Der eher durchs Leben trottende als wirklich einen Plan habende Keek (Oliver Korittke) bekommt innerhalb kürzester Zeit einen ordentlichen Haufen an Problemen. Sein Kumpel Hilmi (Hilmi Sözer) verzockt den Großteil von Keek's Geld, welches er bei einem Bruch errungen hatte. Dieses Geld gehört zu einem Teil aber auch seinem Freund Kalle (Ralf Richter), der aufgrund dieser kriminellen Tat derzeit im Gefängnis hockt und erst in rund zwei Jahren entlassen werden soll. Nachdem Kalle jedoch seine Freundin Manuela (Sabine Kaack) wiedererkennt, bricht er aus, um den Kerl zu finden, der mit ihr geschlafen hat. Während Keek zudem versucht, das verlorene Geld wiederzubeschaffen, heckt ein weiterer seiner Kumpel, Schlucke (Martin Semmelrogge), eher unfreiwillig ein ganz anderes Ding aus, wobei er in seine eigene Firma einbrechen soll...
Wenn ich ganz ehrlich sein soll, habe ich zu diesem Film eigentlich nicht viel zu sagen. Und deswegen machen wir es doch diesmal einfach etwas kürzer: Ich mochte Bang Boom Bang nicht. Das hat mit mehreren Dingen zu tun, die ich jedoch kaum dem Film beziehungsweise dem, was der Film sein will, ankreiden möchte. Denn als das, was er sein will, schlägt er sich so gut es geht und es verwundert mich daher weder, dass ich mit ihm nichts anfangen konnte noch dass er mittlerweile zu einem deutschen Kino-Klassiker geworden ist, der unglaublich viele Fans hat und mittlerweile gar auch die Kritiker überzeugt. Denn charmant ist er irgendwie, wie ein Stück Zeit- und auch Ortskolorit, wobei die Einwohner des Potts ebenso schräg wie nachvollziehbar gezeichnet werden... wenn man bedenkt, dass das ganze Drumherum ja eigentlich nur ziemlicher Blödsinn ist.
Genau dieser Blödsinn hat mich dann aber nicht erreicht. Natürlich ist mir klar, dass es mehr als gewollt ist, dass die Figuren hier wie völlig überzogene Abziehbilder agieren, dass die Geschichte vorne und hinten keinen tieferen Zweck erfüllt und Gags vor allem dahingehend mitgenommen werden, indem diverse Zoten erfüllt oder schwache Sprüche geklopft werden. Setzt man an dieser Messlatte an, ist der Film gut besetzt - besonders Oliver Korittke agiert als deutlich zurückhaltenderes Zentrum im Kontrast zu all den Verrückten um ihn herum ziemlich überzeugend. Über die Performance von Vorstadtkrokodile-Star Ralf Richter kann man hingegen gerne streiten, denn der überdreht hier so arg, dass einem die Ohren wegfliegen könnten... was für die Rolle und den Film aber auch verlangt ist und dementsprechend schon spektakulären, wenn auch schauspielerisch wenig wertvollen Charakter hat.
Zudem merkt man allen Beteiligten, insbesondere jedoch Regisseur Peter Torwarth, an, dass sie hier mit viel Herz bei der Sache waren und ihnen dieses Projekt viel bedeutet hat... weswegen ich Bang Boom Bang, obwohl er mich kein einziges Mal amüsiert und mich später gar regelrecht genervt hat, nicht so recht böse sein kann. Da ist es im Grunde auch gar nicht mehr so wild, dass insbesondere der Schnitt, der einzelne Szenen miteinander verbindet, äußerst banal daherkommt und die ohnehin völlig wirre Story so auch nicht bändigen kann. Der Film ist weder sonderlich gut gefilmt noch sieht er irgendwie gut aus - es ist dabei eine Produktion, die international wenig Anerkennung gefunden hat, da sie so speziell deutsch ist (gerade hinsichtlich des Humors), dass hier sehr begrenzte Kreise herrschen. Dass ich in diesen nicht hereinfinde, macht mich aber nicht traurig - umso schöner, dass Fans diesen nach fast dreißig Jahren noch immer so sehr lieben. Und ich wünsche ihnen, dass sie noch lange Spaß mit diesem kleinen Stück deutscher Filmgeschichte haben... ich jedoch habe ihn nicht gehabt.
Fazit: Flach, unzureichend gefilmt, banal und ziemlich wirr - ich habe wahrlich keine große Freude mit Bang Boom Bang gehabt. Trotzdem merkt man dem Film sein Herzblut und seine Neigung hin zum speziellen Zeit- und Ortskolorit sehr genau an, was durchaus seinen Charme hat und erklärt, warum der Film bei seinen Fans so verehrt wird.
Note: 4
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