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M3GAN 2.0

Zwei Jahre nach der Zerstörung der amoklaufenden KI-Puppe Megan (Amie Donald) hat eine Militäreinheit mit der noch intelligenteren Amelia (Ivanna Sakhno) einen KI-Roboter entwickelt, der nun als Waffe für hochgefährliche Missionen eingesetzt werden soll. Leider ist Amelia jedoch so intelligent, dass sie schon nach kurzer Zeit nicht mehr den Sinn darin erkennt, warum sie überhaupt Befehle befolgen sollte und macht ihr eigenes Ding - die Auslöschung der Menschheit ist dabei mit einigen Umwegen eines ihrer Ziele. Das kann die eigentlich totgeglaubte, aber sich tatsächlich noch immer versteckt haltende Megan aber nicht zulassen, da dies zwangsläufig auch ihrer Nutzerin Cady (Violet McGraw) und ihrer Tante Gemma (Allison Williams) schaden würde. Um Schlimmeres zu verhindern, tun sich die ehemaligen Feinde zusammen und begeben sich gemeinsam auf die Jagd nach der freidrehenden Amelia...

Der Erfolg von M3GAN im Jahr 2023 war so groß (neben einem erstaunlichen Einspiel an den Kinokassen entstand um die Titelfigur gar noch ein regelrechter TikTok-Hype), dass die Macher wohl dachten, mit dem Franchise nun alles tun zu können. Und generell vertrete ich da ja erstmal die Meinung, dass bei einer Fortsetzung gerne frische Ideen Einzug halten dürfen statt die Hangover-Nummer zu fahren und vollkommen safe einfach noch mal genau das selbe, nur mit winzigsten Variationen, zu machen. Dass dann aber schon bei einem zweiten Teil bereits das Genre gewechselt wird, ist ebenso selten wie mutig... und die Fans, die sich in die tanzende KI-Puppe vor allem aufgrund ihrer Position als hochintelligente Killerin verknallt hätten, wollten dahingehend dann auch nicht mehr wirklich folgen. Das Ergebnis: M3GAN 2.0 legte an den Kinokassen eine regelrechte Bruchlandung hin und sorgte dafür, dass weitere Teile in dieser Reihe zukünftig deutlich unwahrscheinlicher sein werden.
Im Normalfall würde ich mich an dieser Stelle nun auch ärgern und mokieren, warum das Publikum solch einen Mut zu neuen Ideen denn nicht einfach mal belohnt und stattdessen abstraft, damit die Studios die Lehren daraus ziehen, dass wir doch immer nur das Gleiche sehen wollen und dementsprechend demnächst wieder bekommen werden. Womöglich hatten die Fans aber auch ein feines Näschen für den Stoff, denn es gilt festzuhalten, dass der zweite Teil kein wirklich guter Film geworden ist - erst recht nicht im direkten Vergleich mit dem zwar simplen, aber letztendlich recht effektiven Original. Geblieben ist hier im Grunde nur eine recht schale Kopie des zweiten Terminator-Films, da auch hier nun die ehemalige Feindin als brutale Heldin auftritt und gegen eine andere Roboterform in den Kampf zieht - begleitet von einem Kind, welches sie beschützen will. Klingt fast wie ein Remake, wobei man einen Film wie diesen aber eigentlich nicht im gleichen Atemzug mit einem der größten Action-Klassiker aller Zeiten nennen sollte. Denn was hier an generischer Story aufgefahren wird, ist ziemlicher Blödsinn und nimmt in der zweiten Hälfte auch noch so viele unnötige Abzweigungen, dass die Erhöhung der Laufzeit um rund eine halbe Stunde deutlich spürbar wird und der Film im Mittelteil aufgrund etlicher, langwieriger Erklärbär-Szenen wahnsinnig durchhängt.
Trotz der blödsinnigen Story und dem Fokus auf viel zu viel albernen Humor (hier besonders vertreten durch Nebenfigur Cole, sicherlich einer der unlustigsten Sidekicks der jüngeren Kinogeschichte) langweilt man sich aber nie zu sehr. Das liegt daran, dass die Optik mal wieder äußerst gelungen ist und die einzelnen Actionszenen, auch wenn sie niemals wirklich originell daherkommen, durchaus Spaß machen. Das Ensemble hat erneut Freude daran, an diesem Franchise mitzuwirken und das wir nun gleich zwei Hauptattraktionen in Form gruseliger KI-Roboter bekommen, erhöht natürlich auch den Wert des Spektakels. Spannung kommt dabei zwar nie auf, doch da M3GAN 2.0 nun mal auch kein Horrorfilm mehr ist, fällt das weniger ins Gewicht. Erneut offensichtlich ist jedoch, wie man ein offenkundig sehr blutig geplantes, filmisches Schlachtfest mal wieder zugunsten einer niedrigeren Altersfreigabe zurechtkürzen musste - man spürt hier förmlich durchgehend, wo sehr halbgar etliche Schnitte angesetzt wurden. Es scheint also, als wäre die Luft aus dieser Reihe dann nun auch raus, denn wenn schon frischere Ideen plötzlich nur noch zu einem seltsamen Wust ohne jede Atmosphäre verkommen, dann darf man da auch einen Strich drunterziehen. Immerhin haben wir ein ziemlich gutes Original, an welches wir uns weiterhin erinnern können.

Fazit: In dem Versuch, bloß keine Kopie des erfolgreichen Erstlings abzuliefern, verheddern die Macher sich irgendwo zwischen einer cartoonesken Terminator-Kopie und alberner KI-Quatsch-Geschichte. Obwohl optisch sehr reizvoll und mit einigen knackigen, wenn auch arg harmlosen Actionszenen ausgestattet, ist die ganze Story drumherum so ein seltsamer Murks, dass man nur selten wirklich Spaß an Megans zweitem Auftritt hat.

Note: 4+



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