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Happy Gilmore 2

Neunundzwanzig Jahre nach seinem großen Durchbruch hat sich Happy Gilmore (Adam Sandler) nach einem einschneidenden, traumatischen Ereignis aus dem Golfsport zurückgezogen und ersäuft seine Sorgen im Alkohol. Dann jedoch kommt der Weckruf: Seine Finanzen sind am Boden und um seiner Tochter Vienna (Sunny Sandler) eine professionelle Ballett-Ausbildung in Paris zu ermöglichen, greift er wieder zum Schläger. Diesmal winkt ihm jedoch nicht nur ein einfaches, großes Turnier, denn auf Seiten der Gegenspieler präsentiert sich die sogenannte "Maxi-Gold"-Liga möchte den aus ihrer Sicht angestaubten Sport mit jeder Menge Gimmicks modernisieren und das altehrwürdige Golf somit endgültig begraben. So geht es für Gilmore nun nicht nur darum, sein eigenes Leben wieder in den Griff zu bekommen, sondern sogar den Sport als Ganzes zu retten, indem er beweist, dass er es mit den großmäuligen Jungspunden noch aufnehmen kann...

Der erste "Happy Gilmore" hatte mir überraschend gut gefallen, weswegen ich mich auf die Fortsetzung freute. Tatsächlich hat diese dann auch ein paar eigene Ideen in petto, die sich dabei besonders auf die neue Maxi-Gold-Liga beziehen. Deren Golfturnier ist quasi die Neuerfinung des Sportspektakels und liefert dabei ganz neue Hindernisse und Tricks, um den Ball ins Loch zu bugsieren. Das ändert aber natürlich auch nichts daran, dass die Geschichte an und für sich wieder äußerst dünn geraten ist und Überraschungen darin nicht gewünscht sind. Was bei einem Film wie diesem aber natürlich nicht so wild ist, denn der möchte sicherlich kein oscarwürdiges Storytelling, sondern eine Menge Spaß bieten. Diesen werden besonders die hartgesottenen Fans des Originals sicherlich haben, denn das Sequel sprüht nur so vor Verbeugungen gegenüber dem ersten Teil. Die sind aber auch ein bisschen die Krux, denn abgesehen von ein paar neuen Drives, die in der Summe aber auch keinen sonderlich frischen Anstrich bieten, fühlt sich hier vieles nach einer schnöden Wiederholung an.
Rund die Hälfte aller Gags besteht dabei aus dem Wiederkäuen von exakt den Witzen, die der erste Teil schon machte. Manche werden das als nostalgische Verbeugung verstehen, doch wenn nun gefühlt jeder Gag des Erstlings hier noch einmal wiederholt und dabei höchstens leicht variiert wird, dann fühlt sich das eben eher nach einer etwas schalen Kopie an. Und wie das bei Witzen eben so ist, wenn man diese zweimal erzählt: Beim zweiten Mal wird im Normalfall weniger gelacht. Natürlich macht es dabei Freude, all die bekannten Gesichter und unzähligen Anspielungen zu entdecken und es kommen dabei auch durchaus einige Schmunzler rum. Eigene Ideen sind dabei aber Mangelware, sodass meist doch wieder dazu übergegangen wird, die einzelnen Posen, Highlight-Szenen und Running Gags des Vorgängers einfach erneut zu bringen... und das ist etwas faul. Dabei ist es zudem erschreckend,wie gering die Trefferquote der einzelnen Witze ist, denn nicht nur der durchgehende, unglaublich aufdringliche Nostalgie-Bait wirkt hier vor allem dann bemüht, wenn noch jede kleine Nebenfigur irgendwie wieder herausgekramt oder (im Falle des Todes des damaligen Schauspielers) noch mal thematisiert wird. Und auch darüber hinaus liegt die Trefferquote aufgrund einzelner, eher mauer Witzchen, die sich zudem irgendwann totlaufen, deutlich niedriger als noch beim Vorgänger.
Adam Sandler hatte aber offenbar Spaß daran, hier noch einmal in eine seiner kultigsten Rollen zu schlüpfen. Gemäß seines fortgeschrittenen Alters tritt er dabei jedoch immer wieder zurück, um den neuen Gesichtern deutlicher das Feld zu überlassen. Das wirkt recht eloquent und gibt nicht nur Sandlers talentierter Tochter Sunny erneut einige Gelegenheiten, um leise zu glänzen. Auch andere Figuren bekommen somit mehr Raum und die völlig entrückten, verstörenden Gestalten auf Seiten der Gegenspieler machen dabei durchaus Laune. Etwas schwieriger wird die Sache da schon bei diversen Rückkehrern des ersten Teils, denn hier wird die Wahnsinns-Stufe bisweilen doch zu arg hochgefahren, sodass zuvor ansatzweise normale Figuren wie die des ehemaligen Rivalen Shooter McGavin doch etwas zu leichtfertig als komplette Knallchargen dargestellt werden. Das gilt auch für den erneuten, diesmal deutlich längeren Gastauftritt von Ben Stiller - nach der ersten Freude, das Comedy-Urgestein auch hier wiederzusehen, sinkt die Laune alsbald, wenn man merkt, dass aus dieser Rolle eigentlich nicht viel mehr gemacht wird als einen alten, anstrengenden Gag auch hier noch mal zu Tode zu reiten.

Fazit: Fans des Originals werden dank zahlreicher Anspielungen durchaus ihre Freude am Sequel zu ihrem Lieblings-Sandler-Film haben. In dem Besinnen auf vollen Nostalgie-Bait gehen die neuen Ideen jedoch oft unter und die Qualität der Gags, die hier oft sehr bemüht daherkommen, hat definitiv nachgelassen und lässt einen gewissen Schwung vermissen.

Note: 4+



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