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Riddick: Chroniken eines Kriegers

Fünf Jahre nach den Ereignissen auf dem unbekannten, von geflügelten Aliens bewohnten Planeten reist Riddick (Vin Diesel), der sich eigentlich auf einem Eisplaneten zur Ruhe gesetzt hatte, nach Helion Prime, da dort jemand ein Kopfgeld von 1,5 Millionen auf ihn ausgesetzt hat. Dort angekommen erfährt er, dass sein alter Gefährte Imam (Keith David) das Kopfgeld befohlen hat, um Riddick auf seinen Heimatplaneten zu locken. Dort droht nämlich eine große Gefahr durch die Necromonger und ihren Anführer, den skrupellosen Lord Marshal (Colm Feore), die die Bevölkerung versklaven wollen. Dabei versuchen sie zudem das mystische "Underverse" zu finden und so die Welt zwischen Leben und Tod neu zu gestalten. Riddick ist entschlossen, den Kampf gegen die Feinde aufzunehmen, wird dabei jedoch selbst mit einigen Geheimnissen konfrontiert, die er gerne verdrängt hätte...

Man kann den Machern rund um Pitch Black keinesfalls vorwerfen, dass sie aus der damaligen, noch recht simplen Grundidee rund um einen finsteren Alien-Planeten und einen Sträfling, der auf diesem landet, nun nicht noch eine ganze Menge herausholen würden. Nun ist zwar auch der Plot der direkten Fortsetzung weit davon entfernt, sonderlich gehaltvoll zu sein, bemüht sich aber immerhin darum, ein gewisses Worldbuilding anzuschieben und auch die Titelfigur deutlicher auszubauen. Das Ergebnis ist ein Sci-Fi-Actioner, bei dem immer wieder von gewissen Elementen geredet wird und der Aufbau rund um eine gigantische Armee des Bösen und ein Konglomerat aus Planeten und Welten durchaus ein Gefühl der Größe kreiert. Auch die wenigen Sätze, die aus Riddick im ersten Teil noch solch eine mystisch angehauchte Figur machten, werden benutzt, um eben diesem nun noch mehr Vergangenheit zu geben. Aber im Grunde ist das auch nur Nebensache, denn weitestgehend geht es Regisseur David Twohy hier noch immer um die Action... und der war er vier Jahre später halt immer noch nicht gewachsen. 
Denn es stecken zwar eine ganze Menge richtig guter Ideen in diesem Sequel, gerade auch hinsichtlich der Actionszenen. So feuert man ein regelrechtes Feuerwerk ab, wenn es um einen Sonnenaufgang geht, der den Planeten um rund 700 Grad erhitzt... und die Figuren diesem zu entkommen versuchen. Auch wenn die Spezialeffekte, die damals schon nicht state of the art waren, viel zu hochgradig eingesetzt werden und der generelle Look der Sets durchgehend nach Kulisse aussieht, so entstehen hier durchaus ein paar prägnante Szenen. Doch Twohy ist leider immer noch kein guter Action-Regisseur, weshalb er die meisten Szenen wie ein Hyperaktiver auf Entzug schneidet - mit etlichen Schnitten pro Sekunde und einer durchweg wackelnden Kamera, die wahnsinnig nah dran am Geschehen ist. Im schlimmsten Fall erkennt man dabei gar nichts mehr, im besten Fall ärgert man sich über das vergeudete Potenzial einer eigentlich sehr spektakulären Szene. Wäre die Geschichte rundherum überzeugender, wäre dieses Manko noch vertretbar. Da aber auch die Mythologie dieser Episode vordergründig so aufgebaut ist, dass Riddick und die anderen Figuren von Actionszene zu Actionszene geführt werden und dazwischen höchstens wenige Minuten vergehen dürfen, in denen sich die Story kaum entfalten soll, ist solch eine banale Regie fast schon ein Todesurteil für diesen ansonsten sehr gut gemeinten Film.
Denn darüber hinaus erkennt man schon, dass die meisten Beteiligten das Potenzial dieser Reihe erkennen und dafür kämpfen. Allen voran Vin Diesel, der seine bedeutungsschwangeren Oneliner ebenso grummelig raunt wie Dominic Toretto seit rund fünfundzwanzig Jahren - ob man das nun, auch dank Viesels physischer Omni-Präsenz, nun obercool oder doch eher ein bisschen peinlich findet, soll jeder für sich selbst entscheiden. Definitiv peinlich agieren dafür die Nebenfiguren, für die man diesmal zwar einiges an Prominent herankarrte, diese dann aber in den seltsamen Kostümen alleine ließ und sie nur hier und da ein paar Floskeln aufsagen lassen wollte. Einer Schauspielerin wie Thandie Newton, die vier Jahre zuvor schon beim grausigen Mission: Impossible 2 völlig daneben griff, mag das genügen und auch Karl Urban fühlt sich in der Rolle des stoischen Bösewichts irgendwie wohl. Aber was nun eine Ausnahme-Schauspielerin wie Judi Dench in einem Projekt wie diesem soll, wenn sie letztendlich auch nur auf eine Handvoll Szenen kommt, in denen sie praktisch nichts von Belang tut, wird wohl das Geheimnis der Autor*innen und Caster*innen bleiben müssen. 

Fazit: Das Potenzial war da, doch leider wird die Vergrößerung des Riddick-Universums hier auch nur wieder für eine Aneinanderreihung mittelprächtiger und visuell recht matschiger Actionszenen genutzt. Hier und da erkennt man, was diese Reihe eigentlich sein könnte - säße nur ein Regisseur mit mehr Verve dahinter, der auch noch etwas anderes daraus machen möchte als das x-te Science-Fiction-Gekabbel.

Note: 4+



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