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Burlesque

Ohne einen größeren Plan, aber mit vielen Träumen macht sich die mittellose Kellnerin Alice (Christina Aguilera) nach Los Angeles auf - dort will sie als Sängerin durchstarten. Schon bei ihrem ersten Besuch in einer angesagten Burlesque-Lounge, die von der selbst auf der Bühne stehenden Tess (Cher) geleitet wird, ist Alice hin und weg - sie will unbedingt ebenfalls dort auftreten, koste es was es wolle. Doch sowohl ihre Bitten gegenüber dem süßen Kellner Jack (Cam Gigandet) sowie ein Vortanzen vor der strengen Tess bringen den gewünschten Erfolg - letztendlich scheint Alice doch nur eine von vielen zu sein. Als ihre Konkurrentin Nikki (Kristen Bell) eines Tages zu einem Angriff ausholt, kann Alice mit ihrer Gesangsstimme kontern... und mischt damit den ganzen Laden nachdrücklich auf.

Man kann dem im Jahr 2010 lang erwarteten, an den Kinokassen aber erstaunlich mau gelaufenen Burlesque in einigen Dingen wahrlich nicht böse sein, denn was er im Fokus anteasert, löst er auch ein. Dementsprechend werden alle, die vor allem schmetternde Gesangseinlagen, farbenprächtige Kostüme und wuchtige Bühnen-Choreos sehen wollen (auch wenn der Schnitt letztere leider immer wieder unpassend abmildert), hier voll auf ihre Kosten kommen. Wenn Cher und Christina Aguilera ihre großen Songs zum Besten geben, während Frauen und Männer um sie herum in knappen, aber niemals zu sexuellen Kostümen körperlich völlig aufdrehen, dann ist das schon ein großer Spaß. Beide Sängerinnen sind nicht umsonst so groß geworden, wie sie es heute sind, weswegen Musical-Freunde hier wahrliche Freude haben werden.
Problematisch wirds nur darüber hinaus, denn ein Film benötigt eben auch noch eine Geschichte... und da ist den Machern dann wohl nur der absolute Bodensatz eingefallen. Der Plot rund um ein beliebtes, aber finanziell gefährdetes Lokal, welches von einem fiesen Geldschwein aufgekauft werden soll, wobei die Rettung durch ein junges Mädchen mit krasser Stimme naht, ist so dermaßen blass, dass sich einem die Nackenhaare aufstellen. Ähnlich banal sind auch die Dialoge und dass man dazwischen auch noch Subplots auffährt, die nicht nur aus der Klischeekiste stammen, sondern aus dieser gar noch hätten entfernt werden müssen, da sie noch klischeehafter sind als alle anderen, ist nicht nur ärgerlich, sondern auch traurig. So verdünnt man den ohnehin lauwarmen Plot noch mit einer Liebesgeschichte, die toxischer und unromantischer kaum sein könnte (dabei aber dringend romantisch sein will) und fährt Nebenfiguren auf, die praktisch durchgehend Nonsens von sich geben.
Dass Christina Aguilera anschließend praktisch in keinem Film mehr auftrat (von ein paar losen Sekundne-Cameos mal abgesehen), ist nur folgerichtig: Sie mag eine begnadete Sängerin und Bühnen-Entertainerin sein, was sie hier auch zeigen darf, aber eine Schauspielerin ist sie nicht. Das sieht man nicht nur an ihren stetigen, merkwürdig leeren Blicken, wenn sie auf irgendetwas Emotionales reagieren soll, sondern auch daran, dass sie schier zu einer Salzsäule erstarrt, sobald sie mit einem ihrer Co-Stars arbeiten muss. Und wenn man Aguilera dann auch noch echte Könner ihres Fachs an die Seite stellt, wie es der große Stanley Tucci oder auch Battle of the Sexes-Star Alan Cumming (leider in einer viel zu kleinen Rolle) nun mal sind, dann wird die Nummer für die junge Sängerin sogar richtig peinlich. Mit Cher wird immerhin noch ein Superstar aufgestellt, der sowohl singen als auch spielen kann - ihre gemeinsamen Szenen mit Tucci sind dabei trotz der lauen Dialoge echtes Gold. Doch auch sie können Burlesque leider nicht davor bewahren, dramaturgisch eine echte Pleite zu werden.

Fazit: Von außen gold-glänzend, mit bravourösen Gesangsdarbietungen und spektakulären Shows. Innerlich aber völlig hohl, mit einem Plot, der an Banalität kaum zu überbieten ist und einer Hauptdarstellerin, die sicherlich grandios singen, aber keinesfalls spielen kann. Die Fallhöhe zwischen der offensichtlich überforderten Aguilera und echten Könnern wie Cher oder Stanley Tucci ist so hoch, dass es fast schon amüsant ist.

Note: 4+



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