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Riddick: Überleben ist seine Rache

Erneut ist Riddick (Vin Diesel) auf einem unwirtlichen Wüstenplaneten gestrandet. Die Suche nach Nahrung und Wasser sowie der Kampf gegen mehr als gefräßige Monster, die den Hünen gerne zum Mittag verspeisen würden, wird für ihn zum Alltag und an eine Flucht denkt er schon gar nicht mehr. Doch dann holt ihn seine Vergangenheit ein: Kopfgeldjäger landen auf dem Planeten und suchen nach Riddick, auf den erneut eine ziemlich hohe Belohnung ausgesetzt wurde. Riddick tut daraufhin das, was er am besten kann - er baut Fallen und sammelt Waffen, um es mit den Männern aufzunehmen, die seinen Kopf in eine Truhe stecken und abliefern wollen.

Der zweite Teil, Chroniken eines Kriegers, ließ zumindest noch in Ansätzen erkennen, warum Vin Diesel nach der Jahrtausendwende ausgerechnet am Riddick-Franchise festhalten wollte. Denn nach seinen großen Erfolgen erteilte er, wie wir alle wissen, den Fortsetzungen zu The Fast and the Furious und Triple X erst einmal eine Absage (um später aber natürlich doch mit allerlei Karacho zurückzukehren, nachdem diese Franchises ohne ihr Aushängeschild abzusaufen drohten). Dass Diesel damals aber ausgerechnet mehr mit Riddick machen wollte, führte zu einem Problem, denn die Studios waren von dieser Franchise längst nicht so begeistert wie über jene, denen Diesel abgeschworen hatte. Nach Die Chroniken eines Kriegers, der zwar solide besprochen wurde, aber nicht ganz so solide lief, war dann also auch wieder Schluss mit der Reihe... auch da Diesel selbst sich über eine gewisse Zeit nicht als der ganz große Kassenmagnet herausstellte, mit dem man gerechnet hatte.
Einige Jahre später sah die Nummer aber wieder anders aus: Insbesondere die Rückkehr Diesels zum Fast & Furious-Franchise lief so gut und brachte in den 2010-er Jahren solch starke Hits hervor, dass man ihm dann doch wohl noch einen Wunsch erfüllen sollte. Nach den bärenstark gelaufenen Fast Five und Fast & Furious 6 durfte er also doch noch einen weiteren Film über den bösen Krieger Riddick machen. Da hatte zwar nicht wirklich jemand drauf gewartet, aber immerhin gings doch irgendwie weiter. Oder doch nicht? Man möchte dazu neigen zu sagen, dass es eigentlich so gar nicht weiter geht, denn in dem offensichtlichen Versuch, einen Blockbuster zu kreieren, der praktisch über keinerlei Handlung verfügt und die winzigen Story-Beats, die er irgendwie tragen muss, einfach dreist von den beiden Vorgängern mopst, kommt fast schon ein Anti-Film heraus. Die Geschichte lässt sich völlig banal mit Kopfgeldjäger ragen Riddick, Riddick tötet die dann zusammenfassen, was wir so auch schon in zwei vorherigen Filmen gesehen haben. Damals versuchte man immerhin noch eine Art Alibi-Überbau zu kreieren, aber der fällt selbst hier weg.
Und da bleibt dann natürlich nicht mehr viel. Die Computertechnik hat sich in neun Jahren weiterentwickelt, weswegen die visuellen Effekte nicht mehr ganz so lächerlich aussehen und aufgrund des Vermeidens von wildesten Schnitten gehen die vielen Actionszenen diesmal auch besser von der Hand. Darüber hinaus ist Regisseur David Twohy rein visuell aber nichts eingefallen, weswegen der gesamte Film im Grunde in der selben düster-roten Suppe herumschwappt, wobei man im Finale fast schon Schwierigkeiten hat, in der Dunkelheit überhaupt irgendwas zu erkennen. Aber man verpasst natürlich auch nichts, wenn man nichts sieht, denn außer Vin Diesels überragende Muskelberge weiß hier nichts zu beeindrucken. Diesel selbst knurrt dann ein paar Oneliner, der restliche Cast ergibt sich dem fleißig und darf im Grunde eh nur Nonsens der flachsten Sorte absondern. Eine Handlung findet dabei wie erwähnt nicht statt, was dem Trash-Gedanken dieser Reihe prinzipiell gut steht, aber angesichts der offensichtlich fehlenden Ereignisse auch katastrophal langweilt. Gegen Ende werden dem "Helden" dann auch noch einige sexistische Attitüden auferlegt, die regelrecht wütend machen. Man fragt sich also, wozu es diese Reihe braucht... und angesichts der Tatsache, dass Diesel schon lange versucht, einen vierten Film anzuschieben, möchte man sich glatt die Haare raufen. Ich wäre also froh, wenn mit dieser Nummer nun Schluss wäre, denn es ist nicht wirklich zu erwarten, dass dabei noch irgendetwas von höherem Belang oder zumindest etwas ansatzweise Unterhaltsames entsteht.

Fazit: Eine Handlung muss man mit der Lupe suchen, Vin Diesel grummelt sich weitestgehend solo durch eine leere CGI-Wüste und die Bilder fallen bemerkenswert spröde aus. Ein ziemlich dummer, von seinen Vorgängern klauender und ungemein langweiliger Film, der das Riddick-Franchise begräbt statt es wiederzubeleben.

Note: 5



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