Seit mehreren Jahren kümmert sich Iris (Brittany Snow) um ihren jüngeren, an Knochenmarkkrebs erkrankten Bruder Raleigh (Logan Miller) - eine erhoffte Knochenmarksspende blieb bislang jedoch aus und die Kosten für die medizinische Versorgung fressen die zweiköpfige Familie schier auf. Ein Hoffnungsschimmer wird Iris von dem mysteriösen Philanthropen Shepard Lambrick (Jeffrey Combs) geboten, der die junge Frau zu einem Dinner in seinen Landsitz einlädt. Dort soll sie gemeinsam mit sieben anderen Menschen an einer Art Spiel teilnehmen - der Gewinner erhält jegliche Versorgung, ob finanziell oder gesundheitlich, die benötigt wird. Kurz nach ihrer Ankunft stellt sich der Abend jedoch als tödliche Falle heraus... und das Spiel als eines, bei welchem ein Fehler bereits schwere Konsequenzen nach sich ziehen kann.
Es gibt Filme, bei denen man sich wirklich fragt, wie diese überhaupt so entstehen konnten. Wir haben hier ein katastrophales Drehbuch, einen Regisseur, der offensichtlich ohne jedes Talent gesegnet ist und eine Geschichte, die vor stumpfer Gewaltverherrlichung ohne jede abmildernde Variante nur so strotzt... und trotzdem ist es Regisseur David Guy Levy gelungen, einige sehr namhafte Recken für seinen in Deutschland (verständlicherweise) nur im Heimkino veröffentlichten Would You Rather? zu gewinnen. Wobei aber auch ihr eine enorme Diskrepanz entsteht, denn wenn man auf der einen Seite gestandene Schauspieler*innen wie The Walking Dead-Star Lawrence Gilliard Jr. oder die oscarnominierte June Squibb am Start hat und diese gegenüber offensichtlich kaum über Laien-Niveau agierenden Kollegen sowie dem ehemaligen Porno-Sternchen Sasha Grey platziert, dann klafft da natürlich eine riesige Lücke... und ein passendes Zuspielen von diversen Bällen kommt angesichts dieser unordentlichen Aufteilung von mimischem Talent natürlich auch nicht zustande.
Wobei auch die Erfahrenen dieser Runde im Grunde völlig tatenlos zusehen müssen, wie der Regisseur ihr Talent mit schalsten Dialogen nicht nur vergeudet, sondern es gleichsam zu verbrennen versucht. Es ist fast schon seltsam-komisch, wenn John Heard hier versucht, einen Ex-Alkoholiker mit stumpfester Miene zu geben, während ihm gegenüber Sasha Grey kaum eine verzieht, während sie ganz große Emotionen ausdrücken möchte. Womöglich haben alle Beteiligten aber auch bereits aufgegeben, als sie merkten, in was für einem Schund sie hier gelandet sind und versuchten die Drehzeit nur noch abzusitzen um am Ende den Gehaltsscheck zu kassieren. Der aber wahrscheinlich nicht allzu üppig ausgefallen sein dürfte, denn das Budget des Films schien mehr als klein zu sein, was man der stunpfen Inszenierung durchweg anmerkt. Sogar die Gewaltspitzen, die anscheinend mal der Mittelpunkt dieses im Grunde nur auf Splatter-Gehalt zulaufenden Films waren, werden hier so zerschnibbelt, dass man einfach nichts mehr sieht - die FSK-Einstufung ab 18 Jahren kann da im Grunde nur noch aufgrund des sadistischen Themas und nicht wegen der kaum mehr sichtbaren Gewaltszenen entstanden sein.
Wenn es dann zwischendurch sogar mal eine kleine Actionszene zu sehen gibt, wird es besonders peinlich. Denn da die Fähigkeiten des Regisseurs offensichtlich nur darin bestehen, die (arg langweiligen, weil sich dauerhaft wiederholenden) Aufgaben und Prüfungen in banalster Kameraarbeit abzufilmen, ist es geradezu lachhaft zu sehen, wenn er plötzlich Verfolgungsjagden und Kämpfe inszenieren soll - das Ergebnis ist so grausam schlecht, dass es einem den Magen umdreht. Noch schlechter ist allerdings die deutsche Synchronisation, die durchweg so klingt, als wären einige Laien direkt nach dem Scheitern an einer Aufnahmeprüfung für die Schauspielschule ums Eck weggecastet worden - die grausigen Schauspielleistungen werden in der deutschen Version somit noch um einiges mieser. Ich wollte den Film daher natürlich in der englischen Originalfassung gesehen haben, doch stand auf dem Streamingdienst von Amazon tatsächlich nur die deutsche Variante zur Verfügung... was die Sichtung dieses Trashs zu einer noch schwierigeren Aufgabe machte.
Fazit: Trash-Filme können manchmal unterhaltsam sein - doch Would You Rather? ist in seiner Ausführung so dilettantisch, in seiner Dynamik so langweilig und in seiner Schauspielführung so katastrophal uninspiriert, dass man sich entweder wahnsinnig über das vergeudete Potenzial ärgern möchte... oder nach wenigen Minuten angesichts der banalen Inszenierung selig entschlummern wird.
Note: 6+
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