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Army of One (2016)

Der mittellose Zimmermann Gary Faulkner (Nicolas Cage) leidet an einer Nierenerkrankung - findet er sich nicht mehrmals in der Woche bei seinen Ärzten zu einer Dialyse ein, können höchst seltsame Halluzinationen die Folge sein. So verwundert es seine engeren Mitmenschen kaum, dass Faulkner im Jahr 2004 fest entschlossen ist, den gesuchten Terroristen Osama Bin Laden in Pakistan aufzuspüren und in die USA zu bringen, wo er ihn vor Gericht stellen möchte. Laut eigenen Aussagen erhält Faulkner seine Befehle von Gott (Russell Brand) persönlich und ist daher absolut davon überzeugt, dass nur er diese Mission ausführen kann. Doch wie soll er ohne Geld überhaupt nach Pakistan kommen? Vielleicht direkt mit einem Segelboot oder doch per Paraglyder?

Dass der ehemalige Hollywood-Megastar Nicolas Cage mittlerweile zu Großteilen nur noch in kleineren, meist sehr schrägen Produktionen mitspielt, die im Grunde nur noch für den Heimkinomarkt verwertet werden, wissen wir - und obgleich da hier und da auch mal eine kreative Perle herausspringt, verbirgt sich in dieser Masse aus Direct-to-DVD-Filmen größtenteils arg seltsamer Schund. Dass Cage in diesen Filmen auch stets völlig überdreht, ist ebenfalls bekannt, wodurch er zu etwas wie seiner eigenen Marke wurde und die aktuellen Cage-Filme stets als völlig durchgedrehte Persiflagen angesehen werden. Und trotzdem ist man mehr als überrascht zu sehen, wie sehr Cage in dem 2016 erschienenen Army of One auf eben diese Skurrillitäten noch einen draufsetzt. Cage spielt so dermaßen überzeichnet, so laut und durchgehend auf Level 100, als wäre er von einem anderen Stern. Und da der Kick-Ass-Star daran offensichtlich viel Freude hat, macht das auch im Publikum irgendwie Spaß... bis sich diese hochgradig überkandidelte Performance aber natürlich irgendwann zur Halbzeit totläuft und man von dem ständigen Gekreische und Herumgekeife eines ehemaligen Top-Stars durchaus ermüdet ist.
Eine witzige, völlig durchgeknallte Komödie ist irgendwie trotzdem gelungen. Es lassen sich, auch aufgrund des völligen Wahnsinns der auf einer wahren Person beruhenden Geschichte immer wieder ein paar schöne Witze finden. Insbesondere das sehr normale Auftreten aller Personen um Faulkner herum erschafft einen schönen Kontrast - vor allem wenn andere Charaktere stets sehr anders und überrascht auf den kompletten Wahnsinn, der aus dem Mund des Protagonisten kommt, reagieren. Es gibt definitiv ein paar witzige Szenen, ob nun gewollt oder ungewollt. Und zumindest für die Szene, in der mehr als offensichtlich ein Stuntdouble mit einem Motorrad über einen Marktplatz düst, sollte man für dieses Werk dann doch mal einen Blick riskieren. Da hat Cage in der Vergangenheit schon wesentlich schlimmere Werke abgeliefert, auch da es hier immer wieder feine Gags gibt, die nicht zu Tode geritten werden und vom Timing her stimmen.
Dennoch kann man Army of One nicht reinen Gewissens empfehlen. Denn einerseits hinterlässt es natürlich einen mehr als faden Beigeschmack, dass sich hier offensichtlich über eine geistig umnachtete Person lustig gemacht wird, die auch noch tatsächlich existiert... dass die Person offenbar in die Produktion des Films eingebunden war, entschuldigt dies nicht. Eine klar rassistische Komponente ist ebenfalls gegeben, auch wenn diese immer wieder einigermaßen zurechtgerückt wird, da der Film nun mal aus Sicht eines völlig durchgeknallten Protagonisten gezeigt wird. Das führt aber auch dazu, dass man diesen Gary Faulkner und seine mehr als problematischen Sichtweisen niemals mögen kann oder sollte und es dahingehend schwer fällt, sich an irgendetwas emotional festzukrallen... vor allem wenn sich das Werk plötzlich bemüht, doch noch eine herzliche Komponente einzubauen, die völlig deplatziert daherkommt. Gegen Ende sitzt man zudem noch einer irren Verschwörungstheorie auf und verliert daher komplett den Anschluss. So unterhaltsam dieser Wahnsinn über gewisse Strecken auch sein mag, so problematisch ist die ganze Nummer also auch unter der Oberfläche, was zu einer deutlichen Abwertung führen muss.

Fazit: Army of One gibt einer problematischen Person auf gleich mehrfach problematische Weise eine Bühne. Dass die ganze Nummer immer wieder herrlich skurril daherkommt und Nicolas Cage mit einer komplett wahnwitzigen Performance das Rad passend überdreht, gefällt zwar, aber man geht dennoch mit einem mehr als faden Beigeschmack in den Abspann.

Note: 4



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