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Thank You For Your Service (2017)

Nach einem mehrmonatigen Einsatz im Irak, bei welchem er nur knapp mit dem Leben davonkommt, dafür aber den Tod eines Kameraden mitansehen muss, kehrt Adam Schumann (Miles Teller) in seine Heimat zurück. Die Freude darüber, endlich wieder seine Frau Saskia (Haley Bennett) und die beiden gemeinsamen Kinder in die Arme schließen zu können, überschattet die düsteren Erfahrungen auf der anderen Seite für eine gewisse Zeit. Doch dann kommen sie zurück: Bei einem Jagdausflug, der beinahe in einem Desaster endet und der Ohnmacht gegenüber einer Schuld, die sich Adam selbst auflastet, kämpft er darum, wieder ins Leben zurückzufinden. Doch womöglich ist der Einsatz im Irak die einzige Möglichkeit für ihn, überhaupt noch zu leben?

Krieg ist eine schreckliche Sache. Das wissen wir alle, wir stimmen dem sicherlich auch alle zu und dass uns diese Message, die uns überall auf der Welt entgegengeknallt wird, obwohl rund um die Erde doch wieder Kriege geführt werden, alsbald zum Halse raushängt, ist ebenso verständlich wie falsch. Denn natürlich nervt es uns, wenn wir immer und immer wieder mit einem furchtbaren Thema konfrontiert werden, welches uns aufwühlt, dessen moralische Abgründigkeit wir aber schon kennen. Wie viele Filme wollen uns also noch zum Beispiel die Schrecken des Irakkrieges und deren Nachwirkungen auf die amerikanischen Männer und Frauen, die dort im Einsatz waren, aufzeigen? Die Antwort: Viele und das ist auch gut so. Denn auch wenn Thank you for your Service der ewigen Debatte praktisch nichts Neues hinzufügt, so kann es niemals genug Filme und Serien geben, die uns das Grauen des Krieges als eben solches immer wieder verkaufen, damit wir bloß nicht den Respekt vor diesen schrecklichen Ereignissen verlieren.
In der Hauptrolle glänzt dementsprechend Miles Teller, der das aber ja immer tut. Auch wenn aus dem Whiplash-Star seltsamerweise nie der ganz große Hollywood-Star wurde, so hält er sich durchweg mit achtsamen Rollen in großen und künstlerisch wertvollen Filmen über Wasser - so war er neben Tom Cruise zum Beispiel Teil der Besetzung des Mega-Erfolgs Top Gun: Maverick. Teller fügt der tragischen Figur des Adam Schumann sowohl eine tiefe Menschlichkeit als auch die nötige Unberechenbarkeit zu, sodass wir nie genau wissen, was diesem Mann wohl als nächstes widerfahren wird... und was von dem, was er erzählt oder sogar selbst erlebt zu haben glaubt, wirklich den Tatsachen entspricht. Das macht aus Adam einen Erzähler, dem man eigentlich nicht recht trauen kann, an dem man sich aufgrund seines Traumas und seiner tiefen Liebe zu den Menschen um sich herum, selbst wenn er sie nicht an sich heranlassen kann, gerne folgt.
Die Bilder, die Regisseur Jason Dean Hall hier kreiert, sind ebenfalls nicht neu, aber durchweg stimmungsvoll, auch wenn wir den Irakkrieg in anderen Filmen schon intensiver sehen mussten. Das Filmprojekt, welches in Deutschland trotz der namhaften Besetzung und der künstlerisch mehr als soliden Inszenierung drei Jahre nach seiner Premiere nur für den Heimkino-Markt erschien, gleitet Hall dabei nie aus den Händen. Ein paar Hänger hat der Film nur auf der dramaturgischen Ebene, wenn er sich im Mittelteil doch weitestgehend in erwartbaren Bahnen bewegt. Den Anschluss an das Publikum verliert Thank you for your Service zwar nie, doch da wir diese Art von Geschichten nun schon oft gesehen haben, wissen wir oft schon, wie die Konflikte zwischen einzelnen Figuren weiter- und ausgehen werden, bevor sie überhaupt richtig begonnen haben. Das ist an und für sich aber kein direkter Schwachpunkt des Films, da er ebenfalls auf Tatsachenberichten beruht (die letztendlich zu einem Roman zusammengeschnürt wurden, der als Vorlage diente) und sich an diese dementsprechend festhalten will.

Fazit: Auch wenn dieses Anti-Kriegs-Drama nichts Neues erzählt, ist seine (leider) alltägliche Botschaft so wichtig und auch recht intensiv vorgetragen, dass man trotz einiger Hänger und ein paar dramaturgischen Stolperern noch länger an Thank you for your Service denken wird.

Note: 3 



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