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Monster Summer

Eigentlich wollten der Teenager Noah (Mason Thames) und seine Freunde die Sommerferien entspannt verbringen. Als angehender Journalist möchte Noah nach spannenden Geschichten suchen und sich deswegen auf das ein oder andere Abenteuer begeben. Er hätte jedoch nie geahnt, dass er plötzlich auf einen Fall stößt, der ihn regelrecht in Lebensgefahr bringt: Kinder werden im ganzen Ort plötzlich angegriffen, verschwinden und tauchen anschließend völlig verändert und geistig vollkommen abwesend wieder auf. Noah vermutet, dass ein mystisches Wesen hinter den Angriffen stecken könnte, doch möchte man ihm seine Thesen nicht glauben. Einzig der einsame Ex-Polizist Gene Carruthers (Mel Gibson), den Noah zuvor selbst wegen eines Verbrechens verdächtigte, schenkt ihm schließlich Gehör... auch weil seine Vergangenheit ihn selbst bereits mit einem sehr realen, weniger fantastischen Monster konfrontierte.

Monster Summer fällt in eine Art eines Sub-Genres, welches in den letzten Jahren ordentlich an Popularität gewonnen hat: Ein Abenteuer mit Kindern in den Hauptrollen, welches sich aufgrund seiner gruseligen Grundstimmung, einiger schauriger Szenen und auch mal erwachsenen Konflikten nicht grundsätzlich oder sogar gar nicht an Kinder richtet. Seitdem Stranger Things für Netflix ein solch enormer Erfolg wurde, wachsen solcherlei Nachahmer schier aus dem Boden, was mal mehr, mal weniger gut gelingt. Mit Vorbildern wie dem starken Super 8 oder dem (definitiv nur an Erwachsene gerichteten) ersten Film der Es-Neuverfilmung teilt Monster Summer nun definitiv schon mal die nostalgisch angehauchten Ausgangssituationen. Natürlich spielt der Film nämlich im Sommer, stellt eine Clique pubertierender Teenies in den Mittelpunkt und selbstverständlich wird auch viel geradelt. Smartphones und anderer neumodischer Kram spielen dabei keine Rolle, um das Werk wirklich so zu verorten, dass sich (junge) Erwachsene somit auch an ihre eigene Jugend erinnern können.
Das funktioniert zwar zu einem gewissen Teil, lässt dabei aber fast durchgehend den Charme der Vorbilder vermissen. Die Handlung ist zwar spannend und macht ein Mysterium auf, bei welchem man gerne miträtselt und am Ende angesichts der Enthüllung auch überrascht sein dürfte. Allerdings fehlt es Regisseur David Henrie an genügend Verve, um dieser Geschichte auch eine eigene Dynamik zu verpassen. Gerade die Actionszenen sind dabei bisweilen regelrecht schlampig gefilmt, auch wenn Henrie's Hang dazu, so wenig visuelle Effekte wie möglich zu nutzen, lobenswert ist. Was sicherlich ebenfalls zur Nostalgie beitragen sollte, bekommt hier jedoch einen recht altbackenen Effekt, da sich hier keine eigene Handschrift findet und jene dann auch noch ziemlich handzahm eingesetzt wird. Wobei man konstatieren muss, dass sich durchaus einige gruselige Momente finden und der Film deswegen nicht für ein jüngeres Publikum geeignet ist. Seine Freigabe ab 12 Jahren trägt Monster Summer jedenfalls nicht grundlos.
Dass sich der Film eher an Jugendliche und auch an Erwachsene richtet, merkt man auch der Figur an, die Mel Gibson hier spielt. Sein Charakter ist für einige ziemlich dramatische und auch traurige Momente zuständig, wobei Gibson angenehm zurückhaltend agiert und sich nicht (wie zuletzt ja oft, wenn auch unterhaltsam) mit allerlei Trubel in den Vordergrund spielt. Im direkten Zusammenspiel mit dem jungen Mason Thames, der seit seiner Hauptrolle im Drachenzähmen leicht gemacht-Remake zurecht ordentlich an Aufmerksamkeit gewonnen hat, ergibt sich dabei ein sympathisches Duo, dem man gerne zusieht. Der Rest des Casts hat da deutlich das Nachsehen, denn gerade beim Casting der anderen Kids sind hier einige Fehler zu sehen. Die restlichen Kinder bleiben, auch angesichts der bisweilen arg banalen und schluderigen Dialogzeilen, vollkommen blass und lassen bisweilen keinerlei Talent erkennen. Das liegt auch daran, dass das Drehbuch wenig Wert auf die Freundschaft unter den Kids legt und den Charakteren somit keinerlei Fleisch auf die Knochen zaubert. Zieht man dabei die großen Vorbilder heran und erinnert sich, wie gut dabei die jeweiligen Jugendgruppen gecastet und ihre Charaktere gezeichnet waren, kann man das hier nur noch als ganz läppischen, bisweilen auch lieblosen Abklatsch ansehen.

Fazit: Obwohl Mel Gibson und Mason Thames sympathisch aufspielen und die Geschichte hier und da ihre netten Überraschungen hat, bleibt die Inszenierung zu altbacken und der allgemeine Plot zu zahm, um wirklich zu begeistern. Dieser Film kann deswegen allerhöchstens im Windschatten von Stranger Things und Co. mitfahren.

Note: 4+



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