucht einem angesichts gigantischer Wellen und Wasserstrudel auch mal ein kleines "Wow". Das macht die recht vorhersehbare und dünne Geschichte, die sich hier erneut über acht bisweilen etwas langatmige Folgen zieht, nicht unbedingt wett, sorgt aber zumindest für mehr Kurzweil und Abwechslung. Dabei überzeugt nicht jeder Schritt des Abenteuers und vor allem eine Episode auf einer Art altertümlichen Schiff kommt doch recht banal daher. Im direkten Gegensatz gibt es aber auch genügend Szenen, die durchaus zu fesseln und auch zu amüsieren wissen.
Das große Finale ist dagegen etwas schwächer auf der Brust und auch die einzelnen Charaktere haben sich innerhalb dieser neuen Odyssee kaum weiterentwickeln dürfen. Was zeigt, dass Percy Jackson zwar durchaus solide Fantasy-Unterhaltung liefert, in Sachen Worldbuilding, Figuren und Atmosphäre aber nicht mal ansatzweise auf einem Level mit Harry Potter, Game of Thrones und Co. mitspielen darf. Westeros und Hogwarts quollen schier über vor magischen Details und cleveren Ideen, während die reine Grundidee rund um Percy Jackson zwar ein nettes Schaulaufen allerlei mythologischer Ungeheuer und Gefahren bedingt, die aber nur selten wirkliche Dringlichkeit besitzen und kaum über dauerhaftes Namedropping hinaus relevant sind. Das ist dann auf kurze Dauer durchaus unterhaltsam und hat immerhin bessere Action und nicht unbedingt interessantere, aber durchweg erträglichere Hauptfiguren zu bieten. Viel mehr ist Percy Jackson aber auch in seiner zweiten Season noch nicht.

Fazit: Ein deutlicher Fortschritt gegenüber der ersten Staffel hinsichtlich der Ausarbeitung der Figuren und der Inszenierung der Fantasy-Action. Die Geschichte bleibt dennoch sehr dünn und hinsichtlich der Ausarbeitung der Welt bleibt man weit hinter der großen Kino-Konkurrenz zurück.

Note: 3-



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