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A.I. - Künstliche Intelligenz

Weit in der Zukunft ist es den Menschen gelungen, lebensechte Roboter, sogenannte "Mechas", herzustellen, die absolut realistisch aussehen und sogar Empfindungen wie Schmerz besitzen. Diese von der Menschheit weitestgehend als Alltagshilfen benutzten Roboter werden jedoch von einer Weiterentwicklung der Firma Cybertronics übertroffen, die es geschafft hat, einen kindlichen Mecha zu erstellen. Der Prototyp David (Haley Joel Osment) wird an ein Ehepaar überbracht, deren eigenes Kind sich in einem komatösen Zustand befindet - so wollen Monica (Frances O'Connor) und Henry Swinton (Sam Robards) das Loch in ihrem Herzen füllen. Doch David agiert nicht immer so, wie es sich die Eltern wünschen und gerade Monica hat zu Beginn unglaubliche Probleme damit, dieses für sie "unechte" Kind in ihr Leben zu lassen. David beschließt, dass seine Mutter ihn wohl erst dann lieben könnte, wenn er zu einem richtigen Jungen geworden ist - ein Ziel, welches ihn fortan nicht mehr loslassen soll...

Wenn der legendäre Steven Spielberg einen Film macht, den eigentlich der ebenso legendäre Stanley Kubrick machen wollte, diesen Stoff dann jedoch (übrigens kurz vor seinem Tod) an Spielberg abtrat, dann kann dabei eigentlich nur ein Meisterwerk herauskommen, oder? Nun ja, nicht ganz, denn angesichts der schier gigantischen Themen, die "A.I." sich auflädt, ist es kein Wunder, wenn sich selbst ein echter Regie-Veteran wie Spielberg mal verhebt. Das ist ihm hier nun widerfahren, was aber an und für sich kein echter Beinbruch ist. Denn alles, was man von dem "Jurassic Park"-Regisseur kennt und liebt, ist auch hier zu finden. Das heißt: Ein visueller Rausch, jenseits aller sinnfreien Effekte-Eskapaden, dafür mit ungemein viel Herz und Liebe zum Detail. Große Gefühle, fantastische Bilder, ein erstaunliches, lebendiges World Building, einige Momente die zutiefst verstören, brillante Kameraarbeit (mal wieder vom Genie Janusz Kaminski) und ein weiterer, unvergleichlich schöner Soundtrack von "Harry Potter"-Komponist John Williams. All das ist mal wieder pure Kinomagie, wie sie (vielleicht) nur Spielberg kann. Und trotzdem springt der Funke letztendlich nicht ganz über.
Das liegt an Spielbergs Eigenart, sich gewissen, auch solch über-komplexen Themen zu nähern. Spielberg hatte schon immer einen Hang zum Kitschigen, zum etwas Gefühlsduseligen, was ihm seine Kritiker ja gerne nachhalten. In vielen seiner märchenhaften Stoffe passt das dann, ob wir nun von "E.T." oder den "Indiana Jones"-Filmen reden. Auch in "A.I." finden sich diese ganz großen, bisweilen kitschigen Gefühle. Und für den Ansatz, den Spielberg für die Handlung wählte, passt er auch, erzählt er den Film doch zu Großteilen aus Davids Sicht. Ein unschuldiges Kind, welches die gleiche Liebe erfahren möchte, die auch er seinen Mitmenschen, vor allem seiner auf ihn geprägten Mutter, entgegenbringt. Das ist immer wieder erschütternd, wenn David auch in die kalte, boshafte Welt um ihn herum hineingeworfen wird und Begegnungen mit Menschen macht, die ihm nicht wohlgesonnen wird... auch wenn er nicht versteht, wieso. Und es ist immer wieder auch launig und sogar ein bisschen witzig, vor allem wenn der eigentliche Star des Films auftritt: Ein alles trocken kommentierender, dabei aber ungemein herzlicher Teddybär, den wohl ein jeder nach nur wenigen Minuten sofort ins Herz schließen wird.
Doch ist dieser Ansatz überhaupt der richtige? Darüber lässt sich streiten, denn diese Themen sind besonders in gesellschaftlicher Richtung viel zu groß, um sie zu einem schieren Märchen rund um einen "unechten" Jungen zu machen. Immer wieder streift Spielberg die düsteren, unangenehmen Themen, die sicherlich auch ein Stanley Kubrick im Sinn hatte, als er sich mit diesem Stoff beschäftigte. Er bleibt jedoch nur kurz an ihnen hängen, um dann doch woanders weiterzumachen. Gigantische Fragen wirft er auf, möchte sich jedoch nicht richtiggehend mit ihnen auseinandersetzen. Das mag man verzeihen, denn diese Fragen sind so allumfassend und komplex, dass es schwierig ist, diesen gerecht zu werden. So zum Beispiel um die moralische Verpflichtung eines echten Menschen - sind wir dazu verpflichtet, einem "unechten" Wesen Gefühle entgegenzubringen, wenn es darauf programmiert wurde, uns zu lieben? Wo verschwimmt die moralische Grauzone, wenn es sich um Mechas handelt? Schlummert in ihnen auch eine Seele? Harter Tobak also, doch das Spielberg dann nicht mal versucht, diesen Themen gerecht zu werden und sie ein bisschen aufzudröseln, ist dann doch enttäuschend. Stattdessen flüchtet er sich in der letzten halbe Stunde in zwar wunderschön bebildertem, aber auch ziemlich süßlichen Sci-Fi-Kram, der durchweg zu kitschig herüberkommt im Kontrast zu dem, was diese Geschichte eigentlich, mit einem etwas anders oder zumindest gleichmäßiger veteilten Fokus auf verschiedene Seiten, hätte aussagen können und müssen.

Fazit: "A.I." ist, wie im Grunde alle Spielberg-Filme, pure Kino-Magie: Großartig bebildert, wunderbar gefilmt und mit einer dichten Atmosphäre ausgestattet. Den komplexen Themen, die in der Geschichte stecken, wird der Film zugunsten einer märchenhaften Ausgestaltung, aber nur selten gerecht.

Note: 3+



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