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Happy Gilmore

Eigentlich war es stets der große Traum von Happy Gilmore (Adam Sandler), ein erfolgreicher Eishockey-Spieler zu werden. Auf dem Eis offenbarte er jedoch keinerlei Talent, weswegen er sich nie für ein Team qualifizieren konnte. Als die Regierung droht, das Haus von Happys Großmutter (Frances Bay) aufgrund von Steuerschulden zu pfänden, sucht er nach einer Gelegenheit, das nötige Geld zu verdienen, um ebenjene Schulden zu begleichen. Dabei bemerkt er, dass er aufgrund seiner enormen Schlagkraft, die er sich beim Eishockey antrainiert hat, ein Händchen für Golf zu haben scheint. Der ehemalige Golf-Profi Chubbs Peterson (Carl Weathers) nimmt ihn daraufhin unter seine Fittiche und bringt ihn für ein großes Turnier mit einem saftigen Preisgeld in Stellung. An diesem nimmt jedoch auch der Profi-Golfer Shooter McGavin (Christopher McDonald) teil, der in Gilmore schon früh einen erheblichen Konkurrent sieht und diesen deswegen auszubremsen versucht...

Ich kann sehr gut verstehen, dass ausgerechnet "Happy Gilmore" in der langen Filmografie von Adam Sandler zu einem solchen Kultfilm geworden ist, der nach beinahe dreißig Jahren nun sogar eine Fortsetzung nach sich zieht. Denn selbst ich, der mit vielen Filmen Sandlers nie richtig warm wurde (auch wenn sich ein paar wenige, kleine Perlen unter ihnen finden), hatte durchaus Spaß mit diesem Werk. Das liegt inbesondere auch an Sandler selbst, oder besser an der Figur, die er hier verkörpert. Im Gegensatz zu vielen seiner anderen Werken, wo Sandler oftmals einen unausstehlichen Egomanen verkörpert, den das Skript unpassenderweise als sympathischen Helden in Stellung bringen will, ist er hier tatsächlich jemand, dem man die Daumen drückt. In den Golfsport steigt er hier nämlich weitestgehend aus sehr selbstlosen Motiven ein und möchte das Preisgeld, welches in Aussicht stellt, nicht für seine eigenen Ziele, sondern für die Rettung des Hauses seiner geliebten Großmutter einsetzen. Da fühlt sich die Reise dieses ansonsten recht emotional aufgeladenen Recken natürlich gleich ganz anders an.
Sandler selbst war in seiner langen Karriere auch innerhalb seiner simplen Komödienstoffe zwar schon besser aufgelegt, liefert hier aber eine solide Leistung. Die wirklich schillernden und somit erinnerungswürdigeren Performances überlässt er dabei seinen Kollegen, wobei sich besonders "Flubber"-Star Christopher McDonald als schmieriger Gegenspieler sowie der 2024 verstorbene Carl Weathers als charmanter Mentor mit kruder Holzhand ausgezeichnet nach vorne spielen. Für Filmfans sorgt zudem der zwar nur kurze, dafür aber ungemein komische Gastauftritt eines Komödien-Urgesteins als fieser Mitarbeiter in einer Seniorenunterkunft für einige Lacher. Und neben den Schauspielern gibt es zudem noch einen ganz anderen Star und das ist in diesem Falle die musikalische Untermalung. Die gewählten Songs sind hier zwar nicht originell, aber dennoch ganz vortrefflich gewählt und sorgen in den jeweiligen Szenen für richtige Stimmung.
Die Qualität der Gags gerät dabei recht wechselhaft, doch sind hier keine Totalausfälle wie in aktuelleren Sandler-Komödien zu beklagen. Natürlich ist die ganze Chose hier merklich überdreht und heutzutage kultige Szenen wie der Kampf mit einem Alligator oder diverse Unfälle, die immer wieder nebenstehende Personen auf katastrophale Art und Weise betreffen, sind selbstverständlich höchst albern angelegt. Was aber nicht heißt, dass sie nicht trotzdem witzig sind, sofern man für diese Art des skurillen Humors offen ist. Es gibt hier jedenfalls kaum unmoralische Fehltritte oder dämlichen Sex- und Toilettenhumor zu beklagen, was ja auch schon mal etwas Gutes ist. Und darüber hinaus treffen rund fünzig Prozent der Witzchen, auch im Slapstick-Bereich, ihr Ziel, während die anderen immerhin nicht großartig nerven. Leider verliert "Happy Gilmore" nach einer noch recht anarchischen, ersten Hälfte später ein wenig Biss, was auch den Hauptcharakter ein bisschen langweiliger macht. Das ist jedoch nur ein marginaler Kritikpunkt in einem ansonsten sehr soliden, kurzweiligen Filmchen, dass sich zurecht zu Sandlers besseren Werken gesellen darf. 

Fazit: Obwohl es dem Film in der zweiten Hälfte an dem Anarcho-Biss fehlt, der ihn zuvor ausmachte und einige Gags eher albern als wirklich witzig sind, gefällt "Happy Gilmore" durch seine sympathischen Figuren, einige treffsichere Slapstick-Momente und den feinen Soundtrack. Kein großer Wurf, aber eine nette Komödie mit einigen Highlights.

Note: 3



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