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Self Made: Das Leben von Madam C.J. Walker

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verdingt sich Sarah Breedlove (Octavia Spencer) als Wäscherin. Ihr Haarausfall beeinträchtigt sie zunehmend in ihrer Psyche, doch Rettung naht durch Addie Monroe (Carmen Ejogo), die mit einem Haarpflegeprodukt dazu in der Lage ist, wieder neue, starke Haare nachwachsen zu lassen. Nach ihrer eigenen, höchst positiven Erfahrung mit dem Produkt möchte Sarah in das Geschäft einsteigen, auch weil sie überzeugt davon ist, dass sie durch ihre eigene Geschichte viele weitere Kundinnen ansprechen kann. Das führt sie jedoch in einen direkten Konkurrenzkampf mit Addie, die Sarah nicht beschäftigen will, weswegen diese beschließt, ihren eigenen Weg zu gehen. Der Kampf zwischen zwei Frauen weitet sich jedoch mit der Zeit zu einem echten Spektakel aus, bei dem es schließlich nicht nur um den Rassismus, sondern auch um den generellen Feminismus bei schwarzen Frauen geht...

Die vierteilige Mini-Serie Self Made ist der perfekte Beweis dafür, dass es nicht nur eine kraftvolle und gute Geschichte braucht, um eine packende Serie zu erschaffen - die Umsetzung rundherum muss ebenfalls stimmen. So beruht die Serie zwar auf der durchaus Mut machenden und emotional anrührenden, wahren Geschichte von Sarah Breedlove, hat dem aber nichts entgegenzusetzen, was über diese Geschichte hinaus stimmig wäre. Und wenn wir ganz ehrlich sind: Eine Geschichte über eine anfänglich unterdrückte, später aber für ihre Rechte aufstehende Frau, die obendrein eine ganze Bewegung in Gang setzt und den Feminismus zumindest zeits- und ortsweise beeinflusst, haben wir in der Filmwelt so nun auch schon einige Male gesehen. Das mindert den Wert der wahren Geschichte nicht und im Kern brauchen wir solche Geschichten auch auf filmischer Ebene weiterhin. Aber wenn diese altbekannte Nummer dann darüber hinaus keinerlei Ecken und Kanten aufweist, um sie von der Konkurrenz abzuheben, wirds schnell langweilig.
Und so spürt man leider durchweg, dass die Macher hier nur die sattsam bekannten Stationen einer solchen Geschichte abarbeiten, ohne große Leidenschaft und ohne weitere Ideen, die hier für Aufsehen hätten sorgen können. Vorhersehbar und trotz der geringen Laufzeit von nur vier Episoden (wobei keine Folge die 50-Minuten-Marke erreicht) bisweilen reichlich zäh entfaltet sich dieser Kampf um Gerechtigkeit, weswegen die vereinzelten Hürden, die Breedlove und ihre Mitstreiterinnen hier nehmen müssen, kaum spannend daherkommen. Bisweilen wird es sogar richtig soapig, wenn diverse Beziehungsdramen noch und nöcher ausdiskutiert werden wollen, die Tiefe der Dialoge aber kaum jene einer herkömmlichen Vorabend-Soap übertrumpft. Wie gesagt, die Themen, die hier angesprochen werden, sind ebenso kraftvoll wie wichtig, doch die äußerst stumpfe und emotionslose, klischeehafte Umsetzung leistet dem leider einen Bärendienst.
Die Inszenierung bleibt aber nicht nur recht energielos, sondern leistet sich auch Einfälle, die mehr als nur verwirrend daherkommen. So werden einzelne Konflikte immer wieder mit sekundenlangen Momenten unterbrochen, die die Hauptfiguren in einem Boxring (!) zeigen. Die musikalische Untermalung durch modernen Pop und Rap passt dabei ebenso wenig in das Zeitalter, in welcher diese Geschichte nun mal spielt und zeugt von einem recht verzweifelten Versuch, die Geschichte an die Sehgewohnheiten eines jüngeren Netflix-Publikums anzupassen. Da nützt es dann auch wenig, dass die gesamte Besetzung ihre Sache sehr gut macht - allen voran natürlich Oscarpreisträgerin Octavia Spencer, die aber (so viel muss man zugeben) in diversen Kino-Produktionen auch schon enthusiastischer wirkte. Der Rest des Casts, über The Card Counter-Star Tiffany Haddish oder die eigentlich immer starke Carmen Ejogo, verrichten solide Dienste, ohne von den klischeehaften Drehbüchern aber allzu arg gefordert zu werden.

Fazit: Eine aufbauende, wahre Geschichte, die hier so emotionslos und kitschig ver-"netflixt" wurde, dass man schon nach zwanzig Minuten völlig gelangweilt ist angesichts der merkwürdig-glatten Inszenierung und der flachen Dialoge. Schade, eine solche Geschichte hätte, auch wenn wir ähnliches mittlerweile schon oft auf filmischer Ebene gesehen haben, deutlich mehr Verve verdient gehabt.

Note: 4



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