Direkt zum Hauptbereich

The Crown - Die sechste Staffel

Um den fünfzigsten Geburtstag seiner geliebten Camilla Parker Bowles (Olivia Williams) passend zu zelebrieren, hofft Charles (Dominic West), dass seine Mutter, die Königin Elizabeth (Imelda Staunton), an den Feierlichkeiten teilnimmt. Tatsächlich erhält er von ihr jedoch eine schmerzhafte Zurückweisung, die auch von ihrem Gatten Philip (Jonathan Pryce) vertreten wird. Indes flüchtet die mittlerweile offiziell von Charles geschiedene Diana (Elizabeth Debicki) in den Urlaub, um dem Medienrummel zu entgehen. Dabei trifft sie auch wieder auf Dodi Al-Fayed (Khalid Abdalla), dessen Vater Mohamed (Salim Daw) das Treffen der beiden aus vorrangig selbstsüchtigen Gründen eingefädelt hat. Daraus entwickelt sich ein kaum aufhaltbares Chaos bei der Presse, welches letztendlich auch den Buckingham Palace einbezieht, weswegen sowohl Charles als auch Elizabeth in die Offensive treten müssen...

Ich habe mich schon zu Beginn der Serie "The Crown" gefragt, an welcher Stelle diese wohl enden würde - auch, da ich mich vorher so wenig wie möglich über die Show informiert habe, um mich, obwohl ich natürlich von den meisten Ereignissen alleine schon aufgrund historischen Allgemeinwissens wusste, noch ein bisschen überraschen lassen zu können. Tatsächlich endet die Serie nicht an dem Punkt, den ich (und wahrscheinlich viele andere) erwartet haben mögen. Dafür aber zu einem Zeitpunkt, der durchaus klug gewählt ist. Man könnte aus dem Material rund um das britische Königshaus sicherlich noch mindestens eine Staffel herausschlagen, doch das Ende für diese Serie ist so passend gewählt, dass solcherlei nicht nötig ist. Und das sahen wohl auch Netflix und die Creator der Show so, die "The Crown" trotz des großen Erfolgs nach der sechsten Staffel endgültig zu ihrem Abschluss brachten. Und als dieser bringt auch die finale Season noch einmal alle Qualitäten mit, die man von der Serie zuvor schon so liebte: Eine prunkvolle Optik, ein begnadeter Cast, ein bisschen Witz und allerlei Emotionen, die vor allem auch die letzte Episode noch ein mal bestimmen und somit unterstreichen, dass hier wirklich ein Stück Seriengeschichte zu Ende geht.
Darüber hinaus splittet sich die sechste Staffel recht eindeutig in zwei Teile auf. In dem ersten von ihnen arbeitet man selbstverständlich die restliche Geschichte rund um Prinzessin Diana auf. Dabei zieht man sich mehr als achtbar aus der Affäre, wenn die letzten Hintergründe rund um das Schicksal der Prinzessin erst minutiös und mit ungemein viel Detailreichtum aufgedröselt und dramaturgisch dicht erzählt wird, um das große Unglück um ihre Person anschließend aber sehr respektvoll, würdig und dennoch dramatisch abzuhandeln. Dabei darf man erneut staunen, dass es "The Crown" gelingt, uns an Momenten und Szenen, von denen wir von Anfang wussten, wie diese abliefen, zu binden und auf emotionaler Ebene ungemein mitzureißen. Nicht zuletzt auch aufgrund einer mal wieder grandiosen Vorstellung von Elizabeth Debicki, die in dieser letzten Staffel noch ein bisschen besser an die ikonische Person herangerückt ist und ihre letzten Momente zu einer großen, aber niemals effekthascherischen Show werden lassen.
Der zweite Teil der Staffel blickt dann ein wenig in die Zukunft und kümmert sich um Charaktere, die bisher wenig thematisiert wurden - eine neue Generation an Prinzen und einem zukünftigen König wächst heran. Sicherlich brachte die Geschichte rund um die Prinzen William und Harry besondere Herausforderungen mit sich, da gerade die Ereignisse rund um ihre Personen noch ziemlich aktuell in den Köpfen des Publikums sein dürften. Doch auch hier gilt, dass man sich dank einer stimmigen und überzeugenden Besetzung sowie einer ziemlich leidenschaftlich und interessant aufgezogenen Liebesgeschichte sehr gut aus der Affäre zieht. Hin und wieder droht die Serie dabei, neben ihrer offensichtlichen Verneigung vor dem britischen Königshaus ein wenig den nötigen Biss zu verlieren - denn im Normalfall hat "The Crown" nicht nur bewundert, sondern zu gleichen Teilen auch nötig kritisiert. Besonders ein populärer Vorfall rund um Prinz Harry wird hier aber seltsamerweise nur kurz zwischengeschoben und recht schnell wieder zu den Akten gelegt... wie so manch ein Moment, der das Gefühl verursacht, dass in der sechsten Staffel viele wichtige Szenen etwas eilig abgefrühstückt werden mussten. Doch selbst in den schwächeren Momenten hält der brillierende Cast rund um Imelda Staunton und "Fluch der Karibik"-Star Jonathan Pryce noch die Fahne hoch und sorgt mit allerlei interessanten Details, großen Gefühlen und bemerkenswert skizzierten, dramaturgisch hochwertig gemachten Szenen dafür, dass "The Crown" bis zur allerletzten, brillanten Szene begeistert.

Fazit: Die vielleicht schwierigsten Hürden der gesamten Serie meistert "The Crown" mit viel Würde und Achtung und erschafft dabei einen packenden und bewegenden, dramatischen Bogen. Wie gehabt von einem ausgezeichneten Cast vorgetragen, entwickeln die Drehbücher hier einen echten Sog, bis zum sehr klug gewählten Schluss. Hier geht ein Stück Seriengeschichte nicht mit einem Paukenschlag, aber einem stimmigen Abgesang zu Ende.

Note: 2



Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Eraser

Arnold Schwarzenegger, wohl neben Sylvester Stallone die Action-Ikone der 80er und 90er Jahre schlechthin, ist endlich zurück. Nachdem er sein Amt als Gouverneur von Kalifornien niedergelegt hat, dürfen wir ihn seit einiger Zeit endlich wieder in genügend rauen, spaßigen Actionfilmen wiedersehen. Auch wenn in der heutigen Zeit ganz klar Statham, Diesel und Co. die Actionhelden sind, macht es aber dennoch Spaß, den "Terminator"-Star wiederzusehen. Und natürlich auch seine vergangenen Filme, von denen ich bislang kaum einen gesehen habe und die ich nun mal nachholen möchte. Angefangen habe ich nun mit "Eraser" aus dem Jahr 1996... ERASER US-Marshall John Kruger (Arnold Schwarzenegger) arbeitet in einer geheimen Vereinigung der USA im Zeugenschutzprogramm. Darin beschützt er die Leben von Kronzeugen, welche vor Gericht Aussagen tätigen sollen und verschafft ihnen eine neue Identität, um sie vor dem Tod zu bewahren. Sein neuester Job ist eine junge Mitarbeiterin bei...

Anna und die Apokalypse

Teenagerin Anna (Ella Hunt) lebt eigentlich ein recht herkömmliches Highschool-Leben mit Verehrern, Hausaufgaben und manch einer jugendlichen Tragödie. Statt sich Schulfesten hinzugeben, ackert sie jedoch lieber für ein Flugticket raus aus den USA, um auf Reisen zu gehen. Diese Pläne werden jedoch plötzlich durchkreuzt, als in Annas Stadt eine Zombie-Apokalypse ausbricht. Erst nehmen sie und Annas und Freunde diese Sache mit Humor, doch als die Ernsthaftigkeit der Situation über sie hereinbricht, greifen sie zu allem, was sich durch einen Zombieschädel bohren lässt, um sich den Weg zur Highschool freizukämpfen. Dort sitzt nämlich Annas Vater Tony (Mark Benton) unter dem Kommando des verrückten Schulleiters Savage (Paul Kaye) fest... Man merkt schon - wirklich ernstnehmen tun die Macher rund um Regisseur John McPhail das immer noch allseits beliebte Zombie-Thema hier nicht und verpacken es daher dann auch, was in dieser Form tatsächlich noch unverbraucht ist, in ein buntes Musical. ...

Der große Crash - Margin Call

Es gehört schon einiges an Talent dazu, einen Film über eine Schar Anzugträger, die in dialoglastiger Manier das eventuelle, schockierende Ende ihrer Firma aufdecken. Wenn man es falsch angeht, könnte der Stoff arg trocken werden, mal ganz davon abgesehen, dass der Otto-Normal-Zuschauer mit den finanziellen Zusammenbrüchen und all den Zahlen nicht unbedingt umgehen kann. Eine Riege großer Stars kann da schon helfen, die Zuschauer anzulocken, so beweist es zumindest der angenehm ruhige Thriller "Margin Call"... DER GROSSE CRASH - MARGIN CALL Kurz vor der Finanzkrise 2007: In der Wertpapierhandelsabteilung einer großen New Yorker Bank werden etliche Mitarbeiter entlassen, unter ihnen ist auch Risikomanager Eric Dale (Stanley Tucci), der zuvor jedoch noch eine schockierende Entdeckung macht. Seine Arbeit hinterlässt er dem übriggebliebenen Mitarbeiter Peter Sullivan (Zachary Quinto), der die Zahlen überprüft... und dadurch entdeckt, dass der ganze Konzern auf wackligen Fü...