Zu Weihnachten bekommt Billy Peltzer (Zach Galligan) von seinem Vater Randall (Hoyt Axton) eine kleine, mysteriöse Kreatur, einen sogenannten Mogwai, geschenkt. Billy tauft das kleine Tier Gizmo und verspricht, sich an die Regeln zu halten, die eine Aufzucht dieser Kreatur mit sich bringt. So darf das Tier keinerlei Sonne ausgesetzt werden, da diese es töten würde; man muss es zwanghaft von Wasser fernhalten; und, ganz besonders wichtig, man darf es niemals nach Mitternacht füttern, ganz gleich wie sehr es bettelt und fleht. Doch es kommt, wie es kommen muss: Versehentlich bricht Billy eine der Regeln und bald darauf bricht in seiner Heimatstadt das Chaos aus, als etliche, auf pure Gewalt und Anarchie pochende, kleine Monster die Macht übernehmen...
Die Gremlins sind absoluter Kult und erfreuen sich unter Horrorfans großer Beliebtheit. Bis heute erstaunt es, dass es weit über dreißig Jahre nach dem zweiten Teil keinen Nachfolger mehr gab, auch wenn ein solcher wohl irgendwie immer noch geplant ist, sofern man den Insider-Berichten aus den Filmstudios glauben mag. Es könnte aber auch sein, dass sich eine Fortsetzung zur heutigen Zeit schwierig gestaltet, da Gremlins ganz besonders ein Konstrukt seiner eigenen Zeit ist und man mit fiesen, kleinen Monstern alleine heutzutage kaum noch jemanden hinter dem Ofen hervorlockt. Heute würde ein solcher Film wohl doch nur wieder zu einem austauschbaren CGI-Gewitter verkommen, während damals die detailreich erschaffenen Puppen und animatronischen Wunderwerke im Vordergrund standen. Heute natürlich veraltet, waren sie damals jedoch ein großer Wurf und begeisterten ein Millionenpublikum... was auch mehr als vierzig Jahre nach seiner Uraufführung weiterhin seinen Charme hat.
Dabei ist der Film aber vor allem auf eine gewisse Familienfreundlichkeit angelegt. Obwohl er bis heute noch erst ab 16 Jahren freigegeben ist und die titelgebenden Gremlins in der zweiten Filmhälfte ein wahres Chaos mit so manch einem Toten verursachen, steht der Spaß im Vordergrund, sodass sich die Eltern diesen Film locker mit ihren (nicht mehr ganz kleinen) Kindern ansehen könnten. Um gröbere Gewaltakte wird eindeutig herumgeschnitten und selbst bei dem ein oder anderen Todesfall gewinnt die Überzeichnung - so zum Beispiel bei einem Treppenlift, der plötzlich völlig übers Ziel hinausschießt, im wahrsten Sinne des Wortes. Deutlich gröber wird es nur, wenn die kleinen Kreaturen selbst ihrem Ende ins Auge blicken müssen und auch hier hatten die Macher Spaß daran, mal richtig zu übertreiben. So werden die kleinen Gremlins in die Mikrowelle gesteckt, machen die Bekanntschaft mit einem Mixer oder nehmen ein unfreiwilliges Säurebad.
Die Geschichte, die diese anarchistische Chaos irgendwie zusammenhalten soll, ist natürlich sehr dünn. Trotzdem gefällt die Idee mit diversen Regeln rund um die Mythologie der kleinen Monster, auch wenn diese nicht wirklich weitergedacht oder ausgebaut wird. Die Charaktere sind entweder wahre, komödiantische Abziehbilder oder zumindest grundsympathisch, wobei einige von ihnen auch blass bleiben. Der Versuch, manch einem von ihnen noch eine gewisse Tiefe zu verleihen, scheitert aufgrund der arg schwach geschriebenen Dialoge oder der Bemühtheit solcherlei Szenen. Trotzdem macht der Cast seine Sache durch die Bank weg gut, muss sich aber natürlich den wahren Stars des Films völlig unterordnen. Diese waren damals tricktechnisch brillant und gefallen auch heute noch durch ihre durchaus witzigen Gegebenheiten und allerlei ironische Bezüge auf unsere Gesellschaft. Nichts, was wirklich tief greift und angesichts eines solchen Chaos hätte ich mir gern auch eine etwas brutalere Herangehensweise gewünscht - als Familienunterhaltung mit einem Schuss Horror und einem grandiosen Soundtrack aber dennoch stets zu empfehlen, vor allem zur (in diesem Falle kaum) besinnlichen Weihnachtszeit.
Fazit: Da man sich mit wirklichen Gewaltakten zurückhält, ist der erste Gremlins-Streifen heute eher als harmlosere, wenn auch sehr charmante und witzige Familienunterhaltung anzusehen. Eine dünne Geschichte strickt sich um ein gewitztes Chaos, wobei nicht die Schauspieler, sondern die faszinierenden Puppentricks der wirkliche Star sind.
Note: 3
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