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The Morning Show - Die vierte Staffel

UBA heißt seit mittlerweile zwei Jahren UBN, nachdem eine Fusion mit einem Konkurrenzsender daraus ein mächtiges Medienimperium machte. Das sorgte jedoch nur für kurze Zeit für schwarze Zahlen, weswegen sich Senderchefin Stella (Greta Lee) nun voll und ganz auf die Olympischen Sommerspiele im Jahr 2024 einschießt und daraus ein echtes Medienereignis für ihren Sender machen möchte. Ausgerechnet während den Vorbereitungen leistet sich Alex Levy (Jennifer Aniston) einen Fauxpas, der rechtliche Folgen nach sich ziehen soll und den Sender die Rechte an den Spielen kosten könnte. Um irgendwie mit dem ganzen Brimborium umzugehen, steht die Überlegung im Raum, Bradley Jackson (Reese Witherspoon) zurückzuholen. Diese ziert sich jedoch... bis sie plötzlich eine anonyme Nachricht rund um eine mögliche Vertuschung bei UBA erhält und dieser Spur nachgehen möchte.

The Morning Show hat sich als eines der größten (und ja auch langlebigsten) Prestigeprojekte von Apple mittlerweile auf seinem eigenen Qualitätslevel eingepegelt. Die Produktionswerte bleiben hoch und angemessen, die Inszenierung ist hervorragend und der Cast macht seine Sache auch in der vierten Runde durch die Bank weg hervorragend. Dieser ist in dieser Staffel dann auch noch mal besonders beeindruckend, denn zu dem ohnehin von Anfang an höchst beachtlichen Star-Aufgebot rund um Jennifer Aniston, Reese Witherspoon, Billy Crudup, Nestor Carbonell und Jon Hamm stoßen nun auch noch drei neue Hochkaräter dazu: Einerseits Indiana Jones-Star Boyd Holbrook, der in dem dich ja stets drehenden Karussell aus Entscheidungsträgern bei UBN eine prägnante, herrlich großkotzige Rolle einnimmt; Oscarpreisträger Jeremy Irons als Alex' höchst zweifelhaft agierender Vater; und nicht zuletzt auch Marion Cotillard, die hier eine echte Schlüsselposition einnimmt und diese eindrucksvolle Besetzung mit einer weiteren Portion herrlichem Star-Appeal adelt.
Dieses illustre Schaulaufen aus echten Hollywood-Urgesteinen scheint aber auch darüber hinwegtäuschen zu wollen, dass sich sonst sehr viel bekannt anfühlt in der mittlerweile vierten Staffel dieser Serie. Die enorme Frische der ersten Season wird wohl nicht mehr erreicht werden, bis die Serie irgendwann (gerüchtehalber ja schon recht bald) zu ihrem Ende kommen wird, was daran liegt, dass man das Karussell aus persönlichen und beruflichen Dramen nicht immer neu drehen kann, ohne dass sich dabei mal die ein oder andere Sache wiederholt. So langweilt das erneute Liebesgeschichten-Gedöns alleine schon deswegen, da wir neuen Wein in alten Schläuchen bekommen und weitestgehend die altbekannten Dramen, nun nur in wechselnden Pärchen zu sehen bekommen. Auch das ewige Gerangel rund um die ganz hohen Positionen innerhalb des Senders dreht sich dabei erneut im Kreis - dass sich nun andere Charaktere auf den jeweiligen Führungspositionen befinden, reicht einfach nicht, um diesen (wenn auch weiterhin sehr fein geschriebenen) Kämpfen um die Macht des Fernsehens wirkliche Frische zu verleihen.
Trotzdem die Serie also bisweilen stolpert, verfängt sie sich nie zu arg. Erneut ist die Dramaturgie meistens clever genug, um all die verschiedenen Plots angemessen zu verästeln und letztendlich auf ein zwar arg überzeichnetes, aber auch sehr spannendes Finale zuzulaufen. Nicht alle Geschichten, die im Verlauf dieser Staffel aufgemacht werden, sind dabei noch wichtig, sodass letztendlich doch auch eine Menge Füllmaterial dabei ist. Im Gegensatz zu einigen vorherigen Seasons behält man aber besser den Überblick über das enorme Figurenarsenal und lässt jeden von ihnen mindestens einmal richtig stark zu Wort kommen. Für manche endet die Reise in dieser Staffel, andere werden wir definitiv noch wiedersehen - so bewegt sich hier weiterhin so einiges und auch wenn man es mit einem Plot, der eher an einen fiktiven Spionage-Thriller voller Klischees erinnert als an das eigentliche Frühstücksfernsehen-Drama... es bleibt irgendwie packend. Der Biss fehlt zwar weiterhin, mittlerweile ist alles im Grunde nur noch dramatisch und selten so richtig frech. Da man die Figuren aber innerhalb der letzten Seasons so lieben gelernt hat, ist es nun ein Leichtes, ihnen weiterhin zu folgen... auch wenn die Show aufgrund deutlich weniger, neuer Ideen darüber nachdenken sollte, bald in den Ruhestand zu gehen, um sich nicht irgendwann selbst zu überholen.

Fazit: Die Qualität bleibt, obwohl mittlerweile einige Ermüdungserscheinungen und der Hang zu arg effekthascherischen Thriller-Plots erkennbar sind, weiterhin ziemlich hoch. Der brillante Star-Cast, die knackigen Dialoge und der hohe Produktionsaufwand zahlen sich noch immer aus... aber es bleibt abzuwarten, ob das noch für weitere Jahre der Fall ist.

Note: 3+



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