Um den Umzug ihres gemeinsamen Freundes Jesse (Blu del Barrio) aufgrund des plötzlichen Todes seines Vaters zu verhindern, entschließen sich die vier Freunde Cody Seale (Jack Champion), Deni Matthews (Sophia Lillis), Yvonne Reynolds (Whitney Peak) und Kyle Albright (Zaire Adams) zu einem hochgefährlichen Plan. Sie alle sind Kinder aktiver DEA-Agenten - also warum nicht die geheimen Informationen ausnutzen, um aktive "Trap Houses" zu überfallen und das dabei erbeutete Geld einzusetzen, um ihren gemeinsamen Freund zurückzuholen und das fehlende Gehalt des verstorbenen Vaters auszugleichen. Dabei müssen sie aber nicht nur den mehr als wachen Augen von Codys Vater Ray (Dave Bautista) ausweichen, sondern auch möglichst anonym bleiben... denn das Kartell, welches sie berauben, würde alles daran setzen, diese Diebstähle mit dem Tod zu bestrafen.
Wenn man davon ausgeht, dass der erste Film, den man sich im neuen Jahr 2026 ansieht, ein wenig stellvertretend für das gesamte Filmjahr steht, dann wäre es ein Zeichen für ein wirklich schwaches Jahr. Natürlich ist das Blödsinn und ich hätte mir statt diesem Werk auch einfach einen Film ansehen können, von dem ich nicht vorher bereits ausging, dass es sich hierbei wahrscheinlich wieder nur um arg blöde Streaming-Stangenware handeln würde. Trotzdem ist es natürlich schade, dass das Jahr zumindest für den Streamingdienst von Amazon gleich so bescheiden anfängt (bzw. dass das vorige Jahr so endet, denn Trap House wurde vorsorglich an Silvester veröffentlicht, um so vermutlich die Ausrede nutzen zu können, dass alle Menschen feiern waren und der Film aufgrund mal wieder kaum wahrnehmbarer Werbung deswegen nicht geklickt wurde). Der Cast, den man sich hierfür zusammengetrommelt hat, macht seine Sache aber so gut es nur geht - so agieren Dave Bautista und Avatar-Star Jack Champion als Vater-und-Sohn-Paar durchaus glaubwürdig. Und Sophia Lillis ist sogar dann noch mit viel Charme bei der Sache, wenn sie in ihrer verzichtbaren Rolle im Grunde nichts weiter zu tun hat als irgendwie dabei zu sein... wofür die aus dem Fantasy-Kracher Dungeons & Dragons - Ehre unter Dieben bekannte Schauspielerin natürlich viel zu gut ist und ihr Talent daher mehr als verschwendet wird.
Ein spielfreudiger, wenn auch durchweg unterforderter Cast macht aber nicht die Schwächen einer völlig hirnrissigen Geschichte wieder wett, die sich schon in meiner knappen Handlungszusammenfassung absolut banal lesen wird. Der Plan der vier Kids, einfach mal ein hochgefährliches Mega-Kartell zu überfallen, ist schon auf dem Papier einer der dümmsten des gerade begonnenen Filmjahres - nicht nur, dass die Kids es aufgrund der Berufe ihrer Eltern besser wissen müssten (und es auch besser wissen, wie sie seltsamerweise immer wieder betonen), sondern auch die Umsetzung ihrer offensichtlich nicht wirklich durchdachten Überfälle sorgt für allerlei Fragezeichen. Damit das dann auch möglichst dummdreist rüberkommt, hat man die vier Teenies als die dümmsten Jugendlichen der jüngeren Filmgeschichte geschrieben, die trotz ihrer wichtigen Hintergrund-Infos so viele dummer Fehler machen und bei der kleinsten Unebenheit wild herumkreischen. Als simpler Komödienstoff, in welchem eine Bande völlig hirnloser Teenager sich mit einem Kartell anlegt, hätte dieses Story-Gewust womöglich funktioniert. Da die Macher hieraus aber augenscheinlich einen bierernsten Thriller machen wollten, der darüber hinaus noch mit allerlei Einzelszenen aufwartet, in denen alle Beteiligten (nicht nur die Kids) ohne jedes Gespür für Logik handeln, ist man über weite Strecken mit genervtem Kopfschütteln beschäftigt.
Und das ist ziemlich schade, denn abseits dieser wirklich erschreckend dummen Geschichte, die aufgrund der unglaublichen Forcierung des allgemeinen Plans auch sehr, sehr lange braucht, um überhaupt in die Gänge zu kommen, gibt es hier und da doch einiges, was man an Trap House gut finden könnte. So ist der Spannungsbogen rund um ein Kartell, welches die Identitäten aktiver DEA-Agenten aufdecken möchte, eigentlich gar nicht so uninteressant - legt sich aber dafür Überraschungen zurecht, die so offensichtlich sind, dass selbst die weniger aufmerksamen Zuschauer*innen sie nach zehn Sekunden durchschaut haben. Auch die Actionszenen sind durchweg solide umgesetzt, doch müssen diese sich aufgrund des erschreckend dämlichen Drehbuchs auch immer wieder Momenten ergeben, in denen man nur lauthals lacht statt über einige nette Inszenierungsideen zu staunen. So kommt man zu dem Schluss, dass hier vor und hinter der Kamera durchaus einige Talente versammelt waren, die aufgrund der völligen Fehlbarkeit des Autorenteams aber geradewegs ins offene Messer laufen mussten. Dank ihnen haben wir dann schon sehr früh einen Kandidaten für die dümmste Geschichte des Filmjahres - das muss man so auch erstmal schaffen.
Fazit: Die Geschichte ist nicht nur wahnsinnig umständlich erzählt, sondern auch so dumm, dass sie sich überverkomplizieren muss, um die ganze Dummheit zu erklären. Dass das Team sonst eigentlich ein Gespür für Spannungsaufbau, Schauspielführung und Action hat, kommt zwar immer wieder durch, doch gegen solch ein dämliches Drehbuch scheint jedes solide Talent machtlos.
Note: 4
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