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The Descent 2 - Die Jagd geht weiter

Eine Rettungsmannschaft, bestehend aus mehreren erfahrenen Höhlenkletterern, sucht in den Wäldern der Appalachen nach den sechs verschollenen Frauen, allen voran aber nach der Senatorentochter Juno (Natalie Mendoza). Der Polizei und dem Team spielt es dabei in die Karten, dass die einzige Überlebende der Höhlen-Hölle, Sarah (Shauna Macdonald), diesen förmlich in die Arme läuft. Da Sarah deutliche Schwierigkeiten damit hat, sich an Details zu erinnern und man ihr die Geschichten von in den Höhlen lebenden Monstern, die ihre Freundinnen getötet haben, nicht abkaufen will, schleppt man diese als Führerin mit, um Juno und die anderen Frauen zu finden. Dabei läuft das Team aber direkt in eine Todesfalle, denn die gefräßigen, blinden Mutanten warten unter der Oberfläche des Waldes nur auf neue Nahrung...

Wenn insbesondere ein recht kostengünstig produzierter Horrorfilm nur ansatzweise zum Überraschungs-Hit wird, dann muss eine Fortsetzung her - ganz gleich, ob das dramaturgisch nun passt oder überhaupt auch nur eine gute Idee ist. Und da The Descent im Jahr 2005 in mehrfacher Hinsicht ein echtes Brett war und bis heute zahlreiche Fans hat, musste drei Jahre später natürlich ein Sequel her... auch wenn der Erstling so passend endete, dass danach nichts mehr kommen musste. Das wusste wohl auch Neil Marshall, der Regisseur des Originals, der sich offensichtlich nicht nach einer Wiederholung dessen, was er ja schon abgeliefert hatte, sehnte und dem Projekt fernblieb. Stattdessen übernahm Cutter Jon Harris die Regie und lieferte damit sein Debüt ab. Und als solches macht er seine Sache nicht schlecht und hält vor allem deutlicher drauf, wenn es an die höchst brutalen Attacken der mutierten Kriecher in den Höhlen geht. Der Aufbau einer solch schneidenden Atmosphäre, die damals ja auch durch das hin und wieder frustrierende Schnittmassaker und die wilde Kamera entstand und somit erst echten Terror möglich machte, gelingt Harris so aber nicht erneut.
Auch sonst bleibt The Descent 2 hinter dem Original eindeutig zurück, was vor allem daran liegt, dass man hier nichts Neues versucht, sondern den Vorgänger über weite Strecken erstaunlich frech kopiert. Zwar ist mit Sarah die Überlebende des ersten Teils wieder an Bord, doch bis zum letzten Drittel ergibt sich daraus kein Plot, der irgendwie anders oder überhaupt wie eine echte Fortsetzung daherkommen würde. Stattdessen begnügt man sich mit dem Alibi, einfach weitere Figuren (diesmal eben ein Rettungsteam) in die Höhlen zu schicken, um diese dann nach und nach zu dezimieren. Eine Wiederholung von etwas, was damals gut funktioniert hat, kann zwar klappen, doch da der Überraschungs-Faktor des Erstlings zwangsläufig nicht mehr aktiviert werden kann und die Regie wie erwähnt auch nicht so kreativ und auf Atmosphäre bedacht agiert, fällt das Sequel nach allen Regeln der Filmwelt sowieso ab.
Ansonsten liefert der Film aber alles, was eine typische Horror-Fortsetzung haben muss: Die Kills sind noch brutaler, im direkten Gegensatz sind die Figuren aber noch konturloser. Wo der Vorgänger schon nicht sonderlich viel auf tiefergehende Charakteristika der sechs Frauen gab, diesen aber immerhin noch eine glaubwürdige Dynamik untereinander spendierte, hat hier eigentlich keine Figur groß etwas zu melden. Sie bleiben alle austauschbar und wer hier eher früher als später das Futter für die fiesen Mutanten sein darf, ist von Anfang an recht klar... wobei Ausnahmen hier natürlich die Regel bestätigen, denn zwei Überraschungen gibt es diesbezüglich schon. Wer jedoch ein echter Gegner der sehr wilden und bisweilen ziemlich unübersichtlichen Regie des Vorgängers war (was so natürlich gewollt und auch durchaus dienlich war, aber verständlicherweise hier und da für Frust sorgte, da man irgendwann gar nicht mehr wusste, wo oben und unten ist), dürfte mit dieser durchweg übersichtlicheren, aber auch glatteren Inszenierung glücklicher werden. Man muss nur damit leben, dass das alles fast wie ein Remake daherkommt und die wenigen Wendungen gegen Ende, die hier zumindest ein bisschen versuchen, etwas Neues zu erzählen, da auch nicht viel rausreißen. Einen echten Turn hätte man sich dabei, da die Reihe seitdem brach liegt, sogar besser verkniffen, denn dieser wirkt ebenso unpassend wie schlecht (weil gar nicht) vorbereitet.

Fazit: Eine Wiederholung des ersten Teils, die zudem deutlich geradliniger, aber auch langweiliger inszeniert ist. Man sieht zwar mehr, fühlt aufgrund einer wenig schauerlichen Atmosphäre aber auch weniger. Etwas Neues fügt diese Fortsetzung, die erschreckend wenig zu erzählen hat, um ihre Existenz zu rechtfertigen, dem Original freilich nicht hinzu, hat aber hier und da seine spannenden Momente.

Note: 4+



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