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The Bear: King of the Kitchen - Die dritte Staffel

Trotz aller enormer Hürden und Wagnisse ist es dem Team rund um Carmy (Jeremy Allen White) gelungen, das "The Beef" mit einem erfolgreichen, ersten Abend zu eröffnen. Seitdem läuft der Laden zwar gut und viele zufriedene Gäste werden willkommen geheißen, doch im Team sind die Spannungen kaum noch zu übersehen. Besonders zwischen Carmy und Richie (Ebon Moss-Bachrach) hängt der Haussegen mächtig schief, nachdem beide am Eröffnungsabend einen mächtigen Streit hatten. Dieser zieht sich noch immer, wobei Sydney (Ayo Edebiri) ständig in die heftigen Auseinandersetzungen der beiden Kollegen hineingezogen wird. Über allem schwebt die Angst vor einer bald erscheinenden Kritik über das neue Restaurant, welche Aufstieg oder Untergang bedeuten könnte...

Im direkten Vergleich zu den ersten beiden Staffeln fehlt es "The Bear" in seiner dritten Runde erst einmal merklich an einem großen Überbau. Ging es in der ersten Staffel noch darum, den völlig verschuldeten Sandwich-Laden von Carmy's verstorbenem Bruder zu retten und in der zweiten Staffel einen neuen Laden zu eröffnen, so mangelt es hier nun an einem großen Ziel, welches alle Haupt- und Nebenfiguren vereint. Stattdessen konzentriert sich die dritte Season auf den langsam um sich greifenden Alltag im neuen Restaurant. Es steht keine wirklich große Bedrohung oder eine riesige Hürde im Hintergrund, weswegen sich diese Staffel auf die einzelnen Charaktere und deren ganz eigene, oftmals vom Rest losgelösten Dramen und Kämpfe konzentrieren muss. Das führt dazu, dass über weite Strecken keine echte, zwingende Dynamik zu spüren ist und die Staffel von Beginn an etwas zerfasert daherkommt. Spürbar ist das auch dadurch, dass in einzelnen Episoden oftmals einzelne Konflikte eine Rolle spielen, während es kurz darauf wieder um etwas gänzlich anderes geht.
All diese Konflikte und Charaktere sind nach wie vor herausragend erzählt, man hat jedoch das Gefühl, dass die dritte Staffel auf allgemein hohem Niveau auf der Stelle tritt. Auch drehen sich einige Figuren mittlerweile im Kreis, was besonders bei Hauptfigur Calmy, der noch immer mit seinen eigenen Dämonen kämpft, zu spüren ist. Eine echte Weiterentwicklung ist nicht mehr bei allen zu entdecken, weswegen diese Staffel ausweicht und oftmals einen Blick in die Vergangenheit wagt - ganze Folgen drehen sich dabei darum, entweder bereits bekannte Szenarien noch einmal darzustellen oder die Vergangenheit von diversen Charakteren zu thematisieren. Am Ende hat man das Gefühl, im generellen Plot nicht wirklich weitergekommen zu sein und die Staffel an einem Punkt zu verlassen, welcher dem des Staffelbeginns recht ähnlich ist. Wenn man bedenkt, dass dazwischen zehn Folgen lagen, fühlt sich das nach recht wenig an.
Doch muss eine Serie wie "The Bear" überhaupt eine signifikante Plotentwicklung haben? Das Kernstück dieser nach wie vor beeindruckend komponierten Show waren schon immer die Figuren und ihre nicht immer spektakulären, dafür aber umso besser nachvollziehbaren Eigenschaften und Dramen. Und da das Schauspiel-Ensemble weiterhin so unglaublich gut agiert, fiebert man mit deren Figuren auch weiterhin mit, selbst wenn sich da auf dem Papier manchmal nichts weiter ergibt. Unter dem Cast tummeln sich mittlerweile zudem so viele große Stars, die bisweilen nur für Kurzauftritte vorbeischauen, manchmal aber auch einem höheren Zweck dienen, dass es eine wahre Freude ist, all die bekannten Gesichter zu entdecken. Und dann ist da auch noch die magisch wirkende Inszenierung, die ihre eigenen Stilmittel zwar bisweilen etwas zu redundant einsetzt (so zum Beispiel die ständigen Bilderabfolgen, wenn sich Figuren in Panikattacken an bestimmte, traumatische Momente ihrer Vergangenheit erinnern), aber generell immer noch wahnsinnig soghaft daherkommt. Neben einer mal wieder fantastischen Musikauswahl und der generell dichten Atmosphäre ist es jedoch nach wie vor der Cast, der diese Serie auch in etwas langwierigen Momenten mit ganz viel Leben füllt.

Fazit: Da es diesmal an einem übergeordneten Ziel fehlt, fühlt sich in der dritten Staffel vieles nach Füllmaterial an. Grandios inszeniertes und gespieltes Füllmaterial, aber eben dennoch Füllmaterial. Trotz einiger packender Charakter-Momente und eines mal wieder brillanten Casts ist diese Season deshalb die bislang schwächste der Serie.

Note: 3



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