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His & Hers

Nach einem Jahr Pause kehrt die Moderatorin Anna (Tessa Thompson) an ihren Arbeitsplatz zurück - sehr zur Überraschung ihrer Kolleg*innen und Vorgesetzten. Um sich sogleich gegenüber ihrer Konkurrentin Lexy (Rebecca Rittenhouse) zu beweisen, möchte sie mit einer echten Top-Story aufwarten. Im Grunde spielt es Anna dabei in die Karten, dass am Vorabend offensichtlich ein Mord geschehen ist und sie sich gemeinsam mit dem Kameramann Richard (Pablo Schreiber), bezeichnenderweise Lexys Ehemann, an den Tatort begeben und gleich live von diesem berichten kann. Indes übernimmt Detective Jack Harper (Jon Bernthal) die Ermittlungen... und die diffuse Beziehung, in welcher er zu Anna steht, soll diesen Fall noch mehrmals überschatten. Bei der Suche nach dem Killer muss Harper zudem gleich in mehrere Richtungen denken, die ihn sogar selbst in die Bredouille bringen.

Netflix sorgt auch im neuen Jahr dafür, dass wir mit allerlei großen Serien-Highlights versorgt werden - und das im Grunde von Anfang an. So ist erst vor wenigen Tagen das gigantische Stranger Things-Finale über die Bildschirme gezogen und hat somit das Ende einer der größten und wichtigsten Serien der letzten zehn Jahre beschlossen. Im weiteren Jahr wird der Streaminggigant zudem noch mit langersehnten Fortsetzungen zu Hits wie One Piece oder Avatar - Herr der Elemente aufwarten. Und auch die Mini-Serien gehören weiterhin zum festen Repertoire, was Netflix gleich zum Jahresbeginn mit einem feinen, kleinen Highlight unterstreicht. Denn die auf einer Romanvorlage beruhende, sechsteilige Serie His & Hers liefert quasi durchweg packende Krimi-Unterhaltung, bei der sowohl die sensibel gezeichneten Hauptfiguren überzeugen als auch der Crime-Plot an sich, der mit allerlei Wendungen und Verstrickungen gut bei der Stange hält.
Mit nur sechs Episoden, die allesamt um die vierzig Minuten lang sind, wirkt diese Show im Vergleich mit anderen, ausladenden Serien ziemlich kompakt... und das ist in diesem Fall etwas sehr Gutes. Denn aufgrund der vergleichsweise kurzen Laufzeit kann man sich hier auf das Wesentliche konzentrieren und muss sich nicht bemühen, die Geschichte künstlich aufzublähen. Dennoch bleibt mehr als genug Zeit, um in das Leben der zentralen Charaktere einzutauchen, bei den spannenden Ermittlungen dabei zu sein und neben dem vertrackt geschriebenen Krimi zudem auch noch einige packende, menschliche Episoden mitzunehmen. Es ist dabei besonders der grandiosen Energie (und gegenseitigen Chemie) von Creed-Star Tessa Thompson und dem ohnehin immer volle hundert Prozent gebenden Jon Bernthal zu verdanken, dass die Hauptfiguren so dermaßen energetisch ausfallen. Gerade Bernthal hat hier mal wieder eine solch charismatische und kraftvolle Performance zu bieten, dass ich diesem ewig hätte zuschauen können. Die gemeinsame Geschichte ihrer beiden Figuren ist dabei das oft stille und deswegen so treffsichere Highlight dieser Serie.
Eine Serie, die sich darüber hinaus zwar auch die ein oder andere Schwäche leistet, die aber angesichts der spannenden Geschichte nicht all zu arg ins Gewicht fällt. So fällt nämlich auf, dass einige Figuren bisweilen arg kopflos handeln und ihr wenig intelligentes Verhalten sich auch auf den eigentlichen Plot auswirkt. Denn man muss gewisse Entscheidungen von bestimmten Figuren schon schlucken, um daraufhin auch der Richtung, in die die Handlung deswegen läuft, noch folgen zu wollen. Darüber hinaus ist der zentrale Fall aber so clever vertrackt, dass wohl selbst die findigeren Hobby-Detectives unter uns kaum darauf kommen werden, wie dieser sich am Ende auflöst - und dass dies auch noch ausgesprochen rund und wenig effekthascherisch verläuft, ist ebenfalls mehr als erfreulich. So hat man hier zum Jahresbeginn gleich noch eine weitere, kleine Serien-Perle, die vier Stunden lang packende Unterhaltung bietet, auch wenn abzuwarten bleibt, wie sehr sie sich unter der noch kommenden Flut an Serien-Originals von Netflix wird behaupten können.

Fazit: Auch wenn die Serie um einige Schlaglöcher, die vor allem das wenig nachvollziehbare Verhalten einiger Figuren betreffen, nicht herumkommt, liefert uns Netflix dank spannender Hauptfiguren, einem wendungsreichen Krimi-Plot und zahllosen Überraschungen eine feine Serien-Perle, die auch von ihrer kompakten Laufzeit profitiert.

Note: 3+



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