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Servant - Die zweite Staffel

Das Unglaubliche ist geschehen: Offenbar hat eine gefährliche Sekte das Baby der Familie Turner, ob es nun ihr leiblicher Sohn Jericho oder ein anderes Kind war, entführt. Ihr ehemaliges Kindermädchen Leanne (Nell Tiger Free) ist mit den Sektenmitgliedern in der Nacht entschwunden und seitdem nicht mehr gesehen worden. Indes beschäftigt sich Dorothy (Lauren Ambrose) mit dem Verschwinden ihres Sohnes und setzt alles daran, diesen aufzuspüren - auch ihr Ehemann Sean (Toby Kebbell) hilft mittlerweile dabei. Die Problematik rund um das Kind und dass es womöglich nicht das ist, welches Dorothy in die Welt gesetzt hat, lässt hingegen ihren Bruder Julian (Rupert Grint) nicht los. Deswegen müssen die drei jeden Hinweis mehrfach prüfen, um herauszufinden, was hier eigentlich wirklich gespielt wird...

Mit der zweiten Staffel von Servant beginnt der wahre Shyamalan-Schrecken... und das ist angesichts der sehr wechselhaften Filmografie des Regisseurs nun wahrlich nicht positiv gemeint. Denn viele allgemeine Schwächen, die der Old-Regisseur innerhalb seiner Filme vor allem in den letzten Jahren so offenbarte, kommen nun auch hier zum Tragen. Vordergründig ist dabei sein offensichtliches Unvermögen, sinnige Figuren zu schreiben... etwas, was sich bei einer Serie, die insgesamt vierzig Episoden hat, natürlich noch deutlich heftiger auswirkt als bei einem knackigen 90-Minüter. Hier verlieren die Macher nun über weite Strecken völlig die Kontrolle über Figuren, die in der ersten Staffel zumindest noch interessant waren. Gerade der Hauptkonflikt rund um das Ehepaar, welches eigentlich ausdiskutieren wollte, ob ihr eigenes Kind nun echt ist und gerettet werden sollte oder nicht ihr eigenes ist, findet praktisch gar nicht mehr statt. Das liegt daran, dass Dorothy Turner im Grunde nur noch völlig hyperaktiv durch die Gegend geistert (wodurch Lauren Ambrose's Darstellung noch anstrengender wird als zuvor), während man mit dem eigentlichen Protagonisten Sean eigentlich gar nichts mehr anfängt und diesen oftmals recht sinnfrei parkt, ohne dass er von Nutzen sein könnte.
Nur Rupert Grint hält dieses ansonsten arg wirre Charakter-Geschreibsel noch etwas am Boden, da seine Figur im direkten Vergleich zumindest etwas nachvollziehbarer und auch sympathischer geschrieben ist - der Harry Potter-Star edelt diese dann auch weiterhin mit seiner starken und natürlichen Performance. Beim Rest kann von Bodenständigkeit aber keine Rede mehr sein. Ohne genau zu sagen, wohin die Geschichte in der zweiten Staffel nun eigentlich verläuft, lässt sich nur ausführen, dass das Ganze mitunter ein echtes Wirrsal aus viel Blödsinn wird. Zum einen kommt die Geschichte über weite Strecken erstmal gar nicht voran und verirrt sich in einzelnen Episoden, in denen die Figuren plötzlich zu Hobby-Detektiven umsatteln. Dabei versucht Shyamalan wie schon so oft völlig hoffnungsfrei, eine Art Humor in die eigentlich sehr düstere Geschichte einzufügen. Da er dafür aber kein richtiges Gespür mehr hat, werden die Figuren einfach nur albern, was das ganze Geschehen noch entrückter, noch unnahbarer und blöder macht. Das ist schon eine Leistung, wenn man bedenkt, dass die ganze Nummer mal als leiser Mystery-Thriller mit ziemlich ernsthaften Familiendrama-Anleihen begonnen hat.
Dabei sind solche "Füller"-Folgen, wie sie ja oft unpassend abwertend genannt werden, von mir im Grunde sehr gerne gesehen und ich trauere dieser Art der Serienerzählung eigentlich immer noch ein bisschen nach. Da aber auch diese Episoden, in denen die Handlung nicht signifikant voranschreitet, noch mit etwas Sinnhaftem gefüllt sein sollten (sei es nun Charakterarbeit, eine neue Sichtweise oder das Schaffen einer gewissen Atmosphäre), ist hier nicht viel zu holen - die Serie macht lange ein großes Gewese um einzelne Szenarien oder Figuren, die dann aber innerhalb der zweiten Staffel zumindest nichts mehr zu melden haben. Irgendwann habe ich nicht mal mehr gewusst, wohin die Serie in ihrer Gesamtheit eigentlich laufen möchte - ein über allem stehender Konflikt war zwar auszumachen, doch angesichts der Tatsache, wie wirr Shyamalan und sein Team diesen erzählen, war er schwer zu durchblicken. Und das ist keine Sache von Komplexität, sondern schlichtweg von schlechtem Storytelling, wenn das Haus immer wieder von einzelnen Figuren bevölkert wird, bei denen man sich fragt, was genau die da eigentlich nun warum und wofür treiben. Das Finale wirkt dann aufgrund der arg unatmosphärischen Inszenierung fast schon trashig, zeigt aber in den letzten Minuten, dass es noch vielversprechender weitergehen könnte. Immerhin hat man diesmal aber die Probleme mit dem unansehnlichen Look einigermaßen behoben - es gibt immer noch hier und da Szenen, in denen ersichtlich ist, dass man für eine passende Ausleuchtung zu faul war, doch insgesamt sieht die Serie nun nicht mehr so dürftig aus, was auch zur Stimmung beiträgt.

Fazit: Die Geschichte wird schon vor der Halbzeit so wirr, planlos und letztendlich gar trashig, dass ich für die Zukunft der Show nun echte Skepsis mitbringe. Charaktere verhalten sich wie aufgeregte Hühner, eine Mystery-Stimmung mag angesichts der schieren Kopflosigkeit der Handlung und des albernen Humors ohnehin nicht aufkommen und das Finale reißt das auch nicht mehr raus. Hoffentlich wird die dritte Staffel wieder besser.

Note: 4



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