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A Knight of the Seven Kingdoms - Die erste Staffel

Etwa hundert Jahre vor der Trennung der Familie Stark und dem Erstarken der Lannister's in Königsmund zieht der unerfahrene, aber tapfere Ritter Ser Duncan der Große (Peter Claffey) durch Westeros. Sein Ziel ist die Teilnahme an einem großen Turnier, doch hat er Schwierigkeiten unter den dortigen Männern überhaupt als Ritter akzeptiert zu werden. Seine Reise führt ihn schließlich mit dem jungen Waisen Egg (Dexter Sol Ansell) zusammen, den er erst nicht als seinen Gefährten akzeptieren möchte, schließlich aber merkt, wie sehr er ihn braucht. Gemeinsam geraten sie vor dem Hintergrund manch eines politischen Ränkespiels und in weiter Ferne zu den Targaryens, die mit Macht über den Eisernen Thron herrschen, in manch ein Dilemma, stellen sich großen Herausforderungen, treten neuen Verbündeten gegenüber und begegnen gefährlichen Feinden.

Neues Material aus dem Game of Thrones-Universum nehme ich auch auf filmischer Ebene im Grunde immer mit Kusshand. Denn auch wenn die Hauptserie 2019 sicherlich nicht auf ihrem Höhepunkt endete und auch das Spin-Off House of the Dragon für mich zuletzt an Faszination einbüßte, so begeistert mich Westeros als Welt an sich noch immer. Und trotz dieser ungebrochenen Liebe für die verschiedenen Serien war ich mehr als skeptisch, als es um A Knight of the Seven Kingdoms ging. Manch eine Stimme sprach gar von einer Art Sitcom, ohne jeden Fantasy-Einschlag (was so ja auch nur zur Historie passt, denn Drachen gibt's hier natürlich keine mehr) und die erstaunlich kurzen Episoden, die bisweilen nur ungefähr die Hälfte der Laufzeit einer herkömmlichen Game of Thrones-Folge aufweisen und dabei bei nur sechs Episoden ziemlich schnell abgefrühstückt sind, mag ein wirklich episches Feeling, wie wir es von diesem Universum eigentlich gewohnt sind, doch wohl kaum aufkommen. Das soll es aber auch gar nicht, denn diese inszenatorischen und produktionstechnischen Entscheidungen helfen dabei, diese neue Serie von ihren großen (und spektakuläreren) Geschwistern abzuspalten. 
Es wäre nun gelogen, wenn ich behaupten würde, dass ich ebenso gut unterhalten wurde wie immer, wenn es um Game of Thrones geht. Denn weder wurde ich zu Beginn mit den Figuren wirklich warm noch empfand ich die Ausrichtung in eine deutlich humoristische Richtung, die dabei aber vor allem mit ziemlich derbem und bemüht-unlustigem Fäkalwitz aufwartet, als gelungen. Während der ersten Episode war ich gar regelrecht enttäuscht und dachte bereits, dass HBO sich zum ersten Mal, wenn es um Westeros geht, wirklich verhoben hatte. Mit der Zeit wird die Show aber besser, auch wenn sie sich tonal immer wieder verhebt. So passt vor allem die im späteren Verlauf einsetzende Ernsthaftigkeit und gewohnte Brutalität desöfteren nicht zu dem leichteren Ton und dass es hier vergleichsweise doch eher um Nichtigkeiten geht, muss man so auch erstmal schlucken.
Tut man das, wird man seine Freude haben. Auch ohne große Schlachtengemälde oder feuerspuckende Drachen ist das hier optisch mal wieder ein echter Leckerbissen. Und auch wenn die Hauptfigur ziemlich blass bleibt und ich mich an diesen ebenso stillen wie merkwürdig langweiligen Hünen nicht gewöhnen wollte, so sind zahlreiche Nebencharaktere umso schillernder geraten. Und man darf zudem erwarten, dass die Show noch zulegt, denn das Staffelfinale scheint den Punkt zu markieren, an dem es nun erst richtig losgehen dürfte - ähnlich, wie es damals auch bei Game of Thrones der Fall war und wir die schiere Größe dieser Geschichte zu Beginn noch gar nicht erahnen konnten. So bleibt dann der letztliche Eindruck, dass man nicht auf höchstem Niveau unterhalten wurde, dass dies aber diesmal auch gar nicht der Ansatz der Macher war. Der Versuch, eine kleinere, fast schon feinere Geschichte im gleichen Universum zu erzählen, ist ebenso gewagt wie schwierig und das Ergebnis strauchelt bisweilen. Interessant ist es aber allemal und dürfte für Fans der Materie ohnehin eine unverzichtbare Pflichtsichtung sein.

Fazit: Weniger spektakulär und tonal oftmals arg unentschlossen, bisweilen sogar völlig daneben. Als kleinerer Bruder einer deutlich größeren Serie unterhält diese erste Staffel aber mit frischen Ideen und ungeahnten Qualitäten, auch wenn ich mit den Hauptfiguren bis zum Ende nicht ganz warm wurde.

Note: 3+



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