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The Watcher - Die erste Staffel

Auf der Suche nach einem neuen Heim verliebt sich das Ehepaar Dean (Bobby Cannavale) und Nora Brannock (Naomi Watts) in ein großes, altes Haus in Westfield. Dieses ist dem Paar eigentlich zu teuer, doch Dean setzt auf seine baldige Position als Partner der Kanzlei, in welcher er arbeitet, um das Haus zu kaufen. Als Dean und Nora gemeinsam mit ihren Kindern Ellie (Isabel Gravitt) und Carter (Luke David Blumm) einziehen, kippt die Stimmung jedoch bald. Erst beginnt sich Dean deutlich aggressiver und herrischer zu benehmen, besonders gegenüber seiner Tochter. Zudem bringen das seltsame Verhalten der Nachbarn und vor allem einige Briefe, die durchaus nach Drohungen klingen, Unruhe in die Familie. Es keimt der Verdacht auf, dass entweder mit dem Haus etwas nicht stimmt... oder jemand versucht, die Familie mit allen Mitteln aus diesem zu vertreiben.

Die Geschichte dieser Netflix-Serie, die ursprünglich als in sich geschlossene Mini-Serie geplant war, nun aber wohl doch noch irgendwann eine zweite Staffel erhalten soll, ist so absurd, dass sich der Streamingdienst nicht mal traute, am Anfang jeder Episode den Hinweis einzublenden, dass die ganze Nummer auf einer wahren Geschichte beruht. Wobei im Grunde nicht viel mehr als das grobe Grundgerüst übernommen wurde und man ansonsten sehr frei und dementsprechend seltsam mit dem Plot umging. Zu Beginn, wenn das Mysterium, welches so eben auch ein Fünkchen Wahrheit in sich tragen soll, aufgebaut wird, geht man auch noch mit. Ohne sinnfreie Übertreibungen und Überzeichnungen, sondern mit der nötigen Ruhe, um die Figuren, das Haus und die möglichen Fallstricke rundherum einzuführen, wird man einigermaßen atmosphärisch dicht abgeholt. Schon früh setzen jedoch gewisse Abnutzungserscheinungen ein, die Netflix gerne offenbart, wenn man sich einer wahren Crime-Geschichte in Form einer Mini-Serie annehmen, aber dabei eigentlich nicht so gern bei eben jener Wahrheit bleiben will.
So springt die ohnehin nicht sehr konzentriert verlaufende Handlung ständig hin und her, erklärt im Grunde alle fünf Minuten eine neue Figur zum Hauptverdächtigen und banalisiert das ganze Treiben rund um den Wahn nach diesem Haus aufs Gröbste. Mit diesem Nichts einer Handlung lässt sich dann locker ein großer Teil der sieben Folgen füllen: Nach der Einführung folgt das Detektivspiel, welches genauso lange im Grunde rein gar nichts ergibt, bis am Ende einfach alles auf einmal passiert. Das Finale ist dann aber auch noch einmal so lächerlich, dass man nur noch den Kopf schütteln mag... angesichts so viel Blödsinn, den man zuvor bereits erdulden musste und wo sich die Show mit absurdesten und kaum aufgebauten Wendungen noch und nöcher immer tiefer in den Abgrund schreibt, mag man sich aber kaum noch aufregen. Am Ende braucht die Serie auch noch ewig, um diesen Kauderwelsch mit den üblichen Erklärbär-Szenen zu bändigen, auch wenn letztendlich doch nur die ganz große Leere bleibt.
Schauspielerisch ist The Watcher dafür durchweg solide, auch wenn ich ein kleines Problem mit Bobby Cannavale hatte. Der ist in der Tat ein hervorragender Schauspieler, agiert zumeist aber in auffälligen und erinnerungswürdigen Nebenparts - als Hauptdarsteller wirkt er in seiner oftmals auch arg unsympathischen Attitüde aber nicht ganz richtig besetzt. Neben ihm agiert Naomi Watts etwas fahrig, aber die restlichen Nebendarsteller*innen machen ihre Sache eigentlich alle ziemlich gut. Kein Wunder ist das, wenn sich hier schließlich so versierte Charakterköpfe wie Margo Martindale, Requiem for a Dream-Star Christopher McDonald oder auch Horror-Kultstar Mia Farrow die Klinke in die Hand geben, auch wenn ihre Rollen bisweilen nicht genug Schwung entwickeln... doch wen wunderts, bei den Drehbüchern. Regelrecht nervig agiert nur Jennifer Coolidge, wobei das für ihre ohnehin völlig banal angelegte Rolle aber auch gewollt zu sein scheint und man deswegen, rein nach dem Klischee, auch einen Comedy-Star wie sie besetzte, um bloß keine darstellerischen Wagnisse einzugehen.

Fazit: Nach einem noch recht atmosphärischen und vielversprechenden Beginn suppt diese Serie alsbald nur noch in völlig absurden Fahrwassern vor sich hin, lässt eine sanglose Detektivgeschichte mit banalen Familiendramen kollidieren und erleidet nach ewiger Blenderei im völlig bekloppten Finale endgültig Schiffbruch.

Note: 4



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