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Waterboy - Der Typ mit dem Wasserschaden

Robert Boucher (Adam Sandler) mag nicht die hellste Kerze auf der Torte sein, hat aber Herz und Anstand. Sein Job als Wasserträger bei einem Football-Team erfüllt ihn zwar, doch wird er von den Spielern durchweg gehänselt, bis Robert sogar seinen Posten verliert... angeblich, weil er das Team durch seine Art ablenken würde. Auf der Suche nach einem neuen Job landet Robert schließlich beim am unteren Ende der Tabelle sitzenden Team der Mud Dogs. Dabei stellt sich heraus, dass der eigentlich erneut als Wasserträger arbeitende, junge Mann tatsächlich einen mächtigen Wumms auf dem Feld hat und dementsprechend als einer der wichtigsten Spieler eingesetzt werden soll. Dafür muss Robert, der bislang nur am Spielfeldrand stand, aber erst mal die Regeln des Spieles kennen... und die ganze Sache seiner strengen und überbesorgten Mutter Helen (Kathy Bates) erklären.

Wie wir heute wissen, hat Adam Sandler die schrecklichsten Filmzeiten hinter sich gelassen. Sicherlich produziert er nicht nur qualitative Hits, fällt aber immer wieder auch sehr angenehm, manchmal sogar regelrecht beeindruckend in starken Filmen wie Der schwarze Diamant auf. Da tut ein Blick in die Vergangenheit manchmal regelrecht weh... und das ist auch bei Waterboy so, der in vielfacher Hinsicht eine komödiantische Vollkatastrophe ist. Das geht schon beim Hauptcharakter los, wobei der Film zumeist seinen Witz darüber bezieht, sich über geistig zurückgebliebene Menschen lustig zu machen und ganz banale Klischees über Hillbilly-Stereotype breitzutreten. Denn obwohl Robert Boucher ganz klar als Sympathieträger ins Feld geführt wird, sollen wir nicht mit, sondern meistens über ihn lachen, wenn er mal wieder einen ganz blöden Fehler macht. Denn er ist ja schließlich ein bisschen doof, das muss ja dann lustig sein, richtig?
Das fühlt sich dann schon ziemlich schäbig an, doch selbst wenn man nicht so tief graben möchte und dem Film einfach nur zugesteht, dass er vollkommen geradlinigen Komödienstoff liefern mag, lässt sich hier nicht viel finden. Waterboy sitzt alle Klischees des typischen Sportfilms völlig platt, sodass keinerlei Spannung aufkommen mag. Wie die ganze Geschichte ausgeht, weiß man eh von der ersten Minute an und somit entwickeln sich auch sämtliche Charaktere in ihren mangelhaften Stereotypen exakt so, wie man das erwartet hat. Auch das mag bei einem Film wie diesem nicht das Hauptaugenmerk sein, aber es ist dennoch ärgerlich - denn weder ist dieses Werk so lustig wie geplant, noch unterhält es über seine erstaunlich niedrige Gag-Quote hinweg. Den Rest gibt uns dann die deutsche Synchronisation, in welcher Sandler nicht von seinem Stammsprecher Dietmar Wunder, sondern vom deutschen Imitier-"Talent" Matze Knop gesprochen wird... und das hört sich in der Tat durchweg grausig an.
Für diesen Fauxpas in der deutschen Synchronisation kann natürlich Sandler nichts. Und man muss dann doch anerkennen, dass Sandler nicht in die Falle tappt, einen stereotypen "Dorftrottel" nicht mit dem üblichen, wilden Herumgrimassieren darstellt, sondern die ganze Sache etwas kleiner und feiner angeht - das ist hin und wieder durchaus sympathisch, auch wenn sein Ansatz weiterhin nichts mit gutem Schauspiel zu tun hat. Und schließlich kannte man Sandler damals kaum aus anderen Rollen und wusste daher, worauf man sich einlassen würde. Peinlicher wirds da schon bei den Nebenrollen, denn was beispielsweise Kathy Bates dazu brachte, für solch eine stumpfe Komödie zu unterschreiben, erschließt sich nicht. Man muss sich nur vor Augen führen, dass Bates zu diesem Zeitpunkt bereits einen Oscar in der Tasche hatte und nur ein Jahr zuvor in dem damals erfolgreichsten Film aller Zeiten, dem bis heute als Meisterwerk angesehenen Katastrophen-Epos Titanic, in der wohl prägendsten Nebenrolle des gesamten Streifens zu sehen war. Und anschließend schien es ihr wohl eine gute Idee zu sein, wild kalauernd und überreizend die vollkommen klischeehafte Mutter des Protagonisten darzustellen, die schon ganz alleine furchtbar an den Nerven zehrt. Das ist dann schon ziemlich traurig.

Fazit: Adam Sandler agiert, wie er in seinen 90er-Werken zumeist agierte - doof. Über den klischeehaften, bisweilen richtig dummdreisten Plot und den niemals treffsicheren, dafür oft arg ärgerlichen Humor breitet man zudem besser den Mantel des Schweigens.

Note: 5+



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