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The Prodigy

Bei seiner Geburt und auch in den nachfolgenden Jahren schien mit dem mittlerweile achtjährigen Miles Blume (Jackson Robert Scott) alles in Ordnung. Er stellte sich mit der Zeit als sehr intelligent, frühreif und clever heraus, was seine liebevollen Eltern Sarah (Taylor Schilling) und John (Peter Mooney) aber eher zu freuen als zu beunruhigen scheint. Doch plötzlich kommt es zu manch einem seltsamen Vorkommnis: Miles' Nanny erleidet einen schmerzhaften Unfall während eines abendlichen Versteckspieles und Miles selbst scheint im Schlaf eine fremde Sprache zu sprechen. Als es zudem zu einem gewaltvollen Ausbruch in der Schule kommt, sucht Sarah die Hilfe bei dem Wissenschaftler Arthur (Colm Feore)... der eine ebenso angsteinflößende wie erstaunlich passende Theorie zu dem zu haben scheint, was wirklich mit Miles los ist.

Eigentlich habe ich hier im Grunde nur einen weiteren, rasch heruntergefilmten Horror-Stinker (oder gar -Langweiler) erwartet, nachdem diverse Online-Kritiken doch ziemlich harsch ausfielen und mich auch der Trailer wahrlich nicht vom Hocker reißen konnte. Tatsächlich stellte sich The Prodigy nun aber als durch und durch sehenswerter, ziemlich fieser Schocker heraus, der mich ebenso zu fesseln wie bisweilen auch zu gruseln wusste. Der Film ist weder billig inszeniert noch fehlt es ihm an durchaus originellen Ideen. Nichts davon ist wirklich meisterhaft, doch ertappt man sich bei dem Gedanken, dass man zumindest diese Art der Bedrohung bei einem Kind in einem Horrorfilm so noch nicht unbedingt gesehen hat... auch wenn sich zumindest rein atmosphärisch gewisse Parallelen zu Klassikern wie Das Omen nicht übersehen lassen. Bleibt man bei diesem Vergleich, hat der 2017 durch das bärenstarke Es-Remake bekannt gewordene Jackson Robert Scott schauspielerisch auch das Nachsehen, obwohl er bisweilen durchaus eine teuflische Ausstrahlung vorzeigen kann. Neben ihm agiert das gesamte Ensemble, darunter der eh immer gute Colm Feore sowie Orange is the new Black-Star Taylor Schilling, durchweg gut.
Ein ziemlich eindeutiges Problem hat der Film jedoch, welches ich hier dann auch gleich ansprechen möchte. Umso erfreulicher ist dabei aber, dass The Prodigy um dieses Problem jedoch weiß und anschließend relativ schnell gegenlenkt, um zumindest von anderer Seite noch aufzuholen. Tatsächlich wird einem die Auflösung, was es denn nun mit Miles' mehr als seltsamen Eigenarten auf sich hat, nach rund einer halben Stunde einigermaßen erschöpfend aufgeklärt - erstaunlich früh für einen solchen Genre-Film, die sich ansonsten ja damit rühmen, das große Geheimnis ihres Plots möglichst zu verschleiern und auch lange hinaus zu zögern, um das Publikum mit einem echten Aha-Effekt zu überraschen. Problematisch wird dieses frühe Entfesseln der Katze aus dem Sack dann auch dahingehend, dass das typische Horror-Szenario der anderen Figuren, die diese Geschichte nicht glauben wollen, obwohl der Zuschauer es längst besser weiß, hier nun niemanden mehr an der Nase herumführen kann und dabei auch für ein paar Hänger sorgt.
Statt sich aber nun in der Vorhersehbarkeit zu suhlen, sammelt der Film einige ziemlich spannende Ideen von der ganz anderen Seite ein: Darum wissend, dass das Publikum nun also schon weiß, was hier Sache ist, geht es nun darum zu erörtern, wie man diese Gefahr denn nun bändigt... sofern das überhaupt möglich ist. Dabei rechnen sich später dann auch einige lange Dialogpassagen, in denen sehr eindeutig die Regeln und Schlupflöcher dieses bedrohlichen Szenarios besprochen werden - so kann der Film mit eben diesen später angenehm spielerisch umgehen und sein Szenario auch erstaunlich weit treiben, um doch noch für ein paar echte Schocker zu sorgen. Dabei kommt es sowohl in Sachen Brutalität als auch hier und da in Sachen Jumpscares zu einigen echten Treffern. Ich bin jedenfalls nicht nur einmal zusammengezuckt, wenn sich eine gewisse Schockszene zwar offensichtlich anbahnte, sie dann aber zumindest mit dem, was sie aufbot, überraschte. Nicht immer ist The Prodigy jedoch so clever, denn andere Schocker kündigen sich so dermaßen offensichtlich an (Stichwort: Fliegenschwarm), dass man sich glatt ein wenig verschaukelt vorkommt.

Fazit: Entgegen der miesen Kritiken im Netz ist The Prodigy ein routinierter, ziemlich spannender und in seinem Szenario ziemlich drastischer Horrorfilm, der das Problem hinsichtlich seiner Dramaturgie passenderweise selbst erkennt und angenehm gegensteuert. Trotz einiger Hänger hier und da entsteht dabei ein sehr packendes Schauerstündchen, welches dank des guten Casts und einiger überraschend harter Wendungen zu fesseln versteht.

Note: 3+





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