Einige Jahre nach der Verwüstung der Kleinstadt Kingston Falls durch einen Haufen außer Kontrolle geratener Gremlins sind Billy Peltzer (Zach Galligan) und seine Freundin Kate Beringer (Phoebe Cates) nach New York gezogen. Dort arbeiten sie unter dem Medienmogul Daniel Clamp (John Glover) in einem schieren High-Tech-Gebäude, wo sich die Technik weiterentwickeln soll. Kurz darauf kreuzen sich die Wege von Billy und dem kleinen Gizmo erneut, als er ihn aus einem geheimen Labor rettet, in welchem Experimente an dem Mogwai durchgeführt werden sollen. Als Billy Gizmo kurzzeitig alleine lässt, kommt dieser versehentlich mit Wasser in Kontakt und kurz darauf wird der gesamte Gebäudekomplex von noch fieseren und clevereren Gremlins überrannt...
Der sechs Jahre nach dem Original erschienene zweite Teil folgt allen ungeschriebenen Regeln einer Fortsetzung: Alles muss noch ein bisschen größer sein (auch wenn die Gremlins diesmal im Grunde nur ein großes Gebäude und nicht gar eine ganze Kleinstadt besetzen), die Tricktechnik steht noch mehr im Vordergrund, das Chaos muss noch ekstatischer daherkommen und es müssen sich bekannte Charaktere ein Stelldichein geben. Das geschieht hier alles und gerade tricktechnisch ist der Film für sein Alter immer noch beeindruckend - die zumeist durch Animatronik zum Leben erweckten Gremlins liefern dadurch noch immer viel Charme. Wie man es bei vielen Fortsetzungen kennt, übertreiben es die Macher hier aber bisweilen, weswegen der anarchische Humor schon bald einer vollkommenen Willkür und Überzogenheit weicht, wo alles ganz laut und brachial, dafür aber auch weniger charmant sein soll.
So wird zu Beginn zwar ein bisschen Zeit damit verbracht, sowohl die alten Charaktere in ihrem neuen Lebensraum vorzustellen als auch einige neue Figuren zu Wort kommen zu lassen... wobei diese diesmal allesamt schräge Abziehbilder sind, um den (etwas zu gewollten) Comedy-Faktor in die Höhe zu treiben. Nach der Erweckung neuer Gremlins ist für solcherlei ohnehin arg oberflächliche Charakterarbeit aber im Grunde gar keine Zeit mehr und man konzentriert sich auf den nächsten Kampf der Menschen gegen die fiesen, kleinen Monster. Viel mehr gibt es nicht zu erzählen, was schon eine Enttäuschung darstellt, denn statt vielleicht einfach ein wenig die Hintergründe dieser bösen Wesen zu beleuchten, beschränkt man sich plötzlich nur noch auf Albernheiten. Die Gremlins verkleiden sich, können nun sogar sprechen, singen, flirten und Partys schmeißen. Das gipfelt in einem reinen Schaulaufen der Tricktechnik, bei denen die Gremlins minutenlang Chaos verursachen - eine Handlung findet zu diesem Zeitpunkt nicht mehr statt.
Nun ist eine Story bei Filmen wie diesen natürlich erst einmal zweitrangig - auch das Original hatte schließlich nur eine reichlich dünne Handlung zu bieten und hatte dennoch viel Charme. Davon ist im zweiten Teil aber nicht mehr viel zu spüren, alles ist nur noch wild und eskalierend, ohne benötigte Atempausen. Der durchweg schrille Humor erreicht seine endgültige Abnutzung, wenn plötzlich auch noch die vierte Wand durchbrochen wird und völlig platte Insider-Anspielungen auf das Original und dessen Kinoerfolg durchgeplärrt werden - hier verlässt Gremlins 2 endgültig seine kleinen Horror-Wurzeln und wird zu einem Comic-Spektakel im Bereich der Zeichentrick-Sketche... ein Umstand, auf den hier passenderweise noch vor der Titeleinblendung angespielt wird. Das ist dann weder witzig noch irgendwie erhellend, sondern auf Dauer einfach nur noch anstrengend. Unter diesen Umständen ist es also wohl stimmig, dass es niemals einen dritten Kinofilm gab, denn mit dem zweiten Teil ist die Luft aus der Reihe bereits vollständig entwichen.
Fazit: Tricktechnisch weiterhin stimmig, ansonsten aber nur noch völlig überdreht, ohne jede Spur von Originalität oder cleverem Witz. Die Charaktere bleiben Schablonen, man begnügt sich mit einer weniger spannenden und nur noch albernen Wiederholung des ersten Teils.
Note: 4
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