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Ricky Bobby - König der Rennfahrer

Schon seit seiner Jugend träumt Ricky Bobby (Will Ferrell) davon, ein großer Rennfahrer zu werden. Als Erwachsener gelingt ihm die Erfüllung dieses Traums schließlich, als er spontan für einen ausgefallenen Fahrer einspringen muss und dabei ein unglaubliches Rennen fährt. Kurz darauf wird er gemeinsam mit seinem besten Freund Cal Naughton Jr. (John C. Reilly) zu einem echten Duo des Rennsports, welches viele Rennen gemeinsam gewinnt. Doch eines Tages leistet sich Bobby einen fatalen Fauxpas... und dann tritt mit dem französischen Fahrer Jean Girard (Sacha Baron Cohen) auch noch ein neuer Konkurrent auf den Plan, der Bobby seinen Ruhm und seine Karriere streitig zu machen droht. Auf der Rennpiste soll es schließlich zum entscheidenden Duell kommen...

Oh, schaut mal! Da steigt Will Ferrell aus einem gecrashten Nescar-Auto und springt wild herum, weil er glaubt, er würde in Flammen stehen. Aber er steht gar nicht in Flammen, er denkt das nur! Dann zieht er sich bis auf die Unterhose aus und springt weiter wild kreischend herum, als würde er brennen. Dann kommt John C. Reilly angerannt und spielt irgendwie mit. Und Will Ferrell schreit ganz viel und springt und kreischt. Und das geht ganz lange so, weil es so witzig ist. Und zehn Minuten später macht Will Ferrell das noch mal und schreit und kreischt und hüpft, weil er denkt, er würde in Flammen stehen. Und die Kommentare der umstehenden Leute sind dieselben wie davor. Und dann taucht der französische Rennfahrer auf, der schwul ist und Will Ferrell sagt, dass er seine Schwulheit riechen kann und ihn nicht mag, weil er schwul ist! Und dann brennt Will Ferrell wieder nicht, springt aber rum und will im Grunde immer nur rumvögeln.
Ich weiß, über Humor lässt sich nicht streiten - was ich witzig finde, finden andere vielleicht wieder völlig unkomisch und ich lache dann wiederum nicht über Dinge, die sie witzig finden... wie zum Beispiel über den Film Ricky Bobby. Wenn eine US-Komödie auf dem anderen Kontinent fortwährend starke Kritiken einfährt, bei mir aber überhaupt nicht zündet, dann erkläre ich das meistens damit, dass das Humorverständnis hierzulande ein anderes ist. Aber das kann eigentlich nicht stimmen, denn es gibt genauso deutsche Komödien, die ich fürchterlich finde als auch US-Comedys, über die ich mich kringelig lachen könnte. Deswegen kann ich auch nur sagen, dass ich Ricky Bobby für ein völlig unlustiges, ungemein angestrengtes und bisweilen hasserfülltes Ding halte, welches zwar durchgehend der gewollten Überzeichnung huldigt (und seinen Hass dementsprechend abmildert, weil er nie vorgibt, irgendwelche intelligenten oder sympathischen Charaktere darstellen zu wollen), aber trotzdem völlig daneben ist.
Mir ist klar, dass die Comedy-Stars, die sich hier in die Klinke in die Hand geben, für ihr wildes Improvisationstalent bekannt sind. Und im Normalfall kann ich über die improvisierten Ausfälle von Will Ferrell und besonders über Borat-Star Sacha Baron Cohen auch lachen. Hier aber findet sich keine Bühne für das Talent dieser Stars, die im Grunde stets nur die gleichen, unglaublich fahlen und abgestandenen Gags in minutenlangen Dialogen und Schreikrämpfen abspulen, was unfassbar bemüht daherkommt und allenfalls hier und da zu einem kleinen Schmunzeln gereicht. Dass sich der Film im Grunde durchweg über Frauen und Schwule hermacht, kommt leider nicht mal überraschend - das passt zu seiner ziemlich finsteren Attitüde, wo Möchtegern-Machos im Mittelpunkt stehen, die sich selbst ausschließlich über den Erfolg definieren. Was ein spannendes und auch witziges Thema sein könnte, woraus der Film aber nichts macht als eine reine (wenn auch überspitzte) Glorifizierung. Am Ende bleiben allenfalls ein paar nette Rennszenen und hier und da kleine Momente, die Potenzial gehabt hätten, im völligen Nonsens aber untergehen. 

Fazit: Banalste Komödie, die auf den Impro-Haudrauf-Humor seiner Hauptdarsteller gemünzt ist, wobei sich in den langwierigen, fast durchgehend zotigen und unglaublich pubertären Improvisationen aber nichts ergibt, was irgendwie meine Humorfarbe getroffen hätte. Ich fand die ganze Nummer durchweg nur anstrengend, öde und erstaunlich hässlich.

Note: 5



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