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Star Wars: Geschichten

Die längsten (und langwierigsten) Animationsserien aus dem Star Wars-Kosmos liegen zwar bereits hinter uns, doch um den Streamingdienst der Maus ordentlich zu füllen, bringt Disney alle Nase lang neuen Content von den Sternenkriegen heraus - ob man sich das nun wünscht oder nicht. Und wahrscheinlich hatte zuvor niemand um sechsteilige Anthalogie-Staffeln mit rund fünfzehnminütigen Episoden gebeten, die sehr kompakte Geschichten von manch einer Figur erzählen, wobei keine der Folgen sich dramaturgisch wirklich berührt. Das klang nun wirklich danach, als wüsste man bei Disney nicht, was man noch so an Serien raushauen könnte und hätte sich dies dann einfach mal aus den Fingern gesaugt. Aber ich will ja wirklich alles sehen, was nun zum offiziellen Kanon gehört und habe deswegen auch die drei Geschichten-Staffeln mitgenommen. Wie für die Animationsserien des Franchise üblich, liste ich alle drei (bisherigen) Staffeln hier übersichtlich auf und bespreche jede einzelne von ihnen kurz und knapp - denn das reicht hierbei wirklich völlig...

Geschichten der Jedi: Nun ja, so richtig viel drin ist hier nicht. Die gesamte Staffel, bestehend aus sechs Folgen, ist nach nicht einmal anderthalb Stunden schon wieder vorbei. Die einzelnen Geschichten sind an und für sich gar nicht mal so unspannend, aber aufgrund der geringen Länge der einzelnen Episoden ist die Dramaturgie natürlich simpel - bevor es eigentlich richtig losgegangen ist, ist der zentrale Konflikt schon losgetreten und nur wenige Minuten später ist die Folge dann auch wieder zu Ende. Kein Wunder, dass hier keine bahnbrechenden, neuen Informationen auf die Fans warten und sich das Ganze dementsprechend nur wie ein kleiner Übergang zu größeren Dingen anfühlt. Der weiterentwickelte und trotzdem irgendwie an The Clone Wars erinnernde Animationsstil ist jedoch recht hübsch anzusehen und das Wiedersehen mit bekannten Figuren macht ja eh immer Freude - gerade Ahsoka Tano's Momente sind hier mal wieder ganz große. Darüber hinaus bleibt aber wenig hängen und wohl nur die ganz beinharten Star Wars-Fans werden auch diesem Stück Content noch auf den Leim gehen wollen. Note: 4+

Geschichten des Imperiums: Das Konzept bleibt auch in der folgenden Anthalogie-Serie das Gleiche: Sechs Episoden, allesamt ziemlich kurz, nur diesmal mit einem veränderten Fokus. Es geht nun nicht mehr (bzw. weniger) um ikonische Jedi-Krieger, sondern um dunkle Gestalten innerhalb des Imperiums. Das ist insofern interessant, dass es durchaus Grauzonen zu erleben gibt, wenn die eigentlichen Bösewichter hier nun ins Zentrum von kleinen Geschichten gerückt werden. Allerdings sind diese Geschichten eben genau das: Klein. Dementsprechend können sie sich praktisch kaum entfalten, um die eher laue Dramaturgie noch zu etwas mehr zu machen. Hinsichtlich der Animationsqualität weiß die Serie weiterhin zu gefallen, gerade die einzelnen Actionszenen sind sehr gelungen und zeigen, wie sehr sich die Technik seit Clone Wars weiterentwickelt hat. Mehr als auf Sparflamme köchelnder Content, der nur dazu da scheint, um die Wartezeit auf weitere Star Wars-Inhalte kurzzeitig zu verkürzen, ist das hier aber weiterhin nicht. Note: 4+

Geschichten der Unterwelt: Hier sank mein Interesse rapide, was aber nicht unbedingt die Schuld der Show ist. Ich habe seit jeher ein Problem mit Anthalogie-Serien, die im Grunde keine fortlaufenden Geschichten erzählen und auch wenn man sich hier nun um etwas mehr Kohärenz zwischen den einzelnen Folgen bemüht, konnten mich diese Geschichten nicht mehr packen. Cad Bane fand ich als Charakter ohnehin immer eher schal und nach meiner Ansicht wurde er in den Animationsserien viel zu oft eingesetzt. Ventress als anderen Hauptcharakter der Serie empfinde ich als spannender, doch ihre Geschichte bleibt dafür irgendwo in harmloseren Konflikten stecken und zieht deswegen nie richtig an. Aber wie gesagt, diese kleinen Story-Schnipsel sind ohnehin nicht all zu sehr mein Ding, weswegen Fans von dieser Art Erzählungen und dem gewohnten, hier recht schicken Animationsstil im Grunde weiterhin bedenkenlos einschalten können. Note: 4

Und damit bin ich am (vorläufigen) Ende meiner Reise, die mit meiner Sichtung von Geschichten der Unterwelt zwar eher mau endete, aber zuvor einige echte Highlights für mich bereithielt. Wobei ich natürlich ein wenig geschummelt habe, denn mit der an Vorschulkinder (!) gerichteten Animationsserie Die Abenteuer der jungen Jedi oder der an den What If...?-Geschichten von Marvel orientierten Anime-Serie Visionen habe ich nun doch einige Titel ausgelassen, die mich vorab so gar nicht angesprochen haben und die wohl auch keinen weiteren Einfluss auf den Kanon von Star Wars haben sollen. Es ist jedoch gut möglich, dass ich zumindest Visionen demnächst noch mal nachhole, nachdem ich mir eine kleine Pause von der Thematik gegönnt habe. Und mit der zweiten Staffel von Ahsoka und dem großen Kinofilm The Mandalorian & Grogu stehen die nächsten großen Projekte ja bereits in der Pipeline. Die Macht wird also weiterhin mit uns sein.



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