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Paris kann warten

Der erfolgreiche, amerikanische Filmproduzent Michael Lockwood (Alec Baldwin) befindet sich gerade mit seiner Ehefrau Anne (Diane Lane) auf Geschäftsreise in Europa. Nach einem Besuch beim Filmfestival in Cannes soll die Reise eigentlich weiter nach Paris gehen, wo die beiden gemeinsam Urlaub machen wollen. Wegen eines kurzfristigen Termins muss Michael jedoch nach Budapest fliegen. Da seiner Frau der Flug wegen einer Ohrenentzündung untersagt wird, springt Michaels französischer Geschäftspartner Jacques (Arnaud Viard) ein. Dieser schlägt vor, Anne mit dem Auto nach Paris zu kutschieren, wo die beiden Eheleute dann wieder aufeinander treffen können. Allerdings scheint Paris nicht das vorrangigste Ziel zu sein, denn Jacques unternimmt viele Pausen und Abwege, um der Amerikanerin seine Heimat näherzubringen... und vielleicht auch ihr vergebenes Herz erobern zu können.

Der erste, abendfüllende Spielfilm der im Jahr 2024 verstorbenen Eleanor Coppola, Ehefrau des Kult-Regisseurs Francis Ford Coppola, ist nicht wirklich gehaltvoll. Im Grunde scheint Paris kann warten nur darauf aus, möglichst viele (durchaus charmante) Urlaubskatalog-Bilder des hübschen Frankreich aneinanderzureihen. Der ständig plappernde Jacques übernimmt dabei schier die Rolle eines Fremdenführers, welcher nach und nach mehrere, eher unbekannte Stationen abklappert, dabei stets euphorisch von Essen, Kunst und Geschichte schwadroniert und aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommt. Dabei kommen durchaus ein paar sehr schöne Bilder herum und der Film wirkt, auch aufgrund seines schönen Soundtracks und des langsamen Schnitts, sehr unaufgeregt, nahezu selbst stetig anhaltend, um die Umgebung um sich herum wahrzunehmen und einzuatmen.
Da hätte es dann aber vielleicht auch ein charmanter Dokumentarfilm (ein Genre, welches ja eher das Steckenpferd der Coppola-Gattin war) getan, denn für einen richtigen, fiktionalen Film braucht es ja auch noch eine Handlung. Und ganz ehrlich: Auf dem Papier klingt das Bestreben des französischen Fahrers, die Frau und ihre Wünsche nach einer schnellen Reise nach Paris durchweg zu ignorieren, um sie gegen ihren Willen in diverse Restaurants und Hotels abzuschleppen und so hoffentlich ihr Herz zu gewinnen, obwohl sie mit einem seiner Geschäftspartner verheiratet ist, eher gruselig. Da kann der nette Franzose noch so charmant und kundig tun - es ist einfach kein legeres Verhalten. Der Film heißt dieses aber gut und strebt mitunter einfach noch ein paar höchst klischeehafte Szenen ein, in denen sich Michael Lockwood als nicht sonderlich erhabener Ehepartner auszeichnet, um Jacques' Verhalten irgendwie als okay zu erklären.
Und Diane Lane? Die muss die höchst undankbare Rolle der Frau, die zwischen zwei (beidsam unausstehlichen) Männern steht, ausfüllen. Das Drehbuch gibt ihr darüber hinaus praktisch keine eigene Note als von dem ach so charmanten Franzosen quasi entführt und über ihr ganzes Leben belehrt zu werden. Nicht mal eine höchst tragische Lebensbeichte rund um ein verstorbenes Familienmitglied von Anne kann diesen Tausendsassa ehrlich bremsen. Wäre Paris kann warten in seinen oft sehr charmanten Dialogzeilen, auch wenn sie in ihrem ständigen Schwämereien oft arg kitschig daherkommen, nicht doch noch so nett, man könnte den Film leicht hassen. Auch weil er darüber hinaus quasi nichts von Gehalt erzählen will und sich voll und ganz auf die netten Urlaubsaufnahmen und den vollkommen banalen Flirt verlässt. Es kommen dennoch immer wieder schöne Momente dabei herum und Arnaud Viard ist als dauer-qualmender und ständig essender Möchtegern-Charmebolzen auch irgendwie drollig.

Fazit: Ich konnte weder mit den blassen Figuren noch mit der an den Haaren herbeigezogenen und nicht gerade feministischen Geschichte wenig anfangen. Die Urlaubsbilder waren soweit ganz nett, so auch der unaufgeregte Regiestil, was aber nicht reicht, um über 90 Minuten wirklich bei Laune zu halten.

Note: 4



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