Direkt zum Hauptbereich

Trap House (2025)

Um den Umzug ihres gemeinsamen Freundes Jesse (Blu del Barrio) aufgrund des plötzlichen Todes seines Vaters zu verhindern, entschließen sich die vier Freunde Cody Seale (Jack Champion), Deni Matthews (Sophia Lillis), Yvonne Reynolds (Whitney Peak) und Kyle Albright (Zaire Adams) zu einem hochgefährlichen Plan. Sie alle sind Kinder aktiver DEA-Agenten - also warum nicht die geheimen Informationen ausnutzen, um aktive "Trap Houses" zu überfallen und das dabei erbeutete Geld einzusetzen, um ihren gemeinsamen Freund zurückzuholen und das fehlende Gehalt des verstorbenen Vaters auszugleichen. Dabei müssen sie aber nicht nur den mehr als wachen Augen von Codys Vater Ray (Dave Bautista) ausweichen, sondern auch möglichst anonym bleiben... denn das Kartell, welches sie berauben, würde alles daran setzen, diese Diebstähle mit dem Tod zu bestrafen.

Wenn man davon ausgeht, dass der erste Film, den man sich im neuen Jahr 2026 ansieht, ein wenig stellvertretend für das gesamte Filmjahr steht, dann wäre es ein Zeichen für ein wirklich schwaches Jahr. Natürlich ist das Blödsinn und ich hätte mir statt diesem Werk auch einfach einen Film ansehen können, von dem ich nicht vorher bereits ausging, dass es sich hierbei wahrscheinlich wieder nur um arg blöde Streaming-Stangenware handeln würde. Trotzdem ist es natürlich schade, dass das Jahr zumindest für den Streamingdienst von Amazon gleich so bescheiden anfängt (bzw. dass das vorige Jahr so endet, denn Trap House wurde vorsorglich an Silvester veröffentlicht, um so vermutlich die Ausrede nutzen zu können, dass alle Menschen feiern waren und der Film aufgrund mal wieder kaum wahrnehmbarer Werbung deswegen nicht geklickt wurde). Der Cast, den man sich hierfür zusammengetrommelt hat, macht seine Sache aber so gut es nur geht - so agieren Dave Bautista und Avatar-Star Jack Champion als Vater-und-Sohn-Paar durchaus glaubwürdig. Und Sophia Lillis ist sogar dann noch mit viel Charme bei der Sache, wenn sie in ihrer verzichtbaren Rolle im Grunde nichts weiter zu tun hat als irgendwie dabei zu sein... wofür die aus dem Fantasy-Kracher Dungeons & Dragons - Ehre unter Dieben bekannte Schauspielerin natürlich viel zu gut ist und ihr Talent daher mehr als verschwendet wird.
Ein spielfreudiger, wenn auch durchweg unterforderter Cast macht aber nicht die Schwächen einer völlig hirnrissigen Geschichte wieder wett, die sich schon in meiner knappen Handlungszusammenfassung absolut banal lesen wird. Der Plan der vier Kids, einfach mal ein hochgefährliches Mega-Kartell zu überfallen, ist schon auf dem Papier einer der dümmsten des gerade begonnenen Filmjahres - nicht nur, dass die Kids es aufgrund der Berufe ihrer Eltern besser wissen müssten (und es auch besser wissen, wie sie seltsamerweise immer wieder betonen), sondern auch die Umsetzung ihrer offensichtlich nicht wirklich durchdachten Überfälle sorgt für allerlei Fragezeichen. Damit das dann auch möglichst dummdreist rüberkommt, hat man die vier Teenies als die dümmsten Jugendlichen der jüngeren Filmgeschichte geschrieben, die trotz ihrer wichtigen Hintergrund-Infos so viele dummer Fehler machen und bei der kleinsten Unebenheit wild herumkreischen. Als simpler Komödienstoff, in welchem eine Bande völlig hirnloser Teenager sich mit einem Kartell anlegt, hätte dieses Story-Gewust womöglich funktioniert. Da die Macher hieraus aber augenscheinlich einen bierernsten Thriller machen wollten, der darüber hinaus noch mit allerlei Einzelszenen aufwartet, in denen alle Beteiligten (nicht nur die Kids) ohne jedes Gespür für Logik handeln, ist man über weite Strecken mit genervtem Kopfschütteln beschäftigt.
Und das ist ziemlich schade, denn abseits dieser wirklich erschreckend dummen Geschichte, die aufgrund der unglaublichen Forcierung des allgemeinen Plans auch sehr, sehr lange braucht, um überhaupt in die Gänge zu kommen, gibt es hier und da doch einiges, was man an Trap House gut finden könnte. So ist der Spannungsbogen rund um ein Kartell, welches die Identitäten aktiver DEA-Agenten aufdecken möchte, eigentlich gar nicht so uninteressant - legt sich aber dafür Überraschungen zurecht, die so offensichtlich sind, dass selbst die weniger aufmerksamen Zuschauer*innen sie nach zehn Sekunden durchschaut haben. Auch die Actionszenen sind durchweg solide umgesetzt, doch müssen diese sich aufgrund des erschreckend dämlichen Drehbuchs auch immer wieder Momenten ergeben, in denen man nur lauthals lacht statt über einige nette Inszenierungsideen zu staunen. So kommt man zu dem Schluss, dass hier vor und hinter der Kamera durchaus einige Talente versammelt waren, die aufgrund der völligen Fehlbarkeit des Autorenteams aber geradewegs ins offene Messer laufen mussten. Dank ihnen haben wir dann schon sehr früh einen Kandidaten für die dümmste Geschichte des Filmjahres - das muss man so auch erstmal schaffen.

Fazit: Die Geschichte ist nicht nur wahnsinnig umständlich erzählt, sondern auch so dumm, dass sie sich überverkomplizieren muss, um die ganze Dummheit zu erklären. Dass das Team sonst eigentlich ein Gespür für Spannungsaufbau, Schauspielführung und Action hat, kommt zwar immer wieder durch, doch gegen solch ein dämliches Drehbuch scheint jedes solide Talent machtlos.

Note: 4



Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Eddie the Eagle - Alles ist möglich

"Das wichtigste bei den Olympischen Spielen ist nicht der Sieg, sondern die Teilnahme. Das wichtigste im Leben ist nicht der Triumph, sondern der Kampf." Dieses Zitat, welches den Film "Eddie the Eagle" abschließt, stammt von Baron Pierre de Coubertin, dem Begründer der Olympischen Spiele. Und es bringt den Kern der Geschichte, die in diesem Film erzählt wird, sehr gut auf den Punkt, denn um den Sieg geht es hier eigentlich nicht oder zumindest nicht sehr lange. Aber es wird gekämpft und das obwohl niemand dieses seltsame Gespann aus Trainer und Sportler wirklich ernstnehmen wollte - genau das ist das Herz dieses Biopics, welches viele Schwächen, aber zum Glück auch viel Herz hat... EDDIE THE EAGLE Für Michael Edwards (Taron Egerton) gibt es trotz einer bleibenden Knieverletzung nur einen Traum: Er will in einer Disziplin bei den Olympischen Spielen antreten. Schon in seiner Kindheit scheitert er beim Hammerwerfen und Luftanhalten und landet schließlich, sehr...

Eraser

Arnold Schwarzenegger, wohl neben Sylvester Stallone die Action-Ikone der 80er und 90er Jahre schlechthin, ist endlich zurück. Nachdem er sein Amt als Gouverneur von Kalifornien niedergelegt hat, dürfen wir ihn seit einiger Zeit endlich wieder in genügend rauen, spaßigen Actionfilmen wiedersehen. Auch wenn in der heutigen Zeit ganz klar Statham, Diesel und Co. die Actionhelden sind, macht es aber dennoch Spaß, den "Terminator"-Star wiederzusehen. Und natürlich auch seine vergangenen Filme, von denen ich bislang kaum einen gesehen habe und die ich nun mal nachholen möchte. Angefangen habe ich nun mit "Eraser" aus dem Jahr 1996... ERASER US-Marshall John Kruger (Arnold Schwarzenegger) arbeitet in einer geheimen Vereinigung der USA im Zeugenschutzprogramm. Darin beschützt er die Leben von Kronzeugen, welche vor Gericht Aussagen tätigen sollen und verschafft ihnen eine neue Identität, um sie vor dem Tod zu bewahren. Sein neuester Job ist eine junge Mitarbeiterin bei...

Der große Crash - Margin Call

Es gehört schon einiges an Talent dazu, einen Film über eine Schar Anzugträger, die in dialoglastiger Manier das eventuelle, schockierende Ende ihrer Firma aufdecken. Wenn man es falsch angeht, könnte der Stoff arg trocken werden, mal ganz davon abgesehen, dass der Otto-Normal-Zuschauer mit den finanziellen Zusammenbrüchen und all den Zahlen nicht unbedingt umgehen kann. Eine Riege großer Stars kann da schon helfen, die Zuschauer anzulocken, so beweist es zumindest der angenehm ruhige Thriller "Margin Call"... DER GROSSE CRASH - MARGIN CALL Kurz vor der Finanzkrise 2007: In der Wertpapierhandelsabteilung einer großen New Yorker Bank werden etliche Mitarbeiter entlassen, unter ihnen ist auch Risikomanager Eric Dale (Stanley Tucci), der zuvor jedoch noch eine schockierende Entdeckung macht. Seine Arbeit hinterlässt er dem übriggebliebenen Mitarbeiter Peter Sullivan (Zachary Quinto), der die Zahlen überprüft... und dadurch entdeckt, dass der ganze Konzern auf wackligen Fü...