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Night Swim

Durch den Kauf eines neuen Hauses hofft die Familie Waller, einen Neuanfang wagen zu können. Vor einigen Jahren erkrankte Familienvater Ray (Wyatt Russell), vormals ein erfolgreicher Baseball-Spieler an einer aggressiven Multiple-Sklerose, was seine Karriere zum Erliegen brachte. Eine neue Umgebung, die diesmal aufgrund fehlender, weiterer Umzüge durch neue Sportengagements des Vaters, soll endlich den erhofften Aufwind bringen. Schon früh macht sich Mutter Eve (Kerry Condon) jedoch Sorgen, da sie ein ungutes Gefühl bezüglich des im hinteren Garten gelegenen Pools hat. Auch die Kinder Elliot (Gavin Warren) und Izzy (Amelie Hoeferle) meiden das Nass bald aufgrund seltsamer Vorkommnisse, die sie darin erleben. Nur Ray scheint dem Pool weiterhin beinahe ekstatisch geneigt zu sein...

Eigentlich hatte ich "Night Swim" nach den vermehrt negativen Kritiken nicht mehr auf dem Zettel. Als sich zuletzt jedoch ausgerechnet die Horror-Ikone Stephen King mehr als positiv zu dem sonst so schwach besprochenen Grusel-Thriller äußerte, beschloss ich doch noch einen Blick zu wagen... auch aufgrund der namhaften Besetzung rund um "Thunderbolts"-Star Wyatt Russell und der oscarnominierten Kerry Condon in den Hauptrollen. Ich hätte aber wahrscheinlich auf mein Bauchgefühl hören sollen, denn im Kern ist "Night Swim" ein wahnsinnig schnarchiger Möchtegern-Schocker, der seine (durchaus zahlreichen) guten Ideen zugunsten einiger blöder Produzenten-Ideen verschenkt. So war der Film von Anfang an als durchweg unblutige und bloß nicht zu erschreckende PG13-Produktion geplant, sodass sich auch Jugendliche problemlos an dem Film ergötzen können, ohne Angst vor nachfolgenden Alpträumen zu haben. Und so fühlt sich das Werk dann eben auch an: Er ist kaum gruselig, dafür aber über weite Strecken zahm und langatmig.
Das fängt schon bei der Grundidee an: Ein Pool als Fixpunkt von horrorartigem Schrecken klingt irgendwie reichlich absurd. Die Voraussetzungen sind aber dennoch da, wie "Night Swim" mit einem recht atmosphärischen Prolog belegt und auch später lassen sich einige Szenen finden, die mit etwas mehr Verve durchaus echte Horror-Stimmung hätten kreieren können. Entweder fehlt es Regisseur Bryce McGuire allerdings schon von Natur aus an dem nötigen, handwerklichen Geschick, um gewisse Szenen wirklich atmosphärisch auszuführen... oder die Produzentem legten hier zugunsten einer niedrigen Freigabe doch noch die Schrauben an. Dementsprechend ist es geradezu frustrierend zu sehen, wie viele gute Ideen eigentlich in diesem Produkt stecken, die jedoch niemals aus dem Vollen schöpfen können, da sie viel zu harmlos und bräsig inszeniert sind.
Die recht schwach getimten Jumpscares sind da noch das geringste Problem, denn auch darüber hinaus mag "Night Swim" einfach keine Gruselatmosphäre verursachen - gruselig sind hier höchstens einige Dialoge über das "böse Wasser", bei denen man ein versehentliches Kichern bisweilen nicht unterdrücken kann. Der Plot an sich arbeitet jedoch einigermaßen effektiv daran, ein spannendes Mysterium rund um den Pool zu etablieren, sodass man sich lange Zeit fragt, was hier denn nun eigentlich konkret gespielt wird. Während eines ziemlich lauen Finales bleibt man mit diesen Antworten, auf die man so lange gewartet und an denen man sogar selbst mitgerätselt hat, arg vage und begnügt sich mit dem typischen "War halt irgendwas Übernatürliches"-Ausweg. Das ist dann sogar bemerkenswert faul und ist dementsprechend enttäuschend, obwohl der sonst recht wirkungsvolle Aufbau des Mysteriums auch hinten raus trotzdem noch gefällt. Der Cast wird indes wenig gefordert und es bleibt deswegen fraglich, warum sich gerade solch in Hollywood in der ersten Liga etablierte Stars wie Russell und Condon für dieses Projekt hergegeben haben.

Fazit: "Night Swim" ist eine Horror-Schlaftabellte, der zwar einige auf dem Papier ansprechende Ideen besitzt, die aufgrund der weichgewaschenen und wenig wirkungsvollen Inszenierung aber niemals wirklich aufgehen. Am Ende bleibt ein reichlich zäher, kaum gruseliger und letztendlich ziemlich irrelevanter Film, der uns Swimming-Pools danach sicherlich nicht mit anderen Augen sehen lässt.

Note: 4



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