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The Wrecking Crew

Nach rund zwanzig Jahren kehrt der von seiner Familie völlig entfremdete Polizist Jonny (Jason Momoa) in seine Heimat zurück. Der Grund: Die Beerdigung seines Vaters. Besonders das Wiedersehen mit Jonnys Bruder James (Dave Bautista) steht dabei jedoch unter keinem guten Stern. Erst recht als Jonny die Vermutung äußerst, dass der plötzliche Tod ihres Vaters kein Unfall, sondern ein Mord war, reagiert James darauf höchst unwirsch. Mit der Zeit häufen sich jedoch die Anzeichen auf einen tatsächlichen Mord und Jonny beginnt auf eigene Faust in der Sache zu recherchieren. Als sich James ihm anschließt, kommt es zu einem Attentatsversuch auf das Leben der beiden... und die Brüder ahnen, dass sie nun in ein regelrechtes Wespennest gestochen haben.

Wenn man sich anschaut, was Prime Video in den letzten Wochen an originalen Actionfilmen geboten haben, kann einem schon leicht schwummrig werden. Gleich zum Jahresbeginn erwies sich Trap House als stinklangweilige Flaute, nur kurz zuvor stellte sich der mit Alan Ritchson und Kevin James prominent besetzte Play-Date als so dermaßen schlecht heraus, dass man der Vermutung aufsitzen konnte, die Filmemacher hätten sich hier einen miesen Scherz erlaubt. Und mit dem jüngst auf Prime Video angelaufenen The Wrecking Crew zeichnet sich nun ein eindeutiges Muster ab, denn zwar mag dieser Film nicht so dumm oder langweilig sein wie die beiden zuvor genannten Machwerke... doch ein generischer Actioner nach dem x-fach gesehenen Schema bleibt er dennoch. Über etwaige Schwächen wie die furchtbar dünne Geschichte und die unterentwickelten Figuren muss man sich dabei nicht wirklich aufregen, sondern eher darüber, dass die ganze Nummer darüber hinaus mehrfach in die völlig falsche Richtung entwickelt wurde.
Eigentlich sollte die Nummer nämlich eine Buddy-Komödie sein, wobei die Actionstars Jason Momoa und Dave Bautista als sich, wie es das Genre verlangt, kabbelndes Paar durch einen Haufen Explosionen schlagen. So weit, so gewöhnlich, aber auch mit allerlei Potenzial für nette Unterhaltung. Insbesondere Herr Bautista muss jedoch ein anderes Memo bekommen haben, denn der spielt seinen traurig dreinblickenden Soldaten so ernst, dass für den hier und da platzierten Humor kaum noch was übrig bleibt. Bautista spielt dementsprechend auch keinen der Bälle zurück, die Momoa ihm stets zuwirft, weswegen es mit der Buddy-Chemie ohnehin wieder Essig ist. Der Fast & Furious-Bösewicht scheint dieses Manko aber selbstständig ausgleichen zu wollen und agiert hier so unter Strom, mit solch einer kinetischen Energie, dass neben ihm ohnehin jeder verblasst. Das mag hier und da zu viel sein, aber Momoa hat eben solch eine Ausstrahlung, durch die man ihm ungemein gerne zusieht... und bei ihm sitzen dann auch immer wieder die flotten Sprüche, was sich dann durchaus positiv auf den Spaßfaktor auswirkt.
Aber das wars dann eigentlich auch, denn für einen Film der Marke "Action-Komödie" geht es sonst oft sehr rau zu. Die Actionszenen sind bisweilen sehr brutal, was zu selten ironisch gebrochen wird - gerade das Finale wirkt da schon regelrecht bedeutungsschwanger und dramatisch, wenn nur die Geschichte besser wäre. Über den reinen Blutgehalt hinaus sind die Actionszenen ziemlich nett gelungen und profitieren vor allem von der Physis der beiden Hauptdarsteller. Nur eine Verfolgungsjagd, in welcher auch ein Hubschrauber involviert ist, fällt mal wieder unter die Marke "gottlos schlechte Effekte" und sieht dabei so grottig aus, dass man kaum vermuten würde, dass sich die Computertricks in den letzten vierzig Jahren irgendwie weiterentwickelt hätten. Wobei das bei einem Film, der ohnehin nur dazu da war, um mal wieder irgendeinen Streaming-Dienst zu füttern, womöglich auch der Innovation zu viel gewesen wäre und gerade da bekleckert sich Prime ja wirklich kaum mit Ruhm. Dank Jason Momoas herrlich-durchgeknallter Attitüde kann man mit dieser Nummer also schon zwei Stunden lang Spaß haben. Wer aber darüber hinaus etwas sehen will, das nur ansatzweise gehaltvoll herüberkommt oder zumindest aus der dramatischen Familien-Ausgangslage etwas macht, der muss sich erwartungsgemäß woanders umsehen.

Fazit: Auch wenn es hier und da unterhaltsam kracht und Jason Momoa als freidrehender Cop wirklich gefällt, bleibt angesichts der dünnen Geschichte, eines kaum überzeugenden Dave Bautista und der reinen, generischen Ader dieses Actionfilms auch oft Langeweile übrig.

Note: 4+



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