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Influencer - Trau niemandem, dem du folgst

Eigentlich wollte die erfolgreiche Influencerin Madison (Emily Tennant) nur für eine Woche in Thailand bleiben und dabei ihren Instagram-Account, der sich vorrangig mit ihre Reise-Abenteuern auseinandersetzt, ordentlich auffüllen. Als sie dort jedoch die sich mit dem Land auskennende CW (Cassandra Naud) kennenlernt und sich spontan mit ihr anfreundet, verlängert sie den Aufenthalt... sehr zum Missfallen ihres in der Heimat wartenden Freundes und Managers Ryan (Rory J. Saper). Doch schon bald soll sich für Madison herausstellen, dass CW nicht nur erfreuliche Pläne auf dem Kerbholz hat und dass sich die Erkundung des für sie so fremden Landes letztendlich zu einem gnadenlosen Kampf ums Überleben wandelt.

Ich kann schon nicht mehr zählen, wie oft ich diesem Film bereits ausgewichen bin. Ich weiß nicht genau wieso, doch im letzten Jahr wurde mir Influencer im Grunde überall, vor allem jedoch im Streaming-Programm von Amazon Prime, immer wieder unter die Nase gehalten. Ich ignorierte diesen monatelang, nachdem ich mich zumindest kurz über ihn informiert hatte und davon ausging, dass ich es hier mit einer typischen Genre-Flaute zu tun hatte: Direkt fürs Heimkino entwickelt, ein Horrorfilm mit dem Thema der sozialen Medien als Inhalt (wie originell...), ein bescheuerter deutscher Untertitel, ein für mich komplett unbekannter Cast und ein generisches Poster. Alles sah nach dem üblichen, billig heruntergefilmten Trash-Filmchen für die Videotheken bzw. Streamer aus. Beim hundertsten Mal habe ich nun aber doch zugegriffen, da der Film schließlich ohne Zusatzkosten direkt bei Prime abrufbar war und ich somit zumindest sicher sein konnte, dass ich nur meine Zeit und nicht mein Geld verschwendete, sollte sich der Streifen erwartungsgemäß als Müll herausstellen.
Zumindest tat ich Influencer aber mit dem Wörtchen "billig" Unrecht. Es handelt sich hier nämlich nicht um ein kostengünstig heruntergefilmtes Stück Horror-Trash, sondern um eine durchaus achtbare, wenn sicherlich auch nicht sonderlich teure Produktion. Der Film ist, wenn auch ohne eigene Handschrift oder allzu originelle Ideen, durchaus solide inszeniert, von den (mir völlig unbekannten) Schauspielerinnen gut gespielt und hat zudem ein paar sehr hübsche Bilder der Urlaubsseite von Thailand zu bieten. An anderen Ecken und Enden merkt man jedoch, dass hier gespart wurde: So fallen selbst die wenigen Szenen, in denen ein wenig Blut spritzt, ungemein lahm aus, weswegen Horror-Fans, die auf ein wenig Action aus waren, hier definitiv nicht fündig werden - mal ganz davon abgesehen, dass sich der Film auch eher in Richtung eines Thrillers bewegt und dementsprechend nicht gruselig oder erschreckend daherkommt. Gespart hat man offensichtlich auch am Drehbuch, welches nach einem durchaus stimmungsvollen Beginn, der bis zum Laufen der Opening Credits nach rund 25 (!) Minuten noch gewisse Erwartungen weckt.
Sobald der Film dann aber irgendwie im Sattel sitzen sollte und zudem viel Zeit gebraucht hat, um eine gewisse Ausgangssituation herzuleiten, wars das auch irgendwie. Die Protagonistin, die uns hier präsentiert wird, ist ebenso unsympathisch wie wirr geschrieben und was sie eigentlich will, was ihr Ziel ist und worauf der Film als Ganzes so nun hinauslaufen möchte, das wird nie ganz klar. Und da Influencer in seiner Gesamtsituation schon früh erhebliche Logiklöcher offenbart oder es zumindest nie schafft, in seiner Austarierung auch nur ansatzweise nachvollziehbar zu sein, schaltet man hinsichtlich der Geschichte alsbald ab. Diese dreht sich dann hier und da noch ein paar Mal im Kreis, lässt gewisse Charaktere unspannend im Dunkeln tappen, während das Publikum gähnend und mit einem erheblichen Wissensvorsprung auf die unvermeidliche Eskalation wartet. Das ist dann schon arg langweilig, wobei sich die knappen neunzig Minuten bisweilen wie mehr als zwei Stunden anfühlen. Wenn ich diesen Film also auch beim hundertsten Mal noch ignoriert hätte, wäre mir außer ein paar hübschen Bildern von ebenso hübschen Stränden wohl wenig entgangen.

Fazit: Die Geschichte weckt zu Beginn noch gewisse Erwartungen, verheddert sich später aber so arg in den Wirrungen seiner seltsamen Hauptfigur, dem vorhersehbaren Thriller-Plot und dem Bemühen, völlig überraschungsfrei zu sein, dass man sich selbst bei nur 90 Minuten Laufzeit hochgradig zu langweilen beginnt.

Note: 4-



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